Wie die Hannover Messe die Info-Terminals mit Software betankt

Software-Provisionierung ohne Ende

| Redakteur: Ludger Schmitz

(Bild: Deutsche Messe AG)

Rund 80 Elektronische Besucher-Informationsstationen (EBI) gibt es auf der CeBIT. In diesem Jahr sind es neue Systeme, und ihre Software bekommen sie mittels „opsi“.

Ausstellerverzeichnis und Standnummern, Zugverbindungen, Ärzte, Restaurants etc. An bis 80 neuen Elektronischen Besucher-Informationssstationen (EBI) können sich Messegäste über Aussteller, Zugverbindungen etc. informieren. Die Software erhalten die Systeme zentral aufgespielt, durch das Open-Source-Tool „Open PC Server Integration“ (opsi) vom Mainzer Anbieter uib.

Das neue Elektronische Besucher-Informationssystem auf der CeBIT

Der Softwarekern auf den Systemen ist das von einem Dienstleister der Deutschen Messe AG (DMAG) entwickelte und betreute Elektronische Besucher-Informationssystem, EBI. Hinzu kommen ein Firefox-Browser, Adobe Acrobat Reader und ein Client, der über ein eigenes Netzwerk auf die zentrale Oracle-Datenbank mit dem Ausstellerverzeichnis der jeweiligen Messe zugreift. Diese Konfiguration hat sich seit Jahren bewährt. Allerdings stand ein Austausch der Hardware an; die neuen sind schlanke „Esprimo“-PCs von Fujitsu. Und ihr Betriebssystem ist nicht mehr Windows 7, sondern Windows 10.

Schon im letzten Jahr verwendete die IT der DMAG die kostenlose Variante der Open-Source-Lösung „Open PC Server Integration“ (opsi) von uib. Die Art, PCs per unattended Installation mit Software zu betanken, ziehen die Verantwortlichen der Herangehensweise des Clonens vor. Insgesamt stehen der IT 100 Systeme zur Verfügung, wovon bei Großveranstaltungen wie der CeBIT rund 80 benötigt werden. Es ist also genug Puffer vorhanden, um defekte Info-PCs auszutauschen und ohne langwierige Suche nach Fehlerquellen zuerst neu mit Software zu bespielen.

Viel Arbeit erspart

Allerdings reichten die personellen Kapazitäten der IT nicht mehr, die Softwarebetankung der neuen Systeme wie bisher selbst durchzuführen und zu testen. Dazu erhielt uib einen dreiteiligen Auftrag: Erstens war die opsi-Serverkomponente auf Basis von Suse Linux für die gewünschte Softwareausstattung neu anzulegen. Zweitens war die Eignung der Client-Hardware für die EBI-Umgebung zu überprüfen. Drittens folgte das eigentliche Roll-out.

Dafür standen acht Wochen zur Verfügung, und uib hielt den Zeitrahmen ein. „Die Vorgabe war schon recht knapp“, erinnert sich Jens Brenke, Teamleiter RZ-Betrieb und -Sicherheit bei der DMAG. „aber es hat sehr gut geklappt. Auch die Server-Arbeiten hier vor Ort, der Aufbau der Paketstruktur, die Konfiguration und die initiale Betankung brauchten nicht mehr als die angekündigten zwei Tage.“

Jetzt werden vor einer Veranstaltung die benötigten PCs in Gruppen mit ihrer Software versorgt und an die Stationen gebracht. Einen Tag vor einer Messe werden sie angeschlossen, um dem schon präsenten Ausstellerpersonal zur Verfügung zu stehen, was gleichzeitig ein Test ist. Abends werden die Geräte vor Ort abgebaut und sicher verwahrt, um sie am nächsten Morgen wieder aufzustellen und in Betrieb zu nehmen.

"Das Angebot war zu verlockend"

Ein morgendlicher Abgleich der installierten Umgebung mit den zentral vorhandenen Softwarepaketen wäre theoretisch möglich, ist aber nicht nötig. Die Systeme sind autark, die installierte Software bleibt für die Dauer einer Veranstaltung unverändert.

Zwischen den Veranstaltungen allerdings gibt es in regelmäßigen Abständen eine Überprüfung, ob es Updates für die Komponenten gibt. Dafür hat die Messegesellschaft einen Supportvertrag mit uib abgeschlossen sowie die Update-Abonnements. In seinem Rahmen erhalten die EBI-Systeme alle Updates und Patches für Windows 10, den Firefox-Browser, den Acrobat-Reader etc. „Das Angebot war zu verlockend, als dass man es nicht annehmen konnte“, erklärt IT-Teamleiter Brenke. Er freut sich darauf, auf der CeBIT 2017 die uib-Mitarbeiter wieder zu treffen. „Was dieses kleine Team schafft, ist schon eine Leistung.“

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