Schatten auf den glitzernden Cloud-Services

Restrukturierung der IT- und der Organisations-Silos

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Prozessdenken erforderlich

Um dies zu gewährleisten, sollten Unternehmen einen zentralen Ansprechpartner für alle Bereiche benennen, der das Gesamtbild im Blick hat und die Basis für eine Service-orientierte IT bildet. Dazu müssen sie nicht nur den Betrieb und ihre IT-Infrastrukturen anpassen, sondern auch die Aufbau- und Ablauforganisation. Zudem müssen die Mitarbeiter verstehen, dass ein Unternehmen neue Cloud-Services nur dann agil und dynamisch anbieten kann, wenn sich die eigentliche Arbeitsweise der Mitarbeiter in den IT-Abteilungen verändert und sie künftig in Prozessen denken.

Umdenkprozess bei den Mitarbeitern anstoßen

Wie aber lässt sich ein solches Umdenken erfolgreich in den Köpfen der Mitarbeiter verankern? Dazu ist ein umfassendes Management of Change notwendig, das eine entsprechende Change-Kommunikation mit sich bringt. Sie muss eine gezielte Aufklärung leisten, beispielsweise, um Mitarbeitern Ängste zu nehmen. Das kann die Sorge um den Arbeitsplatz sein oder darum, die künftigen Anforderungen nicht mehr erfüllen zu können.

Denn das existierende Know-how wird auch weiterhin benötigt – schließlich bestehen auch die neuen Anwendungen aus Storage und Servern, die bereitgestellt und ergänzt werden müssen. Allerdings erfordern die neuen Technologien auch, dass Mitarbeiter zusätzlich neue Skills aufbauen – technische wie organisatorische. So ist Know-how im Bereich Automation, Orchestration sowie bei der Steuerung durch Software notwendig.

Dazu gehören Kenntnisse zu Schnittstellen wie REST oder SOAP, die für die Verbindung der verschiedenen Infrastrukturen zu den Steuerungs- und Management Komponenten erforderlich sind. Immer wichtiger werden auch organisatorische Skills, beispielsweise das Antizipieren von Kundenanforderungen. Denn die Technik wird künftig von A bis Z auf die Erfüllung der Anforderungen ausgerichtet sein.

Aktive Gestaltung von Teams und Prozessen

Um einen solchen Prozess erfolgreich zu gestalten, ist es daher essenziell, dass die Geschäftsführung und der CIO die Neustrukturierung aktiv vorantreiben. Steht die Unternehmensleitung hinter der IT-Transformation, kann bei den Mitarbeitern leichter die Basis für eine erfolgreiche Umsetzung des Projektes geschaffen werden. Zudem ist es wichtig, die Mitarbeiter schon vor der Einführung einzubinden.

Sind sie nicht ausreichend informiert, blockieren sie im schlimmsten Fall das gesamte Entwicklungsprojekt. Um dem entgegen zu wirken eignet sich beispielsweise eine neue Stellenbeschreibung, die genau definiert, wie der neue Job aussieht und welche Expertise er erfordert. Darüber hinaus sind auch ein Newsletter, ein Schwarzes Brett oder ein Team-Meeting ein gutes Mittel, um die IT-Transformation im Unternehmen zu kommunizieren.

Der Autor, Ulf Schitkowsky, ist Solution Manager Dynamic Datacenter bei Computacenter.
Der Autor, Ulf Schitkowsky, ist Solution Manager Dynamic Datacenter bei Computacenter.
(Bild: Bernd Arnold)

So erfüllt man künftige Marktanforderungen

Nur wenn sich Unternehmen den künftigen Anforderungen des Marktes stellen und schnelle, dynamische sowie agile Lösungen anbieten, sind sie in Zukunft wettbewerbsfähig. Die Basis hierfür bilden nicht nur moderne Cloud-Services sondern auch eine zeitgemäße Betriebsorganisation.

Die dafür notwendige Transformation der IT-Organisation ist ein sehr komplexer Prozess, dem Unternehmen ausreichend Beachtung schenken müssen. Denn nur wenn dieser Prozess wohl überlegt angegangen wird und die betroffenen Mitarbeiter frühzeitig eingebunden werden, wird aus einzelnen Silos eine ganzheitliche IT-Organisation.

* Ulf Schitkowsky arbeitet als Solution Manager Dynamic Datacenter bei Computacenter.

(ID:44060820)