Plug-and-Play-Module verbannen RZ-Paradigmen ins Reich der Mythen

Microsoft macht es vor: Der Computer ist das Rechenzentrum

| Redakteur: Ulrike Ostler

In den jüngeren Rechenzentren von Microsoft finden sich so genannte „pre-assembles components”, also halbfertige Rechenzentrums-Blöcke, auch „ITPACs genannt“.
In den jüngeren Rechenzentren von Microsoft finden sich so genannte „pre-assembles components”, also halbfertige Rechenzentrums-Blöcke, auch „ITPACs genannt“. (Bild: Microsoft)

„Der Computer ist das Rechenzentrum.“ Das ist Vision und Strategie, die hinter dem Modulkonzept für die Microsoft-Rechenzentren stecken. Denn die Datacenter-Zukunft versteckt sich nicht mehr hinter Beton und im Doppelboden, unterkühlten IT-Räumen und Redundanz für Hochverfügbarkeit, sondern erstrahlt in Software und frischer Luft. Das funktioniert und kostet viel weniger als das bisherige Rechenzentrums-Design. Microsoft macht es vor.

Frank Koch stellt alles auf den Kopf. Nichts, was bisher ein hoch-verfügbares Rechenzentrum ausmachte, soll noch gelten, weder die doppelt und dreifach gesicherte Kühlung, noch die Redundanz der IT-Komponenten, vom Server bis zur Stromversorgung und kompletter Rechenzentren beispielsweise.

Allerdings spinnt sich Koch das nicht zu Recht; denn der Infrastructure Architect bei Microsoft kann auf eine erfolgreiche, noch lange nicht abgeschlossene Entwicklung bei seinem Arbeitgeber verweisen. Und er ist bereit, die Erfahrungen, die Microsoft gemacht hat, zu teilen.

Während Enterprise-Rechenzentren derzeit eher die Tendenz haben, durch Konsolidierung, Co-Location, Managed und Cloud-Services zu schrumpfen, haben Cloud-Anbieter, zu denen Microsoft zählt, das Problem, dass ihre wachsen, wachsen, wachsen.

Das Urteil lautet: Unwirtschaftlich!

Eine typische Datacenter-Größe nimmt mehr als elf Fußballfelder ein – ein Cloud-Rechenzentrum hat locker 65.000 Quadratmeter und mehr. Die Kosten belaufen sich auf 10 bis 15 Millionen Dollar pro Megawatt. Und die Bauzeit, vom Design bis zur Inbetriebnahme beträgt etwa 18 bis 24 Monate. Um es einmal umgangssprachlich zusammenzufassen: Das ist suboptimal.

„Das Problem besteht darin, dass erst einmal viel Geld geflossen ist für die unterbrechungsfreie Stromversorgung, Diesel und Verkabelung, aber lange noch kein Geld mit dem Rechenzentrum verdient werden kann“, erläutert Koch. Microsoft kann in der Regel die zusätzlichen Kapazitäten innerhalb von zwölf Monaten vermieten.

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Damit dauert die Bauzeit länger als der Verkauf. Zudem besteht ein gewisses Risiko, das Kunden für bereits gebuchte Baugruppen abspringen.

Was ist eine RZ-Modul?

Ganz anders verhält es sich in den Rechenzentren, in denen ein Modulkonzept zum Einsatz kommt. Koch vergleicht diese RZ-Bauweise mit der von Fertighäusern. Die bestellten, fertigen Elemente werden vor Ort nur noch zusammengefügt. Bauzeit und Preis sinken.

Dabei versteht Koch unter Modulen nicht nur komplette 40-Fuß-Schiffscontainer, die ein Rechenzentrum füllen. Auch Racks, Rack-Reihen wie sie hierzulande etwa Rittal liefere, seien vorgefertigte Rechenzentrumsmodule. Damit lassen sich auch kleine Server-Räume, im Keller beispielsweise, modularisieren.

Bei Microsoft allerdings kauft man 400 bis 2500 Server „en block“, erläutert Koch. Derzeit kommen sie als „pre-assembled components“ (PACs), also IT und Facility als bereits konfigurierte Module (siehe: Abbildung 3). Die Schnittstellen etwa für die Datenkabel, die Stromzufuhr und die Kühlung, sind von Microsoft festgelegt, so dass die Module standardisiert und von verschiedenen Herstellern, etwa Dell und HP, geliefert werden können. Vor Ort müssen sie nur noch an den festgelegten Standorten platziert werden.

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Ja aber auch Software insbesondere die von MS neigt dazu sich aufzuhängen gerne mit Neustart bin...  lesen
posted am 05.04.2015 um 23:33 von Unregistriert

Der Artikel gefällt mir sehr. Mit dieser Technik kann man endlich Energie sparen, und den...  lesen
posted am 24.07.2012 um 06:12 von Unregistriert


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