Spatenstich für das neue SDC Spacenet Datacenter

Spacenet baut Rechenzentrum nach DIN EN 50600 VK4

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Mit dem Beginn der Bauphase für das neue Rechenzentrum erdet SpaceNet die Cloud vor den Toren Münchens.
Mit dem Beginn der Bauphase für das neue Rechenzentrum erdet SpaceNet die Cloud vor den Toren Münchens. (Bild: Vogel IT-Medien/ewg)

Im Münchener Osten erfolgte der erste Spatenstich für das dritte Rechenzentrum des Internet-Service Provider Spacenet AG. In der Gemeinde Kirchheim entsteht das erste nach neuer Revision DIN EN 50600 zertifizierte hochverfügbare Datacenter und somit eines der modernsten und sichersten Rechenzentrum in Europa.

Sichtlich gut gelaunt war Spacenet-Gründer und -Vorstand Sebastian von Bomhard: „Eine lange Geschichte fängt jetzt an, richtig gut zu werden!“ Er bedankte sich ausdrücklich bei der anwesenden stellvertretenden Landrätin Annette Gannsmüller-Maluche für die „hervorragende Beratung“ durch das

Erster Spatenstich zu einem der modernsten und sichersten Rechenzentren Europas: v.l.n.r. Maximilian Böltl, Erster Bürgermeister von Kirchheim, Annette Ganssmüller-Maluche, weitere Stellvertreterin des Landrats, Sebastian von Bomhard, Vorstand SpaceNet AG und Geschäftsführer der SDC SpaceNet Datacenter GmbH & Co. KG.
Erster Spatenstich zu einem der modernsten und sichersten Rechenzentren Europas: v.l.n.r. Maximilian Böltl, Erster Bürgermeister von Kirchheim, Annette Ganssmüller-Maluche, weitere Stellvertreterin des Landrats, Sebastian von Bomhard, Vorstand SpaceNet AG und Geschäftsführer der SDC SpaceNet Datacenter GmbH & Co. KG. (Bild: Vogel IT-Medien/ewg)

Landratsamt München im Vorfeld der Planungen. Die Auswahl eines geeigneten Standorts sei erstaunlich schwierig gewesen, in Kirchheim habe man aber das Gefühl vermittelt bekommen, „erwünscht zu sein“. Kirchheims Erster Bürgermeister Maximilian Böltl bekundete seinen Stolz darüber, „dass Spacenet unsere Gemeinde für das neue Rechenzentrum ausgesucht hat“. In guter Nachbarschaft zu den E-Commerce-Unternehmen Mytheresa und Poster XXL komme mit Spacenet wieder ein Digital-Pionier in die Gemeinde.

Im Endausbau wird das modular aufgebaute Datacenter eine Rechenzentrumsfläche über 5.000 Quadratmeter bieten und damit Platz haben für rund 2.500 Racks mit 47 Höheneinheiten, also für bis zu 117.500 einzelne Servern und andere Rechenzentrumskomponenten. Der Ausbau des neuen Rechenzentrums erfolgt in fünf Phasen.

In jeder Bauphase entstehen flexibel auf jeweils zwei Ebenen mit rund 1.000 Quadratmetern Rechenzentrumsfläche. Diese können dann sofort von Kunden genutzt werden.

Damit trägt der Bauherr dem großen Bedarf nach sicheren und verfügbaren Datacenter-Kapazitäten im Raum München Rechnung. In der ersten Bauphase werden zudem ein Bürokomplex und die gesamte Sicherheitsanlage für den Standort errichtet. Beim Bau arbeitet Spacenet mit den Spezialisten Vertiv (früher: Emerson Network Power) und Argos zusammen.

Argos übernimmt die Steuerung bis zum Abschluss der ersten Phase. Das Unternehmen bringt dabei seine Erfahrung mit Bauabläufen und den Zugriff auf unabhängige technische Experten ein. Vertiv verfügt nicht nur über ein sehr breites Portfolio an Rechenzentrumstechnik, sondern auch über umfangreiche Erfahrungen im Bau von Datacenter für die weltweit größten Rechenzentrumsbetreiber.

Das Bauvorhaben ist die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte der Spacenet AG und erfolgt über die neu gegründete SDC Spacenet Datacenter GmbH & Co. KG. Die SDC wird als rein inländische Firma mit ihren Kunden ausschließlich auf Basis des deutschen

Das Bauvorhaben für das dritte Rechenzentrum ist die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte der SpaceNet AG.
Das Bauvorhaben für das dritte Rechenzentrum ist die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte der SpaceNet AG. (Bild: SpaceNet AG)

Datenschutzgesetzes zusammenarbeiten und fällt weder direkt noch indirekt unter den US Patriot Act oder den Homeland Security Act und kann von ausländischen Behörden nicht verpflichtet werden, Zugriff auf Daten in ihren Rechenzentren zu gewähren.

Mit dieser Investition bekenne sich Spacenet klar zum IT-Standort München und Oberbayern. Kirchheim sei für die Kunden aus dem Großraum München nicht nur hervorragend erreichbar, „gleichzeitig ist es über fünf Kilometer von unseren anderen Rechenzentren im Stadtgebiet entfernt und erfüllt somit optimal die Anforderungen des BSI-Grundschutzes an den Abstand zwischen redundant aufgebauten Rechenzentren", erläutert von Bomhard, der neben seinem Vorstandsamt bei Spacenet auch Geschäftsführer der SDC ist.

Pionier bei DIN EN 50600 VK4

Bereits seit der Gründung 1993 legt SpaceNet besonderen Wert auf IT-Sicherheit. In dieser Tradition wird die SDC ihren Kunden das erste Rechenzentrum nach der neuen Revision der DIN EN 50600 anbieten, und zwar in der höchsten Verfügbarkeitsklasse VK4. Während DIN EN 50600 VK3 lediglich Redundanz im Normalbetrieb verlangt, muss für eine Zertifizierung nach DIN EN 50600 VK4 auch im Wartungsfall Redundanz gegeben sein.

Firmen, die das in den eigenen Räumlichkeiten und mit eigenen IT-Komponenten erreichen wollten, müssten erhebliche Investitionen tätigen. Indem Spacenet als Rechenzentrumsbetreiber bereits sämtliche erforderliche Vorkehrungen trifft, garantiert der Internet-Service Provider seinen Kunden beim Betrieb ihrer Anwendungen und bei ihren Digitalisierungsprojekten die nötige Sicherheit und Hochverfügbarkeit.

Das SDC-Datacenter bietet neben Carrier-neutralen Zugängen auch eine leistungsstarke hochverfügbare Internet-Anbindung über Spacenet. Zwei unabhängige Glasfasertrassen sorgen für praktisch unbegrenzte Bandbreite inklusive einer Redundanz aller wichtigen Systeme. Zusätzlich zur Risiko-Analyse nach TÜV und BSI (ISO 27001 und EN 50600 VK4) erfüllen Zugangskontrolle, Fahrzeugschleusen, die Vereinzelung von Personen beim Zugang, Video-Überwachung, Bewegungsmelder, ein Sicherheitsdienst sowie ein Einbruchsmeldesystem auch höchste Sicherheitsanforderungen. Der Brandschutz wird durch die modulare Bauweise sichergestellt.

Jedes Modul entspricht der Feuerwiderstandsklasse F90, verfügt über Brandfrühesterkennung und ist als eigener Brandabschnitt konzipiert. Im Löschfall sorgen Schalldämpfer an der Stickstofflöschung dafür, dass es nicht durch Vibration zu Festplattenschäden kommt.

Grünes Rechenzentrum

Mit einem erwarteten PUE-Wert von unter 1,2 im Jahresmittel soll das neue Rechenzentrum richtungsweisend im Bereich der Niedrigenergie-Rechenzentren sein. Zusätzlich wird es mit Ökostrom versorgt.

Beim Klimasystem kommen modernste Verfahren in Kombination mit adiabatischer Kühltechnik und dem Klimatechnik-Standard Ashrae-A1 zum Einsatz. SDC-Chef von Bomhard zweifelt nicht daran, dass sein Rechenzentrum auch nach Green IT zertifiziert wird: „In Kirchheim werden wir dann das ökologischste und ökonomischste Rechenzentrum in Europa betreiben.“ Bereits im März kommenden Jahres will SDC das neue Datacenter in den Testbetrieb nehmen und spätestens ab Mai 2019 in den Produktivbetrieb mit Kunden gehen.

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