Tag 3: Interview der neuen Suse-Chefin mit DataCenter-Insider

Melissa Di Donato wird neuer CEO von Suse

| Autor: Ulrike Ostler

Melissa Di Donato ist der neue CEO von Suse. Nicht einmal eine Woche im Job, stellt sie sich bei den Lesern von DataCenter-Insider vor.
Melissa Di Donato ist der neue CEO von Suse. Nicht einmal eine Woche im Job, stellt sie sich bei den Lesern von DataCenter-Insider vor. (Bild: Kurt Rebry Photo)

Als erste Frau in der Unternehmsgeschichte übernimmt Meslissa Di Donato am 5. August 2019 die Rolle vom jetzigen Suse-CEO Nils Brauckmann. Es soll eine neue Phase des globalen Wachstums und der dynamischen Weiterentwicklung folgen. Di Donato jedenfalls ist schnelle Erfolge gewohnt. Sie stellt sich den Lesern vor.

Di Donatos erfolgreiche Karriere umfasst Führungspositionen in Vertrieb, Organisation und Management mit einem Fokus auf hohes Wachstum und Transformation. Vor ihrem Wechsel zu Suse war sie Chief Operating Officer und Chief Revenue Officer bei SAP und verantwortlich für den weltweiten Umsatz und Gewinn sowie für die Kundenzufriedenheit bei den digitalen Kernprodukten. Unter anderen hat sie den Schritt von SAP in die Cloud begleitet.

Vor ihrer SAP-Karriere hat sie in leitenden Positionen bei Salesforce inne, steig ein als Software als Service noch kein Vorbild für andere Hersteller war. Für ihren Beitrag zum Wachstumserfolg der weltweiten Organisation wurde sie unter anderem mit dem „Digital Masters Award for Excellence in Commercial Management 2018“ ausgezeichnet.

Di Donato ist hoch geschätzt für ihren vorausschauenden, strategischen Führungsstil und ist eine passionierte Befürworterin der Vielfalt am Arbeitsplatz. Das belegt ihr Engagement als Vorsitzende des Technologie-Ausschusses des 30-Prozent Club – einer Organisation, die bis 2020 einen 30-prozentigen Anteil von Frauen in den Vorständen der 100 größten börsennotierten US-Unternehmen (S&P 100) durchsetzen will. Sie hat weitere herausragende Rollen in anderen Organisationen und Gesellschaften inne, unter anderem bei der Venture Capital Gesellschaft Notion Capital und als Kuratorin für die Wohltätigkeitsorganisation Founders4Schools.

Eines hat sie jedoch nicht: Erfahrungen im Open-Source-Business. Im Podcast von DataCenter-Insider erläutert sie, wie sie sich den Umgang mit der Community und die weitere Entwicklung von Suse vorstellt. Dazu sei es wesentlich Vertrauen zu gewinnen und zu verdienen.

Podcast: „Interview mit Suse-CEO Melissa Di Donato“

Open Source in der Datacenter-Administration,Teil 1 „Suse steht an der Schwelle eines historischen Umbruchs, jetzt da Open Source-Software zum kritischen Teil der zentralen Strategie aller erfolgreichen Unternehmen geworden ist“, Melissa Di Donato.
Di Donato ist eine Karrierefrau mit großem Engagement und vielen Erfolgen, doch für eine Open Source Company hat sie noch nie gearbeitet. Was hat sie vor? (PDF | ET 26.07.2019)

Podcast anhören »

Di Donato: „Es ist für mich die höchste Ehre, Suse in seine nächste Phase des beschleunigten Wachstums und der weiteren Unternehmensentwicklung zu leiten.“ Suse stehe an der Schwelle eines historischen Umbruchs, jetzt da Open Source-Software zum kritischen Teil der zentralen Strategie aller erfolgreichen Unternehmen geworden sei.

Zudem sei Suse nun die größte unabhängige Open-Source-Company, da Red Hat nun zu IBM gehöre. „Wir sind gut positioniert, um als klarer Leader aus diesem Umbruch hervorzugehen, dank unserer Expertise, unsere Kunden in ihrem eigenen Tempo durch die digitale Transformation zu führen, mit agilen Open Source-Lösungen für Unternehmen vom Edge-to-Core-to-Cloud.“

Di Donato wirkt dynamisch, engagiert - amerikanisch. Die Suse-Kunden sind loyal, und schätzen am Projekt-Management und den Enterprise-Produkten Eigenschaften, die als typisch deutsch gelten, auch wenn das Unternehmen längst ein internationales Business ist und viele Mitarbeiter und Kulturen integriert: keine Schnellschüsse, gut durchdacht, funktionsfähig.

Die neue Suse-Chefin ist schnelle Erfolge gewohnt.
Die neue Suse-Chefin ist schnelle Erfolge gewohnt. (Bild: Suse)

Di Donato sagt: „Unverwechselbar ist unsere Fähigkeit, einen echten Mehrwert zu liefern: für die Community, unsere Kunden, Partner und Aktionäre – die gemeinsam das Fundament des Erfolgs von Suse gebildet haben. So aufregend und stark Wachstum und Innovation in den vergangenen Jahren auch waren, jetzt legen wir richtig los.“

Zugleich muss sie Stabilität vermitteln. Das Unternehmen wurde 1992 in Fürth gegründet. 1998 wurde Nürnberg Unternehmenssitz. Im November 2003 gab Novell bekannt, dass die Suse Linux AG zum Preis von 210 Millionen Dollar übernommen wird, ein Schritt den die Community gar nicht mochte. Der Firmensitz wurde nach Massachusetts verlagert.

Novell wurde 2011 Eigentum der Attachmate Group und der Firmensitz wanderte zunächst nach Nürnberg zurück. Doch dann kaufte Micro Focus 2014 Attachmate und verlagerte den Firmensitz wiederum nach Cambridge, Massachusetts.

Während seiner Zeit als CEO von Suse hat Nils Brauckmann das Unternehmen acht Jahre in Folge geprägt: Dazu gehört trotz der Aufkäufe ein anhaltendes Wachstum und stetige Expansion, einschließlich eines erheblichen Zuwachses mit rekordbrechendem Umsatz im Fiskaljahr 2018. Schließlich führte er das Unternehmen in die Eigenständigkeit zurück. Firmensitz in derzeit Nürnberg.

Nun sieht er den geeigneten Zeitpunkt die Unternehmensleitung weiterzugeben: „Jetzt, da wir dieses Kapitel in Suses Unternehmensentwicklung abgeschlossen haben, gibt es für mich keinen besseren Zeitpunkt, die Geschäftsleitung an Melissa Di Donato weiterzugeben. Sie ist eine erfahrene Expertin für dynamische Unternehmensentwicklung und viele ihrer Erfolge waren im Subskriptionsgeschäft im Bereich der schnell wachsenden Cloud-Umgebungen.“

Gestützt wird das durch den Investor EQT, eine Investmentfirmen mit einem Anlagekapital von mehr als 61 Milliarden Euro. Melissa Di Donato lebt in Großbritannien und wird am 5. August 2019 als erste Frau die CEO-Rolle bei Suse übernehmen.

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46047834 / Anwendungen)