Schatten auf den glitzernden Cloud-Services

Restrukturierung der IT- und der Organisations-Silos

| Autor / Redakteur: Ulf Schitkowsky* / Ulrike Ostler

IT-Silos wie Compute, Storage, Networking, weichen der Cloudifizierung, doch häufig belibt die Betriebsorganisation unverändert. Es entsteht eine Schatten-IT.
IT-Silos wie Compute, Storage, Networking, weichen der Cloudifizierung, doch häufig belibt die Betriebsorganisation unverändert. Es entsteht eine Schatten-IT. (Bild: © buhanovskiy - Fotolia)

Transformation ist derzeit in aller Munde. Geschäftsmodelle werden davon erfasst, aber auch ganze Märkte und IT-Infrastrukturen. Basis hierfür sind Cloud-Lösungen, die die IT-Infrastruktur schnell, dynamisch und agil machen sollen. Aber nur, wenn auch die internen Prozesse umstrukturiert werden, lassen sich Cloud-Strukturen erfolgreich nutzen.

Fachabteilungen in Unternehmen sind bestrebt, Services einzukaufen, die ihre individuellen Anforderungen erfüllen und sich nach Verbrauch abrechnen lassen. „Microsoft Azure“ oder Salesforce sind Beispiele für solche leistungsorientierten Services aus der Cloud. Genau diese Angebote erwarten Fachabteilungen auch von ihren IT-Abteilungen: Services, bei denen alle IT-Leistungen – vom Server über Storage bis hin zur Software – in einem Gesamtpaket enthalten sind. Inklusive dem Management der IT-Leistungen, was einen ganz erheblichen Kostenaspekt darstellt.

Diskrepanzen zwischen Wunschdenken und Wirklichkeit

Soweit die Theorie – die Praxis sieht derzeit jedoch noch ganz anders aus. Denn zwischen den IT-Abteilungen und den Fachabteilungen bestehen durchaus große Diskrepanzen. Oftmals sind Fachabteilungen mit den Lösungen ihrer zentralen IT-Abteilung unzufrieden, weil weder die technische Umsetzung noch die Geschwindigkeit ihre Erwartungen erfüllen. Außerdem sind den Fachabteilungen die Lösungen häufig zu teuer und eine Abrechnung nach Verbrauch ist unmöglich.

Dies führt dazu, dass Fachabteilungen selbst aktiv werden und selbstständig passgenaue Lösungen entwickeln und betreiben – ohne die IT-Abteilung einzubinden. Die Folge ist eine unkontrollierte Schatten-IT, die die Vertraulichkeit und die Datensicherheit bedrohen sowie ein wirtschaftliches Risiko für das Unternehmen darstellt.

Unternehmen verschenken Vorteile der Cloud

IT-Abteilungen haben dieses Problem erkannt und wollen der Entwicklung aktiv entgegenwirken. Dazu führen sie detaillierte Bedarfsanalysen durch, in denen sie die Anforderungen der Fachabteilung genau auswerten. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Entwicklung individueller Cloud-Lösungen und der Implementierung von maßgeschneiderten Hybrid Cloud Services. Dadurch können sie schnell und agil neue dynamische Services anbieten sowie die Anforderungen der Fachabteilungen erfüllen.

Was sich in der Theorie schlüssig und einfach anhört, hat in der Praxis einen Haken: Das Ganze findet meist nur auf der technischen Seite statt. Während neue Services integriert werden, mit denen sich beispielsweise ein Server schneller bereitstellen lässt, bleiben innerhalb der IT-Organisation die alten Strukturen bestehen.

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Damit verschenken Unternehmen genau die Vorteile, die aus der Nutzung von Cloud-Diensten resultieren. Denn der Einsatz von Cloud-Lösungen hat einen enormen Einfluss auf den klassischen Zyklus (Plan/Build/Run) des IT-Betriebs.

Blick hinter die Kulissen offenbart Silodenken

Ein Blick in die Organisationsstrukturen eines Unternehmens offenbart meistens eine Linienorganisation. Es gibt beispielsweise eine Storage-Abteilung, eine Server-Abteilung, eine Netzwerk-Abteilung und weitere Bereiche, die jeweils einen eigenen Abteilungs- oder Gruppenleiter besitzen. Sie berichten direkt an den CIO, kommunizieren aber nur bedingt untereinander.

Das geht einher mit einem starken Silodenken, das eine ganzheitliche Betrachtung verhindert. Genau das wird aber für den Einsatz von Cloud-Angeboten benötigt, weshalb ein Umdenken und das Aufbrechen von alten Strukturen notwendig sind. Denn Cloud-Services lassen sich nur bereitstellen, wenn alle Abteilungen der IT Hand in Hand arbeiten. Darüber hinaus müssen die IT-Prozesse an der Servicebereitstellung und deren Betrieb ausgerichtet werden.

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