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Leserbrief - Diskutieren Sie mit! Meilensteine der Rechenzentrumstechnik

| Autor / Redakteur: Waldemar Sommerfeld / Ulrike Ostler

Mit Interesse habe ich Ihren Artikel „Fünf Meilensteine der Rechenzentrumstechnik“ gelesen. Allerdings stimme ich der angegebenen Zeitleiste nur für die Firma Schneider Electric zu.

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Batterien sind eine Schwäche in den Anlagen zur Unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV). Dieser ist zu heiß geworden.
Batterien sind eine Schwäche in den Anlagen zur Unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV). Dieser ist zu heiß geworden.
(Bild: Hawker GmbH/ Verlag Bau + Technik)

Auf Grund meiner beruflichen Tätigkeit habe ich für einige der angeführten Meilensteine einen anderen Zeitmaßstab: Ich war seit 1972 bis 1990 bei einer „damals“ großen EDV-Firma in Paderborn mit der Installationsvorbereitung, einschließlich Infrastruktur befasst und wechselte danach zu einer Schweizer Firma mit Planungs- und Bauabteilung, die sich ausschließlich mit Rechenzentren, von der Begutachtung bis zu Planung und Bau, befasste. Doch nun zu den Meilensteinen ("Fünf Meilensteine der Rechenzentrumstechnik"):

Modulare USV-Systeme

Solche Systeme wurden schon in den frühen 80er Jahren in den USA angeboten. Die Leistungseinschübe konnten während des Betriebs ausgetauscht werden. Der Leistungsumfang betrug 5 bis 120 Kilovolt-Amper (kVA). Der Wirkungsgrad war nach heutigen Maßstäben aber schlecht.

Schwungmassenspeicher gelten als Alternative zur Batterien; hier: der Aufbau des Piller-Systems "Powerbridge" mit niedriger Drehzahl.
Schwungmassenspeicher gelten als Alternative zur Batterien; hier: der Aufbau des Piller-Systems "Powerbridge" mit niedriger Drehzahl.
(Bild: Piller Germany GmbH & Co. KG/ Verlag Bau + Technik)
Der große Nachteil solcher Anlagen sind mit Einschränkung auch heute noch, trotz verbessertem Leistungsfaktor, die Batterien (siehe auch: "Batterien für Datacenter sind Sensibelchen") – und zwar aus folgenden Gründen:

  • Die garantierte Lebensdauer setzt bestimmte Umgebungstemperaturen voraus.
  • Bei Aufstellung im Rechnerraum lassen sich diese Bedingungen nicht einhalten.
  • Die Batterien sind nicht redundant vorhanden und vorgesehen.
  • Ein Austausch aller Batterien ist alle 3 bis 5 Jahre erforderlich, erzeugt also hohe Kosten.

Reihenklimageräte

Der Einsatz von Reihenklimageräten ist eigentlich eine sinnvolle Installationsweise, da die Wärme direkt am Entstehungsort abgeleitet wird. Allerdings hat man in den 80er Jahren, als Großrechner noch wassergekühlt wurden, auf Grund von möglichen Leckagen die wasserführenden Leitungen aus den Rechnerräumen verbannt. Heute führt man gerade die damals als unsicher eingestufte Kühlung wieder in die Rechenzentren und IT-Räume ein. Auf mögliche Gefährdungen wird jedoch in diesem Zusammenhang nicht hingewiesen, als da sind:

  • In Hochsicherheitsbereichen (RZ-Raum) sollen keine betriebsfremden Mitarbeiter, also: Wartungs- und Service-Personal, beschäftigt sein.
  • Wasserführende Leitungen sollten doppelwandig sein und auf Leckagen überwacht werden.
  • Der Doppelboden sollte ein Gefälle zu einem Pumpensumpf aufweisen und Wassereinbrüche detektiert werden.
  • Anfallendes Kondensat ist ebenfalls sicher abzuleiten.

Einhausungen

Für die Einhaltung der Umgebungsbedingungen der DV-Geräte ist eine Einhausung, Warm- oder Kaltgang, recht sinnvoll. Allerdings wird auch hier nicht über Risiken gesprochen, zum Beispiel die Brandlöschung mit einem Löschgas. Folgendes aber muss beachtet werden:

  • Branddetektion für den gesamten Raum oder nur je Einhausung
  • Löschung des gesamten Rechnerraums oder nur je Einhausung
  • Je nach Löschung muss die Löschkonzentration mindestens 15 Minuten aufrechterhalten werden. Dies erfordert eventuell eine entsprechende Schottung der Einhausung gegen den Raum.

DCIM-Software

Der Einsatz einer solchen Software entlastet den DV-Mitarbeiter und ist daher grundsätzlich als sinnvoll anzusehen.

Rechenzentrums-Container

Rechenzentrums-Container wurden schon in den frühen 90er Jahren von diversen EDV-Herstellern angeboten. Allerdings …

  • Der Einsatz war der Notfallvorsorge vorbehalten.
  • Entsprechende Stelleflächen müssen auf dem Betriebsgelände vorgehalten werden.
  • Für die rasche Betriebsübernahme muss die erforderliche Infrastruktur in verschlossenen Anschlusskästen bereitgestellt werden, also beispielsweise Elektro- und Datenverbindungen.

(ID:40354370)