IDC-Studie: Canon und Epson stellen die Dominanz von HP in Frage

Markt für Großformat-Drucker dümpelt so dahin

| Autor: Ludger Schmitz

Plakate sind ein typischer Job für Großformatdrucker.
Plakate sind ein typischer Job für Großformatdrucker. (Bild: RBO Inc.)

Die Nachfrage ist da, aber die Umsätze stagnieren. Die Marktforscher von IDC erkennen für die Anbieter keine Hoffnungszeichen auf bessere Geschäfte. Anwender aber können auf günstigere Preise setzen.

Das Massengeschäft mit Druckern läuft mit Privatanwendern und Bürosystemen für größeren Papierdurchsatz. Aber es gibt eine Menge Anwendungen, die mit dem üblichen Format DIN A4 oder A3 nicht auskommen. Für CAD und das Bedrucken von T-Shirts beispielsweise braucht es – anders als beim Bedrucken von Stoffbahnen – keinen Druck mit durchsatzstarken Rotationsmaschinen, sondern Geräte für kleine Auflagen. Das ist der klassische Markt der Großformatdrucker, Druckbreite ab etwa DIN A0, dessen Entwicklung sich IDC in einer Kurzanalyse angeschaut hat.

Die Krise in Osteuropa lähmt den Markt

In der Region Zentral- und Osteuropa, Naher Osten und Afrika (in IDC-Abkürzung CEMA) sind demnach 2017 zwar 8,1 Prozent mehr „Large Format Printer“ (LFP) ausgeliefert worden als ein Jahr zuvor; es waren rund 40.000 Geräte. Aber das ergab einen Umsatz von 305 Millionen Dollar, sogar 0,4 Prozent weniger als 2016. Der Grund besteht nicht nur darin, dass die Systempreise sinken. Laut IDC gab es weit weniger Installationen neuer High-end-LFPs.

Für Zentral- und Osteuropa meldet IDC für 2016 auf 2017 ein Wachstum von 6,3 Prozent bei der Zahl der Drucker, aber nur ein Prozent bei deren Marktwert. Das Wachstum bei der Zahl der abgesetzten Geräte erklären die Marktforscher mit einem anhaltenden Nachholbedarf, es hätte allerdings viel höher ausfallen können. Bremsend wirkte sich die Wirtschaftskrise in den Osteuropäischen Staaten Kasachstan, Russland, Ukraine und kleineren ehemaligen UdSSR-Ländern aus. Im zentraleuropäischen Markt lieferten sich die Anbieter einen Preiskampf, der die Umsätze weiter schrumpfen ließ.

HP an erster Stelle – Canon und Epson holen auf

Marktführer ist mit Abstand HP; deren Firma-Label klebt auf fast jedem zweiten Großformatdrucker (siehe Grafik). Mit schon deutlichem Abstand und 27 Prozent Marktanteil folgt Canon auf dem zweiten Platz. Beide decken also drei Viertel des Marktes ab. Epson auf Rank 3 kommt auf 11 Prozent der Geräteauslieferungen. Bei HP stagnierten aber die Umsätze, während Canon und Epson jeweils ein Umsatzplus von mehr als 17 Prozent erzielten.

Die dominierende Technik ist der Druck mit wasserhaltigen Farben. Dass solche Geräte noch die besten Umsatzergebnisse zeigen, erklären die IDC-Analysten allerdings mit eher schwachen Umsatzzahlen dieses Segments im Jahr 2016.

Im Vergleich zu Europa lief es für die Anbieter im Nahen Osten noch krasser. Dort gab es zwar rund 14 Prozent mehr Stückzahlen, aber einen Umsatzrückgang um fast fünf Prozent. Auch hier sind Preiskämpfe und schlechte Umsätze bei den High-end-Maschinen die Gründe. Nur in Afrika stiegen Auslieferungszahlen und Umsätze, nämlich um 5,7 beziehungsweise 6,2 Prozent. Aber insgesamt ist dieser Markt zu klein und zu arm.

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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