Jetzt baut der Energieversorger selbst Mainova Webhouse plant ersten Rechenzentrums-Campus

Redakteur: Ulrike Ostler

Der lokale Energieversorger aus Frankfurt am Main, die Mainova AG, bekommt ein neues Geschäftsfeld. Die 100-prozentige Tochter Mainova Webhouse GmbH & Co. KG wird zukünftig Rechenzentren entwickeln, betreiben und an Unternehmen vermieten.

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Vom Energielieferanten zum Rechenzentrumsplaner: Die Mainova-Tochter Webhouse entwickelt ihr erstes Rechenzentrumsareal.
Vom Energielieferanten zum Rechenzentrumsplaner: Die Mainova-Tochter Webhouse entwickelt ihr erstes Rechenzentrumsareal.
(Bild: ©Mainova AG)

Im Rahmen des Geschäftsfeldaufbaus wurden inzwischen erste mögliche Standorte geprüft. Nun steht ein erstes Areal fest: Im Frankfurter Stadtteil Seckbach soll ein Rechenzentrums-Campus mit einer Rechenzentrumsfläche von rund 10.500 Quadratmetern und einer IT-Last von insgesamt rund 30 Megawatt entstehen.

Der Mainova-Vorstandsvorsitzende Constantin Alsheimer sagt dazu: „Rechenzentren sind ein weltweiter Wachstumsmarkt. Als zentrales Element der digitalen Infrastrukturen sind sie eine Grundvoraussetzung für die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Insbesondere in Frankfurt als Hauptstadt des Internets mit dem weltweit größten Internet-Knoten wächst der Bedarf an Rechenzentren stetig.“

Bisher gehören die Rechenzentren, insbesondere die Co-Location-Betreiber in Frankfurt und angrenzenden Gebieten zu den größten Stromkunden. Nun fügt Alsheimer seinen Ausführungen hinzu: „Mit unserem Rechenzentrums-Campus greifen wir diese große Nachfrage auf und nutzen die Marktchancen. Dabei steht für uns auch eine nachhaltige Energieversorgung im Fokus.“

Die Nutzung der Datacenter-Abwärme

So werde der neue Campus eine hohe Energie-Effizienz aufweisen und ausschließlich mit Ökostrom versorgt werden. Außerdem kündigt der Vorstandsvorsitzende an: „Zudem wollen wir die sonst ungenutzte Abwärme aus den Rechenzentren für die Wärmeversorgung des Campus selbst sowie nahe gelegener Gebäude einsetzen. Damit leisten wir einen Beitrag zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele unserer Kunden sowie unseres eigenen Unternehmens.“ Derzeit erfolgt das baurechtliche Verfahren für den Rechenzentrums-Campus.

Um den kommenden Herausforderungen gerecht zu werden und erfolgreich im Markt agieren zu können, verstärkt Mainova Webhouse ferner die Geschäftsführung: Zum 1. November 2021 wird Oliver Schiebel neben Ewald Winter neuer Geschäftsführer der Mainova Webhouse Management GmbH, die geschäftsführend für die Mainova Webhouse GmbH & Co. KG tätig ist.

Ein weiterer Geschäftsführer

Oliver Schiebel war lange Jahre für renommierte Unternehmen in der Branche der digitalen Infrastruktur tätig. Er verfügt über eine umfangreiche Expertise in Bau, Entwicklung und Betrieb von Rechenzentren und ist zudem Vertriebsexperte. Neben der langjährigen Tätigkeit in der Rechenzentrumssparte konnte der 42-Jährige zuvor in der Telekommunikationsbranche Erfahrungen sammeln und versteht die Bedeutung Frankfurts als digitalem Knotenpunkt.

Oliver Schiebel wurde in Schweinfurt geboren und lebt mit seiner Familie nahe Frankfurt in der Stadt Langen.
Oliver Schiebel wurde in Schweinfurt geboren und lebt mit seiner Familie nahe Frankfurt in der Stadt Langen.
(Bild: Mainova AG)

Darüber hinaus ist Schiebel unter anderem Mitglied des Vorstands der German Datacenter Association e.V. (GDA), ein Zusammenschluss von Betreibern und Inhabern von Rechenzentren (siehe: „Nachhaltigkeit und Förderpreise, Die German Datacenter Association stellt sich neu auf“.

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