Auf dem Weg zu Multi-Gigawatt-Fabriken Meta nutzt Zelt-Datacenter im KI-Wettlauf

Von Daniel Schrader 2 min Lesedauer

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Im Wettlauf um den Aufbau von KI-Infrastrukturen setzt Meta auf temporäre Rechenzentren in witterungsfesten Zelten. Mindestens in einem Datacenter-Campus in Ohio werden Bahnen für GPU-Serverreihen bereits aufgezogen.

Symbolbild: Meta nutzt Zeltstrukturen für KI-Workloads bereits heute, während permanente Multi-Gigawatt-Datacenter gebaut werden. (Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Symbolbild: Meta nutzt Zeltstrukturen für KI-Workloads bereits heute, während permanente Multi-Gigawatt-Datacenter gebaut werden.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Mark Zuckerberg hat auf seiner Plattform „Threadsbestätigt, dass Meta an „mehreren Multi-Gigawatt Clustern“ für KI-Workloads (Künstliche Intelligenz) arbeitet. Ein erstes Großrechenzentrum mit dem Codenamen „Prometheus“ soll bereits 2026 in Betrieb gehen. Der 5-Gigawatt-Komplex „Hyperion“ (flächenmäßig annähernd so groß wie Manhattan) soll folgen.

Laut Informationen des technischen Marktforschungsunternehmens Semianalysis auf Grundlage von Satellitenbildern wartet Meta nicht bis zur Fertigstellung der Gebäude ab, sondern errichtet stattdessen temporäre Zeltinstallationen für die Inbetriebnahme eines Teils der GPU-Cluster. Zum Einsatz kommen dabei Großzelte auf leichten Gerüsten, umgeben von schlüsselfertigen Modulen für Stromversorgung und Kühlung, Dieselgeneratoren wie auch andere Notstromanlagen seien auf den Aufnahmen nicht ersichtlich.

Zelt-Datacenter entsteht in New Albany

Zu der genauen Lage der gesichteten Zelt-Datacenter macht Semianalysis keine Angaben, ein Meta-Sprecher bestätigte aber gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Fast Company, dass „Schnelleinsatzstrukturen“ aus Aluminiumgerüsten und wasserdichtem Stoff mindestens auf der Baustelle des Multi-Gigawatt-Rechenzentrums in New Albany, Ohio, zum Einsatz kommen.

Auch der Meta-Gründer und CEO selbst bestätigte schließlich die Berichte in einem Video-Interview mit The Information. „Wir haben ein sehr starkes Infrastruktur-Team, das innovative Arbeit zum Aufbau von Rechenzentren leistet“, so Zuckerberg. „Ich wollte nicht, dass sie vier Jahre zum Bau von Betongebäuden brauchen. Also haben wir eine neue Methode entwickelt, wo wir wasserresistente Zelte aufbauen und Netzwerke und GPU-Cluster in diesen installieren, um schneller zu sein“. Zugleich gehen die Arbeiten an Prometheus und Hyperion laut Zuckerberg rund um die Uhr voran.

„Um klar zu sein: das sind keine alte Pfadfinderzelte“, betont James Robertson, Datacenter-Spezialist und VP beim Infrastruktur-Dienstleister Mission Critical. „Sie sind extrem stabil, effizient bei der Luftkühlung... und absolut grauenhaft, wenn man darin arbeiten soll".

Da auch noch andere Probleme wie „Feuchtigkeit, unzureichende Erdung und Sicherheitsbedenken“ hinzukämen, will Robertson anderen Betreibern „diese Strategie nicht empfehlen“. Bei der Umsetzung des experimentellen und rapiden Ansatzes würde man unweigerlich vielerlei „Dinge kaputtmachen“ – etwas, was sich (nur) Meta leisten könne und wolle.

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