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Die RZ-Kosten sinken um die Hälfte
„Sehen alle Racks, beziehungsweise Module gleich aus, vereinfacht das die Arbeit der RZ-Betreuer erheblich“, macht Koch auf einen weiteren Vorteil der Standardisierung aufmerksam. Nach Messungen von Microsoft verkürzen die diversen ITPACs die Konstruktionsdauer eines Rechenzentrums deutlich, so dass auch die Kosten um 50 bis 60 Prozent sinken, und zwar über die gesamte Lebensdauer einer Anlage (siehe: Abbildung 4 und 5).
Das liegt unter anderem daran, dass in traditionell gebauten Rechenzentren die Facility-Kosten schneller steigen als die Aufwände für die Informationstechnik. Das Modulkonzept bricht mit diesem Trend. Hier kommt beispielsweise die extrem standardisierte Hardware beispielweise ohne Lüfter aus.
Die entsprechende Kühlung liefern entweder Chassis, sind in Container integriert, werden drauf gesetzt oder im Fall von Evapuration-Modulen seitlich den IT-Einheiten dazu gesellt (siehe. Abbildung 3 unten).
Der Energieverbaruch schrumpft drastisch
Im direkten Kostenvergleich (siehe: Abbildung 6) lässt sich erkennen, dass sich die prozentualen Anteile verschieben. Der Anteil, der für mechanische Komponenten (im Wesentlichen die Kühlung und der Generator) im Datacenter aufgewendet werden muss, beträgt bei herkömmlicher Bauweise 16 Prozent, in den Modul-Rechenzentren nur noch 8 Prozent.
Rund 51 Prozent der Kosten in einem herkömmlichen Rechenzentrum entfallen auf die Energiebereitstellung und den Energieverbrauch. In modular gebauten Rechenzentren sind es 48 Prozent der Kosten.
Anders ausgedrückt, 80 Prozent der steigenden Kosten hängen am Energiebedarf. Von daher sind alle Maßnahmen, vor allem, aber nicht nur die Kühlung, interessant, die den Verbrauch beschränken. Die jüngsten Cloud-Rechenzentren von Microsoft haben je nach Standort einen Energie-Effizienz-Wert (PUE = Power Usage Effektivness) von 1,05 bis 1,2 (siehe: Abbildung 7).
Frischluft für die Hardware
- Microsoft setzt auf freie Kühlung, künftig gar ohne zusätzliche Kühlanlagen, also Aggregate oder adibiatische Kühlung.
- auf offline-Technik für UPS-Anlagen (UPS = Uninterruptible Power Supply)
- auf eine höhere Temperatur im Server-Raum
- auf ein aktives Energie-Management
- und auf Software statt Redundanz der Komponenten.
Die Maßnahmen hat der Softwarekonzern nicht in allen Rechenzentren, auf einmal und in der gleichen Art und Weise umgesetzt. Doch spricht Koch von einer vierten Phase, in die die Rechenzentrumsevolution geführt habe (siehe: Abbildung 8). Kost stellt vier Rechenzentren an vier verschiedenen Standorten vor.
Am Standort Chicago habe Microsoft ausprobiert, welche Vorteile und Nachteile die Bestückung mit Containern bietet, erläutert Koch. Insgesamt stehen dort 65 Doppel-Container, je zwei sind aufeinander gestapelt, mit je 1.000 bis 2.500 Computern. Die Kühlung liefern Kompressoren und Luft.
Es gibt je einen Mittel- und einen Seitengang für die RZ-Betreuer. Die Nachteile sind schnell geschildert: Die Container sind schwer und die Lieferung kann nur mit Spezialgerät erfolgen. Zudem reicht der freie Raum für eine reine Frischluftkühlung nicht, so dass der PUE-Wert noch zu hoch erscheint.
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