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Die Datacenter-Trends 2020, von Colt Data Center Services Mehr Hyperscale, Nachhaltigkeit und neue Hot-Spots für Rechenzentren

| Autor / Redakteur: Jackson Lee* / Ulrike Ostler

Datenintensive Technologien wie 5G, IoT, Machine Learning und Künstliche Intelligenz (KI) fordern die Infrastruktur der Rechenzentren im nächsten Jahr weiter. Die Anbieter müssen flexible Set-Ups bereithalten und neue Kapazitäten aufbauen, wenn sie der hohen Nachfrage nach Speicherkapazitäten gerecht werden wollen. Das ist nur einer der Treiber im Datacenter-Markt.

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Was hält das Jahr 2020 für die Datacenter-Industrie bereit?
Was hält das Jahr 2020 für die Datacenter-Industrie bereit?
(Bild: geralt auf Pixabay )

Colt DCs stellt fünf wesentliche Entwicklungen vor, die die Rechnzentrumsbranche 2020 prägen werden.

1. Je größer, desto besser: Hyperscale bleibt

Im vergangenen Jahr wuchs zwar die Nachfrage nach dezentralen Mikrorechenzentren, gleichzeitig geht der Bedarf an großflächigen, dezentralen Rechenzentren nicht zurück. Hyperscale-Lösungen bleiben auch 2020 ein großes Thema.

Während digitale Unternehmen in neue Märkte expandieren, werden Asien und Europa die Führung bei neuen Hyperscale-Zentren übernehmen. Da es in diesen Regionen eine Vielzahl an Vorschriften und Bürokratie gibt, lohnt es sich meist nicht den Fokus auf kleinere Anlagen zu legen. Das lässt auf eine vielversprechende Zukunft für Hyperscale-Zentren schließen.

2. Stromverbrauch steigt: Nachhaltigkeit wird elementar

Der Klimawandel ist eine der größten Bedrohungen unserer Zeit. Das könnte sich 2020 auch in der Gesetzgebung widerspiegeln und den Markt verändern. Vermutlich wird es Gesetze geben, die eine Ökostromquote beim Neubau von Rechenzentren erfordern. In Folge dessen, wird es schwieriger werden eine Genehmigung für den Bau eines neuen Rechenzentrums zu bekommen. In Holland beispielsweise haben die Gemeinden Amsterdam und Haarlemmermeer die Bauarbeiten eines Rechenzentrums gestoppt. Es war nicht klar, ob der Strombedarf ausreicht und die Öffentlichkeit durch stromfressende Rechenzentrumsanlagen beeinträchtigt wird.

Auch die Einführung von 5G im Jahr 2020 wird einige Herausforderungen in Bezug auf die Stromversorgung mit sich bringen. Schnelleres Internet bedeutet nämlich auch, dass größere Datenmengen auf einmal von A nach B geschickt werden müssen. Erste Erfahrungsberichte zeigen, dass beispielsweise Smartphones bei der Verwendung von 5G mehr Strom verbrauchen.

Auch die Reichweite einer 5G-Basisstation ist gering, somit müssen diese aufgestockt werden. Folglich steigt der Gesamtenergieverbrauch erheblich. Deshalb sind bei Rechenzentren stormsparende Alternativen gefragt.

3. KI: Weiter im Trend aber nicht die Lösung für alles

2019 drehte sich alles um das Thema künstliche Intelligenz. Im Bereich Rechenzentrum ging es darum, wie Anbieter Unternehmen bei der Integration dieser Technologie unterstützen können und wie KI in Anlagen zur Steigerung des Betriebs eingesetzt werden kann. Jedoch haben einige Unternehmen festgestellt, dass es nicht immer die gewünschten Vorteile bringt.

Ein Beispiel: Das Facility-Management erhoffte sich durch den Einsatz von KI eine Entlastung der Ingenieure in der Gebäudetechnik. Das ist und bleibt jedoch leider nicht der Fall. Ingenieure werden weiterhin vor Ort sein müssen, um bestimmte Beurteilungen oder Tests durchführen zu können. KI ist zwar eine fantastische Erweiterung der menschlichen Fähigkeiten, aber weit davon entfernt unabhängig zu arbeiten, geschweige denn, die menschliche Rolle im Facility-Management zu übernehmen.

Stattdessen werden wieder qualifizierte Ingenieure gefragt sein. Diese können sicherstellen, dass KI effektiv in allen Rechenzentren integriert wird, um den Mehrwert für den Endkunden zu erhöhen.

4. Flexible Set-Ups

Datenzentren sind dafür bekannt, resistent gegen Veränderungen zu sein. Im Jahr 2020 muss sich jedoch die Denkweise der Rechenzentrumsanbieter ändern. „Warum etwas ändern, wenn es doch läuft?“ mag sicher eine Option sein, ist aber nicht zukunftsorientiert.

Wer schnelllebige Technologien nicht nutzt, läuft Gefahr das Schlusslicht hinter allen anderen Branchen zu bilden. Ob es nun um die Integration einer neuen Technologie oder die Implementierung eines neuen Designs geht, Anbieter müssen die bestmögliche Lösung für ihre Kunden bereithalten. Und das ist oft mit einer Veränderung der Arbeitsweise verbunden.

5. Neue Hot-Spots: Europa gesättigt, Südostasien im Kommen

Der Rechenzentrumsmarkt wird sich im kommenden Jahr für viele Unternehmen als lukrative Geschäftsmöglichkeit herausstellen. Branchenfremde, wie beispielsweise Immobiliengesellschaften werden sich auf den Neubau von Datenzentren konzentrieren. Auch kleine Rechenzentren, die sich vergrößern wollen, sind attraktiv für Investoren. Infolgedessen wird der ohnehin schon wettbewerbsfähige Markt noch stärker werden.

Regionen, die bis dato nie in Verbindung mit Rechenzentren gebracht wurden, werden in 2020 vielleicht schon einen neuen „Hot Spot“ für Datenzentren bilden. Die USA oder Europa werden den Sättigungspunkt erreichen und lassen neuen Gebieten den Vortritt.

Großstädte mit hoher Bevölkerungszahl und starker digitalen Abhängigkeit erfordern eine hohe Bandbreite an Konnektivität, und werden so zu Zielmärkten. Südostasiatische Länder wie Vietnam, Thailand, Indonesien und sogar Malaysia werden nach Anbietern suchen. Diese Schwellenländer sind gut zu erschließen, da es bisher wenig Einschränkungen durch Vorschriften gibt. Diese Märkte werden sich in Zukunft bei „Vor-Ort-Anlagen“ bedienen können, anstatt auf Lösungen der Nachbarländer zurück greifen zu müssen.

* Jackson Lee ist Vice President of Corporate Development bei Colt DCS.

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