TÜV Rheinland bietet Zertifizierung nach EN 50600 TGA-Sicherheit für Rechenzentren

Redakteur: Ulrike Ostler

Cybersecurity ist gefragter denn je. Aber es ist mindestens so wichtig, die eigenen Rechenzentren sicher zu betreiben und zuverlässig gesicherte Cloud-Dienste zu nutzen, so der TÜV Rheinland.

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TÜV Rheinland bietet, wie der TÜV Nord mit der Tochter TÜV-IT, eine Zertifizierung nach der europäischen Rechenzentrumsnorm 50600 an.
TÜV Rheinland bietet, wie der TÜV Nord mit der Tochter TÜV-IT, eine Zertifizierung nach der europäischen Rechenzentrumsnorm 50600 an.
(Bild: Philip Neumann auf Pixabay)

Rolf Walter, der als Leiter Datacenter Service beim TÜV Rheinland Rechenzentren für zahlreiche Unternehmen und Organisationen analysiert, sagt: „Datensicherheit beginnt im Rechenzentrum. Fällt ein Rechenzentrum aus, stehen zentrale Prozesse still. Betriebssicherheit und beste Verfügbarkeit sind deshalb wesentliche Kriterien, die ein modernes Rechenzentrum erfüllen muss.“

Um ein Rechenzentrum nach dessen Errichtung sicher und hochverfügbar zu betreiben, sind neben Risikofaktoren der Umgebung, wie etwa Gefährdungen durch Hochwasser, Starkregen, Brände auf Straßen und Eisenbahntrassen, auch Ausfälle der Energie- und Kältetechnik oder anderer betriebswichtigen Komponenten des Rechenzentrums entscheidend. Fachleute von TÜV Rheinland testen neue Rechenzentren vor der ersten Inbetriebnahme systematisch hinsichtlich der fehlerfreien Funktion der so genannten Technischen Gebäudeausrüstung (TGA).

Walter erläutert: „Wir untersuchen Rechenzentren beispielsweise in einer Art 'Elchtest', ob bei Ausfällen der Klima-Anlage die Reservesysteme ordnungsgemäß übernehmen. Dadurch wollen wir Risiken für den Betrieb soweit wie möglich ausschließen. Zusätzlich unterstützen wir den Betreiber dabei, Notfallkonzepte zu entwickeln.“

Wie wichtig das ist, zeigte vor einiger Zeit das Beispiel eines Versicherungsunternehmens. In dessen Rechenzentrum gab es eine fehlerhafte Ventileinstellung. Die Folge: Als die primäre Klima-Anlage ausfiel, kühlte auch das Reservesystem die Systeme nicht mehr. Glück gehabt: Der Fehler fiel den Fachleuten von TÜV Rheinland rechtzeitig auf. Nun mahnt Walter: „Wenn technische Fehler vor Inbetriebnahme des Rechenzentrums festgestellt werden, lässt sich ein Totalausfall aller IT-Systeme im Betrieb möglicherweise verhindern.“

Die Europäische Rechenzentrumsnorm DIN EN 50600

Wer ein Rechenzentrum errichten oder erneuern will, sollte sich laut Walter an den Vorgaben der Norm DIN EN 50600 orientieren. Diese enthält umfassend und systematisch, wie man Rechenzentren konzipiert, plant, konstruiert und betreibt. Unternehmen, die ihr Rechenzentrum nach der Norm zertifizieren lassen, steigern die Sicherheit ihres Datacenter und reduzieren dessen Störanfälligkeit. Das registrieren offen bar auch die Kunden: „Unternehmen, die Cloud-Dienste nutzen, achten zunehmend darauf, ob die Rechenzentren ihres Dienstleisters nach DIN EN 50600 zertifiziert sind,“ stellt Walter fest.

Nach Einschätzung von Rolf Walter werden die Datenmengen weiter sprunghaft ansteigen. Damit steigen die Anforderungen an Rechenzentren, die Daten betriebssicher zu verarbeiten. Trotzdem handelten die Rechenzentrumsbetreiber kurzfristig: „Unserer Erfahrung zeigt, dass sich Betreiber oft erst spät mit Erweiterung oder Umbau des eigenen Rechenzentrums befassen. Das führt meist zu unnötigen Mehrkosten, die sich mit einer guten Planung vermeiden lassen.“

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