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MariaDB Community Server 10.5 Transaktionsdatenbank Maria DB bekommt eine spaltenbasierende Speicher-Engine

| Redakteur: Ulrike Ostler

"Mit der neuen Version 10.5 wird aus dem populären 'MariaDB Community Server' ein Cloud-fähiges Analysekraftwerk, so sieht es der Anbieter, die MariaDB Corporation. Der Hersteller für der Transaktionsdatenbank eine s hinzu.

Die Open Source Community kannte „MariaDB“ bislang als transaktionsverabeitendes System; dank einer spaltenbasierende Speicher-Engine lassen sich damit jetzt auch aufwändige Anlýlsen tätigen.
Die Open Source Community kannte „MariaDB“ bislang als transaktionsverabeitendes System; dank einer spaltenbasierende Speicher-Engine lassen sich damit jetzt auch aufwändige Anlýlsen tätigen.
(Bild: Arek Socha auf Pixabay)

Die Version 10.5 des MariaDB Community Server steht seit vergangener Woche zur Verfügung. Die wesentliche Neuerung: Die Open-Source-Datenbank kann nun auch Analysen über Hunderten von Milliarden Zeilen hinweg. Zudem hat MariaDB einen neuen Python Connector sowie die Integration in „Microsoft Power BI“ eingefügt. Alle neuen Analysefunktionen der Software sind kostenlos, um, wie der Anbieter mitteilt, "die Akzeptanz hybrider transaktionaler und analytischer Datenverarbeitung sowie moderner analytischer Ansätze zu erhöhen".

MariaDB ist eine der fünf meistgenutzten Datenbanken weltweit mit mehreren zehn Millionen Nutzern. Sie hat „MySQL“ als Standard bei fast allen großen Linux-Distributionen ersetzt und wurde über eine Milliarde Mal bei „Docker Hub“ heruntergeladen.

Das MariaDB-Logo kennen Open-Source-Nutzer im Zusammenhang mit der Transaktionsverarbeitung.
Das MariaDB-Logo kennen Open-Source-Nutzer im Zusammenhang mit der Transaktionsverarbeitung.
(Bild: MariaDB)

Gregory Dorman, Vice President Distributed Systems and Analytics der MariaDB Corporation, erläutert: „Die Kunden erwarten von den Anwendungen, dass sie Einblicke, historische Vergleiche, Vorhersagen und Automatisierungsmöglichkeiten erhalten, um bessere und intelligentere Entscheidungen zu treffen. Dazu müssen die Anwendungen eine intuitive Nutzung ermöglichen.“ MariaDB erlaube die Speicherung und den Zugriff auf riesige Datenmengen in Sekundenbruchteilen. „Mit der neuen Server-Version wird sich die Nutzung von MariaDB bei der Entwicklung moderner Alltagsanwendungen verändern“, setzt er hinzu.

Die Spaltenverarbeitung

Die Hochleistungsanalysen durch den Einsatz von „MariaDB Columnstore“. Das ist eine Speicher-Engine, die Daten spaltenbasierend mit bis zu 10-facher Datenkomprimierung auf der Festplatte speichert und parallele Abfragen verwendet, um interaktive Analysen in Echtzeit durchzuführen. MariaDB veröffentlichte die Technik erstmals 2016 und hat die Technologie erheblich weiterentwickelt, um zusätzliche Leistungsverbesserungen, Streaming-Funktionen, schnellere Importe und Abfragen sowie Cloud-native Speicherung hinzuzufügen.

Columnstore hat im Laufe der Jahre an Popularität gewonnen und wurde auch durch Beiträge der Community erweitert, etwa mit dem neuen Datentyp für „TIMESTAMP“. Die Spaltenverarbeitung ist als native Speicher-Engine in MariaDB integriert, analog zu anderen Speicher-Engines wie „InnoDB“, „MyRocks“, „Spider“ oder „Aria“. Die Anwender können damit spaltenbasierende Tabellen zu bestehenden Datenbanken hinzufügen, um Analysen zu ermöglichen oder zu beschleunigen. Gleichzeitig lässt sich dadurch die Leistung bei Transaktionen verbessern.

Die Vorteile umfassen:

  • Data Warehousing: Traditionelle Data Warehouses haben sich als komplex und teuer erwiesen. „Hadoop“-Implementierungen sind wegen des Mangels an Echtzeit-Analysen oft nicht ausreichend. Viele Public-Cloud-Optionen wiederum sind teuer und lassen sich nur schwer mit Transaktionsdaten integrieren.
    MariaDB Community Server 10.5 bietet Data-Warehousing für interaktive Ad-hoc-Analysen mit kostengünstiger Speicherung der Objekte in der Cloud. MariaDB nutzt eine Cloud-native, disaggregierte Architektur für Analysen mit einer zur Objektspeicherung von „AWS S3“ kompatiblen API.
    Das bedeutet: Bis zu 70 Prozent Kosteneinsparungen gegenüber Blockspeicherung, 99,999999999 Prozent Durability und 99,99 Prozent Verfügbarkeit. Die Speicherung ist über mehrere Verfügbarkeitszonen hinweg und mit unbegrenzter Speicherkapazität möglich.
  • Intelligente Transaktionen: Moderne Anwendungen erfordern den Zugriff auf riesige Datenmengen, die für analytische Abfragen und maschinelle Lernmodelle optimiert sind. So können Transaktionen mit datengesteuerten Erkenntnissen erweitert werden, Standardtransaktionen werden zu intelligenten Transaktionen. MariaDB Community Server 10.5 ermöglicht die gemeinsame Nutzung von zeilen- und spaltenbasierenden Tabellen in einer Datenbank. Das macht es einfach, jede Transaktion in eine intelligente Transaktion zu verwandeln, die durch Daten und Erkenntnisse aus riesigen Mengen zusätzlicher Daten ergänzt wird. Entwickler können nun schnell moderne Anwendungen bereitstellen, indem sie ihre vorhandenen Fähigkeiten - einschließlich Standard-SQL - nutzen, um Transaktionen und Analysen zu kombinieren. Bislang war das nur mit teuren Lösungen und entsprechender Hardware möglich.
  • Schnelle analytische Abfragen für wachsende Datenmengen: Anwendungen, die einen Anstieg der Benutzer- und Transaktionszahlen verzeichnen, führen zu schnell wachsenden Datenbanken mit wechselnden Abfragemustern, komplexen Indizes zur Vermeidung von Leistungsproblemen und langsamen Abfragen. Und das wirkt sich letztlich auf die Kundenerfahrung aus.
    Müssen Berichte oder analytische Abfragen gleichzeitig ausgeführt werden, verschärfen sich die Probleme meist. Die Trennung von aktiven Transaktionsdaten und historischen Daten durch Verschieben ungenutzter Daten in spaltenbasierende Tabellen reduziert die Zeit für analytische Abfragen drastisch und stellt die Leistungsfähigkeit der Anwendung sicher.

Weitere Optionen zur Analyse mit MariaDB

MariaDB Server ist mit dem weit verbreiteten Datenbankprotokoll von MySQL kompatibel.Die Datenbank unterstützt daher die native Integration mit allen führenden BI- und Datenanalyse-Werkzeugen und -Frameworks. Durch die Kompatibilität ist zudem der Zugriff auf Daten in jeder MariaDB-Speicher-Engine möglich, einschließlich Columnstore. Darüber hinaus hat MariaDB zwei neue, native Konnektoren veröffentlicht, um die Datenanalyse einfacher und schneller zu machen.

Datenanalyse mit Python: Python ist eine der beliebtesten Programmiersprachen der Welt. Sie wird seit langem für die Webentwicklung verwendet, wird aber auch zunehmend im Bereich der Datenanalyse populär. Laut der Entwicklerumfrage 2019 der Python Software Foundation gaben 59 Prozent der Befragten an, Python für die Datenanalyse zu verwenden, gefolgt von Webentwicklung mit 51 Prozent und maschinellem Lernen mit 40 Prozent. Mit dem nativen MariaDB-Konnektor kann, laut Anbieter, jeder, der Datenanalysen mit Python durchführt, eine Verbindung zu den in MariaDB gespeicherten Transaktions- und Analysedaten herstellen.

BI-Integration: MariaDB macht die Datenanalyse und -visualisierung durch eine neue Integration mit Power BI von Microsoft einfacher. Mit dem neuen Adapter können Power BI-Benutzer Daten nativ in MariaDB analysieren und aggregieren. Auch lassen sich diese in interaktive Berichte überführen, die hochgradig visuell sind und einfach innerhalb des Unternehmens gemeinsam genutzt werden können.

Verfügbarkeit

MariaDB Community Server 10.5 einschließlich Columnstore steht ab sofort zum kostenlosen Download auf der MariaDB-Website und ab Ende Juni über Docker Hub zur Verfügung. MariaDB Connector/Python und MariaDB Power BI-Adapter können von mariadb.com heruntergeladen werden. Kunden, die an MariaDB für anspruchsvolle Produktionsumgebungen mit Hochverfügbarkeit und massiv paralleler Verarbeitung (MPP) interessiert sind, wenden sich an MariaDB, um einen frühen Zugriff auf MariaDB Enterprise Server 10.5 zu erhalten.

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