Am runden Tisch ist es im Vorfeld des „DataCenter Strategy Summit 2026“ um vielfältige Themen gegangen, die irgendwie alle mit KI für und im Rechenzentrum zu tun hatten: vom Storage-Chips-Engpass über Liquid Cooling bis hin zur Frage nach Post-Quantum-Sicherheit: Der Einzug von KI-Workloads zwingt die Branche vielfältig, Infrastruktur und Architektur neu zu denken.
Der Programmbeirat traf sich bei Vogel IT-Medien in Augsburg. Hinten V.l.: Christian Richter-Ferenczi (Hess. Ministerium für Digitales), Florian Wanner (Kite Consult), Eva Kanzler (Vogel IT-Akademie), Christian Zipp (nexSpace Datacenter), Erwin Breneis (HPE), Ronald Weise (Bechtle), Roland Wagner (GePlan). Vorne V.l.: Katharina Rimkus (Vogel IT-Akademie), Paula Breukel und Ulrike Ostler (DataCenter-Insider), Franziska Magai (Vogel IT-Akademie), Thomas von Wittern (Datahall), Steffen Breiter (Siemens).
(Bild: Vogel IT-Medien)
Die Diskussionsrunde des Programmbeirats bündelte Perspektiven auf Infrastruktur, Kühlung, Hardware-Beschaffung und strategische Zukunftsthemen im Rechenzentrum.
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Die Teilnehmer des Roundtable, der der Vorbereitung des DataCenter Strategy Summit 2026 dient, haben sich sich getroffen, um unter der Moderation von Ulrike Ostler, Chefredakteurin von DataCenter-Insider, das diesjährige Programm zu schärfen. Denn welche Themen treiben den Rechenzentrumsmarkt aktuell tatsächlich um und wo drückt der Schuh? Die Teilnehmer sind Branchenvertretern aus Betrieb und Planung, aus Industrie und Integration sowie aus Politik und Redaktion.
Mit dem Einzug rechenintensiver KI-Workloads entstehen für Rechenzentren Herausforderungen auf infrastruktureller und regulatorischer Ebene. Im Zentrum stehen dabei Fragen der Anpassungsfähigkeit von Rechenzentren und rund um Umwelt, Kühlung, Hardware-Lieferketten, Stromversorgung. Besonders deutlich wurde diese Dynamik am Beispiel der Hardware- und Investitionsplanung.
Hardware: Beschaffung, Abschreibung, Marktdynamik
Wie stark diese Veränderungen in die wirtschaftliche Realität eingreifen, zeigte die Diskussion zur Hardwarebeschaffung und Investitionsplanung. Florian Wanner, Geschäftsführer von Kite Consult, erläutert zum Beispiel, dass der Markt für leistungsfähige KI-Beschleuniger und Storage-Chips derzeit von enormer Nachfrage geprägt ist. Hyperscaler sichern sich große Kontingente langfristig, was zu Lieferengpässen führe und die Preis- und Kapazitätsplanung für Betreiber erschwere. Das beobachtete ebenfalls Ronald Weise von Bechtle.
Gleichzeitig stehen Betreiber mit klassischen Abschreibungsmodellen unter Druck: Während Hardware-Investitionen üblicherweise über einen Zeitraum von rund fünf Jahren kalkuliert werden, wie Wanner schildert, verkürzen sich die technischen Innovationszyklen von GPUs und anderen Akzeleratoren im KI-Umfeld drastisch. Leistungssteigerungen innerhalb von zwölf bis 18 Monaten überholen bestehende Systeme, lange bevor diese in der Bilanz abgeschrieben werden können.
Der Programmbeirat des Data Center Strategy Summits 2026 diskutierte über die aktuellen Herausforderungen für Rechenzentren, von KI-Workloads über Kühlung bis zur Energieversorgung.
(Bild: Vogel IT-Medien)
Thomas von Wittern, Gesellschafter von Datahall, lenkt den Blick von der Hardware auf die Software: Durch Software-Defined Storage könne nach seiner Erfahrung auch eine große Effizienzsteigerung erzielt werden. Ziel sei es, den gesamten Stack auf die infrastrukturellen und architektonischen Anforderungen von KI vorzubereiten.
Hinter allem steht ein massiver Zeitdruck. Rechenzentrumsplaner und IT-Architekten müssen mit den technischen Fortschritten mithalten können. Mit Blick auf die IT-Planung bringt Erwin Breneis, Business Development Manager bei HPE, zudem das Thema Infrastruktur-Blueprints ein. Solche vor geprüften, modularen Infrastruktur-Blueprints können helfen, Planungs- und Genehmigungsprozesse zu beschleunigen.
Kühlkonzepte im Wandel...
Mit der steigenden Leistungsdichte von KI-Systemen rückte auch die Infrastrukturplanung rund um die IT in den Fokus. Klassische Luftkühlung stößt bei hochverdichteten GPU-Clustern an physikalische Grenzen: Daher diskutiert die Roundtable-Teilnehmer intensiv über alternative Kühlkonzepte. Insbesondere über Direct Liquid Cooling und Immersionstechniken. Beide Ansätze versprechen eine effizientere Abführung der Wärmelasten, erfordern allerdings tiefgreifende bauliche Anpassungen bestehender Rechenzentren.
In Deutschland seien die Betreiber bei der Einführung von Immersionskühlung noch zurückhaltend. Vor diesem Hintergrund sei eine Bewertung der Technologien erforderlich, mit Blick auf Standortbedingungen und regulatorischen Anforderungen. Dabei häufig unbeachtet und dennoch möglicherweise ein Killer: Eine Novellierung der PFAS- Vorschriften (PFAS = Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen), die die Dielektrika, die für die Immersionskühlung notwendig sind, betreffen könnten.
...und Energie-Infrastruktur neu gedacht.
Mit der steigenden Leistungsdichte KI-getriebener Systeme rückte auch die Energie-Infrastruktur stärker in den Fokus. Steffen Breiter, Senior Consultant bei Siemens, weist darauf hin, dass klassische Auslegungsparameter hinterfragt werden müssen.
Insbesondere Leistungsschalter und Schutzkonzepte seien unter den veränderten Lastprofilen neu zu bewerten, auch im Hinblick auf Sicherheits- und Brandschutzanforderungen. KI-Workloads führen nach Schilderungen von Breiter auch dazu, dass die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) angepasst werden müsse.
Stand: 08.12.2025
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Vertreter aus Betrieb, Planung, Industrie, Politik und Redaktion diskutierten im Programmbeirat über die drängenden Themen des Rechenzentrumsmarkts.
(Bild: Vogel IT-Medien)
Diskutiert gehört auch die Frage, ob Gleichspannungsarchitekturen perspektivisch Effizienzvorteile bieten könnten. Von Wittern betonte die Wichtigkeit des Themas Gleichstrom mit Blick auf aktuelle Energiekonzepte, Batterietechnologien und Photovoltaik, bei denen sich durch Gleichstrom Verluste reduzieren lassen könnten. Auch auf politischer Ebene werde die Energieversorgung von Rechenzentren forciert diskutiert, sagt Christian Richter-Ferenczi vom Hessischen Digitalministerium.
Rechenzentrumslandschaft in Deutschland
Ulrike Ostler, Chefredakteurin von DataCenter-Insider und Moderatorin der Runde, regte an, den Leerstand von Rechenzentren und den anhaltenden Neubau stärker in den Fokus des DataCenter Strategy Summits 2026 zu rücken. Dazu verwies Christian Zipp, Geschäftsführer von Nexspace, auf den Brownfield-Ansatz, bei dem bestehende Standorte technisch modernisiert und effizienter weiterentwickelt werden.
Vorausdenken: Von Silizium-Photonik bis Quantencomputing
Neben den aktuellen Infrastrukturfragen hat die die Vorbereitungsmannschaft auch Entwicklungen in den Blick, die für Rechenzentren mittel- bis langfristig relevant werden. So spielt am Rand auch die optische Datenübertragung eine Rolle, etwa mit Blick auf steigende Bandbreitenanforderungen in dichten KI-Umgebungen. Im Vordergrund steht für die Praktiker der Runde weniger die Technologie im Mittelpunkt als die Frage, wie sich solche Ansätze in bestehende Architekturen einfügen lassen.
Ulrike Ostler drängte auf das Thema Quantencomputing. Da einige Marktakteure dieses Jahr bereits Durchbrüche im Quantencomputing erzielt haben, und die Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Zeitfenster für die Umsetzung quantensicherer Verschlüsselung gesetzt hat.
Für Künstliche Intelligenz und Quantencomputing braucht es aus Sicht von Wittern vor allem einheitliche politische Rahmenbedingungen. Nur dann lassen sich in Europa tragfähige und wettbewerbsfähige Strukturen aufbauen, statt einzelne Initiativen nebeneinander laufen zu lassen.
Roland Wagner, Niederlassungsleiter Süd bei Geplan Ingenieure, zog zum Abschluss das Fazit, dass Deutschland und Europa schneller entscheiden und ins Handeln kommen müssen, um bei technologischen Entwicklungen stärker selbst den Takt vorzugeben.
Data Center Strategy Summit 2026 in Heidelberg
Der Data Center Strategy Summit 2026 findet am 1. Oktober im Atlantic Hotel Heidelberg statt. Im Mittelpunkt stehen die infrastrukturellen Folgen von Künstlicher Intelligenz für Rechenzentren, von Leistungsdichte und Kühlung bis zur Energieversorgung.
Künstliche Intelligenz verändert Architektur, Betrieb und Ausbau von Rechenzentren.
KI-Workloads verschieben Anforderungen an Kühlung, Stromversorgung, Hardware-Planung und Effizienz.
Liquid Cooling, GPUs und Umbau im Bestand zählen zu den Schwerpunkten der Agenda.
Für Leser gelten vergünstigte Konditionen: Bis einschließlich 31. Mai ist die Teilnahme mit dem Code DSS694-DPT kostenfrei. In der Late-Bird-Phase gilt der Code DSS204-TSK mit diesem Code kostet das Ticket 49 Euro.