Komplette Datacenter-Infrastruktur - ein Zertifikat TÜV Süd kann Rechenzentren nach ISO/IEC 22237 zertifizieren

Quelle: Pressemitteilung

Die internationale Norm ISO/IEC 22237 behandelt alle Aspekte der Einrichtungen und der Infrastruktur in einem Rechenzentrum. TÜV Süd bietet nun Zertifizierungen nach der Norm an. Das soll Planern, Investoren und Mietern mehr Sicherheit bieten.

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Nach Angaben vom TÜV Süd transferiert die Norm ISO/IEC 22237 den Standard EN 50600 auf eine globalere Ebene.
Nach Angaben vom TÜV Süd transferiert die Norm ISO/IEC 22237 den Standard EN 50600 auf eine globalere Ebene.
(Bild: TÜV Süd)

Rechenzentren sind integraler Bestandteil unserer Informationsgesellschaft. Durch die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft und der gesamten Gesellschaft nimmt auch der Bedarf an sicheren und verfügbaren Rechenzentren kontinuierlich zu. Zudem müssen Rechenzentren immer höhere Anforderungen an Energie-Effizienz und Nachhaltigkeit im Sinne eines effizienten Ressourceneinsatzes erfüllen.

In Europa konnten sich Planer, Errichter und Betreiber seit 2015 an der EN 50600 orientieren, die einen ganzheitlichen Ansatz für Planung, Bau und Betrieb eines Rechenzentrums verfolgte. Der neue ISO/IEC 22237-Standard nimmt diesen Ansatz auf und transferiert die EN 50600 auf die internationale Ebene.

Damit könnten Rechenzentren auf der ganzen Welt nach den gleichen Grundsätzen geplant, errichtet und betrieben werden. Das verschafft Planern die nötige Klarheit hinsichtlich der Anforderungen, fördert bei Mietern das Vertrauen in die Verfügbarkeit der Rechenzentren und die Qualität der Managementprozesse und sichert damit auch Investitionen in den weiteren Ausbau dieser wichtigen Infrastruktur.

Abbildung der kompletten Infrastruktur in einem Zertifikat

Ein Rechenzentrum nach ISO/IEC 22237 muss klare Anforderungen an die Verfügbarkeits- und Schutzklassen sowie an die Energieeffizienz erfüllen, die bereits in der Planung und Ausführung zu beachten sind. Diese Anforderungen sind in den sieben Teilen des Standards definiert:

  • ISO/IEC 22237-1: General concepts
  • ISO/IEC TS 22237-2: Building construction
  • ISO/IEC 22237-3: Power supply and distribution
  • ISO/IEC 22237-4: Environmental control
  • ISO/IEC TS 22237-5: Telecommunications cabling infrastructure
  • ISO/IEC TS 22237-6: Security systems
  • ISO/IEC TS 22237-7: Management and operation

Die Teile 1, 3 und 4 sind bereits veröffentlicht, die anderen Teile liegen als Technische Spezifikation (TS) vor und werden in den kommenden Jahren schrittweise nachgeführt. Wie der TÜV Süd mitteilt, liege der entscheidende Vorteil einer Zertifizierung nach ISO/IEC 22237 darin, dass die komplette Infrastruktur in einem einzigen Zertifikat abgebildet werde. Das sei effizient, ermögliche internationale Vergleichbarkeit und schaffe eine gute Vertragsgrundlage.

Das Unternehmen kann auf Erfahrungen im Bereich von Rechenzentren und mit Zertifizierungen nach EN 50600 verweisen – von kleinen Rechenzentren bis zu Rechenzentren für Hyperscaler. Auf dieser Basis haben die Experten den Zertifizierungsprozess für ISO/IEC 22237 entwickelt und können sofort auf allen relevanten Märkten mit entsprechenden Zertifizierungen starten – beispielsweise in Europa, den USA, Indien oder Singapur. Sie zeigen davon überzeugt, dass sich ISO/IEC 22237 schnell durchsetzen, zu einer wichtigen Orientierungshilfe auf einem schnell wachsenden Markt und im harten weltweiten Wettbewerb um Rechenzentrumskapazitäten entwickeln wird.

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