Alte Bekannte in den Präferenzen für die IT-Infrastruktur Multicloud und Edge: Ohne Open Source geht gar nichts

Autor: Ulrike Ostler

Warum beauftragt Suse, immerhin im Jahr 1992 in Fürth gegründet, noch immer Studien, in denen Sinn und Zweck von Open Source abgeklopft werden? Es dreht sich dieses Mal nicht primär um Linux, sondern um Kubernetes und dessen Potenzial. Und Suse setzt auf Kubernetes. Außerdem plagt alle COVID 19 beziehungsweise setzt Volkswirtschaften, Branchen und Organisationen unter den Zwang zur Erholung und Wiederbelebung …. Mit Open Source?

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Das Marktforschungsunternehmen Insight Avenue hat im Auftrag von Suse 800 IT-Manager zu den aktuellen Herausforderungen befragt - von der Corona-Pandemie bis zum Frachkräftemangel und der Rolle von Open Source Software.
Das Marktforschungsunternehmen Insight Avenue hat im Auftrag von Suse 800 IT-Manager zu den aktuellen Herausforderungen befragt - von der Corona-Pandemie bis zum Frachkräftemangel und der Rolle von Open Source Software.
(Bild: Suse)

Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage, die das Marktforschungsunternehmen Insight Avenue im Auftrag von Suse getätigt hat, zeigen, dass IT-Führungskräfte unter noch größerem Druck stehen Druck stehen als im vergangenen Jahr, greifbare Ergebnisse für das Unternehmen zu liefern. Dabei stehen Sicherheit und Fernzugriff auf die Infrastruktur ganz oben auf der Liste der Herausforderungen. In der Tat ist eine durchgängige IT und Infrastruktur und damit die Vereinfachung der Geschäftsabläufe die wichtigste Säule, gefolgt von Modernisierung und Beschleunigung der Veränderung.

Vereinfachung, Modernisierung und Beschleunigung sind die Top-Prioritäten im Bereich Technologie

  • 76 Prozent der Befragten geben an, dass sie sich stärker unter Druck gesetzt fühlen, greifbare Ergebnisse für das Unternehmen zu liefern als noch vor zwölf Monaten; 67 Prozent waren es im Jahr 2020.
  • Zu den größten technischen Herausforderungen in den vergangenen zwölf Monaten sind die Aufrechterhaltung von Sicherheits- und Datenzugriffskontrollen (43 Prozent), die Anforderungen an die Remote Fernzugriffsinfrastruktur (34 Prozent), Druck zur Reduzierung der Betriebskosten (34 Prozent), Aufrechterhaltung der Serviceverfügbarkeit/Leistung (33 Prozent) und reduzierte IT-Ressourcen/Personal (33 Prozent) zu zählen.

Bedeutung von Technologien und Ansätzen, die Unternehmen in den kommenden zwei Jahren helfen sollen, einen spürbaren Unterschied zu machen. Prozentangaben für #bedeutend', sehr bedeutend.
Bedeutung von Technologien und Ansätzen, die Unternehmen in den kommenden zwei Jahren helfen sollen, einen spürbaren Unterschied zu machen. Prozentangaben für #bedeutend', sehr bedeutend.
(Bild: Suse)

Die wichtigste Säule der Technologie-Investitionen bleibt die Vereinfachung der Geschäftsabläufe (61 Prozent), gefolgt von der Modernisierung oder Veränderung der Geschäftsabläufe (52 Prozent) und Beschleunigung des Wandels und Skalierung des Unternehmens (51 Prozent).

Die technischen Grundlagen

Zu den technischen Ansätzen, die als wichtig für die Unterstützung dieser Investitionssäulen angesehen werden, gehören für 85 Prozent eine Multicloud-Strategie, für 83 Prozent das High Performance Computing, für 81 Prozent 5G/erweiterte Konnektivität, für 81 Prozent DevOps beziehungsweise automatisierte Künstliche Intelligenz (KI) und für 80 Prozent das Edge Computing.

Gefragt nach den Pandemie-Auswirkungen geben 60 Prozent der Unternehmen an, dass COVID-19 die technische Innovation beschleunigt oder erhöht hat. 32 Prozent der Unternehmen haben das gleiche Tempo beibehalten und 8 Prozent haben ihre Initiativen verschoben oder gestrichen.

86 Prozent der befragten aber sagen, dass die Stabilität der IT und der Infrastruktur ohne Unterbrechung wichtiger denn je ist, und 79 Prozent geben an dass sie das Gefühl haben, immer einen Kompromiss zwischen Kostensenkungen und besseren Geschäftsergebnissen eingehen zu müssen.

In der von Suse beauftragen Studie 'Warum IT-Führungskräfte “Open” wählen – 2021' wurden 800 IT-Führungskräfte in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen weltweit zum Thema „Offenheit/Open“ und IT-Innovation befragt
In der von Suse beauftragen Studie 'Warum IT-Führungskräfte “Open” wählen – 2021' wurden 800 IT-Führungskräfte in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen weltweit zum Thema „Offenheit/Open“ und IT-Innovation befragt
(Bild: Suse)

In Deutschland wurden 100 Interviews geführt: Demnach stehen hierzulande 72 Prozent der deutschen IT-Führungskräfte unter enormen Druck, 74 Prozent der IT-Verantwortlichen setzen auf Open Source, um Innovationen zu beschleunigen

Containerisieren

Einsatz von Containern und geplante Erhöhung des Anteils der Produktions-Workloads, die containerisiert sind.
Einsatz von Containern und geplante Erhöhung des Anteils der Produktions-Workloads, die containerisiert sind.
(Bild: Suse)

  • 42 Prozent setzen derzeit Container für Produktions-Workloads ein, weitere 41 Prozent planen den Einsatz von Containern für Produktions-Workloads in den kommenden zwölf Monaten.
  • Dort, wo bereits Container eingesetzt werden, planen 72 Prozent auf jeden Fall, den Anteil der containerisierten Produktions-Workloads innerhalb eines Jahres zu erhöhen.
  • 57 Prozent derjenigen, die Container für Produktions-Workloads einsetzen, sagen, dass sie Kubernetes verwenden.
  • Wo Container geplant sind, sagen 26 Prozent, dass sie mit Sicherheit Kubernetes verwenden werden, weitere 64 Prozent sagen, dass sie möglicherweise Kubernetes verwenden werden.
  • Die bevorzugte Lösung ist eine kommerziell verwaltete und unterstützte Distribution einer Open-Source-Kubernetes-Plattform (66 Prozent) vor der Entwicklung, Wartung und Unterstützung einer eigenen Plattform (34 Prozent).
  • Die drei wichtigsten Punkte, die Anwender/Planer bei einer Kubernetes-Plattform voraussetzen, sind bei 36 Prozent der Befragten zu 100 Prozent Open Source, bei 34 Prozent Multi-Cluster und /oder Potenzial für Edge-Anwendungen und in ebenso hoher Anzahl eine einfache Installation.

Multicloud

Außerdem geben mehr als zwei Drittel der Befragten, 69 Prozent, dass sie eine Multicloud-Strategie verfolgen und weitere 28 Prozent sagen, dass sie in den nächsten zwei Jahren daran arbeiten werden.

Wichtige Treiber für eine Multicloud-Strategie
Wichtige Treiber für eine Multicloud-Strategie
(Bild: Suse)

Zu den wichtigsten Treibern für eine Multicloud-Strategie gehören Kosteneffizienz (45 Prozent), erhöhte Flexibilität und Agilität (44 Prozent), Verbesserung der Ausfallsicherheit/Minimierung von Ausfallzeiten (36 Prozent) und Nutzung von Best-of-Breed-Lösungen (35 Prozent).

Um voranzukommen, müssen Unternehmen nach eigenen Angaben verstärkt Cloud-Kompetenzen und -Fähigkeiten im IT-Team aufbauen, das geben 55 Prozent an, sie müssen eine klare Vision und einen Plan für die Cloud-Einführung haben, sagen 48, Anwendungen und Prozesse modernisieren und migrieren (47 Prozent) sowie organisatorische Hindernisse identifizieren und beseitigen (45 Prozent).

Persönliches Empfinden über Edge Computing
Persönliches Empfinden über Edge Computing
(Bild: Suse)

Innovationen an der Edge

Edge Computing besitzt derzeit eindeutig noch einen Coolness-Faktor.

  • So geben 43 Prozent der IT-Führungskräfte an, sie seien auf einer persönlichen Ebene begeistert von den Möglichkeiten, die Edge Computing bietet. Weitere 49 Prozent sagen, dass sie an den Möglichkeiten interessiert sind.
  • 7 Prozent zeigen sich skeptisch.
  • Überzeugende Vorteile von Edge Computing sind laut Befragung Zuverlässigkeit (45 Prozent), verbesserte Sicherheit und Datenschutz (43 Prozent), die Verbesserung des gesamten IT-Ökosystems (41 Prozent), die Förderung des Einsatzes innovativer neuer IT-Dienste (40 Prozent ) und Echtzeit-Einsichten (39 Prozent).
  • Außerdem wird dem Edge Computing eine Reihe Wunderdinge zugeschrieben: Es habe das Potenzial, Branchen zu transformieren, indem es die Produktivität steigere, vermuten 53 Prozent, die Skalierbarkeit erhöhe, 45 Prozent, das Kundenerlebnis verbessere, 45 Prozent, die Kosten senke, 44 Prozent sowie Innovationen und die Einführung neuer digitalisierter Dienste/Anwendungen ermögliche, 43 Prozent
  • Außerdem nehmen 79 Prozent an, dass COVID-19 die Hinwendung zum Edge Computing beschleunigt habe. 72 Prozent gehen davon aus, dass Edge Computing innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre weit verbreitet sein wird.

Zu den wichtigsten Bedenken in Bezug auf Edge Computing gehören Sicherheit und Zugriff (48 Prozent), Kontrolle und Management (40 Prozent) sowie Datenspeicherung/-zugriff (39 Prozent).

Open Source an der Edge

Auch im Edge Computing setzen viele der befragten auf Open Source.

  • 85 Prozent sind laut Studie der Ansicht, dass Open Source Innovationen an der Edge ermöglicht und 84 Prozent sehen Open Source als Möglichkeit, Innovationen kostengünstig voranzubringen.
  • Open Source bedeutet die Arbeit in Communities. So zeigen sich 82 Prozent der Befragten zwar optimistisch, was die Zukunft von Open Source angeht, aber zugleich äußern 76 Prozent die Befürchtung, dass die Beteiligung der großen Tech-Unternehmen an Open Source das Vertrauen in die Community untergraben könnte.
  • Dennoch wollen 78 Prozent, wo immer möglich, von proprietären zu Open- Source-Software migrieren.

Ein Hindernis hierbei ist, wie heute generell im IT-Business, ein Mangel an verfügbaren und kompetenten IT-Arbeitskräften. So bestätigen 30 Prozent der IT-Führungskräfte einen Mangel an Open-Source-Fähigkeiten auf dem Markt.

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Über den Autor

 Ulrike Ostler

Ulrike Ostler

Chefredakteurin Datacenter-Insider, Vogel IT-Medien GmbH/ DataCenter-Insider