Strom für die Rechenzentren in Frankfurt am Main

Mainova: „Ein Versorgungsengpass besteht aktuell nicht“

| Autor / Redakteur: Harald Lutz / Ulrike Ostler

Joachim Schwenk ist Bereichsleiter Netzwirtschaft bei der NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH und äußert sich zur Versorgungssicherheit mit Strom für die Frankfurter Rechenzentren.
Joachim Schwenk ist Bereichsleiter Netzwirtschaft bei der NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH und äußert sich zur Versorgungssicherheit mit Strom für die Frankfurter Rechenzentren. (Bild: Mainova)

Rechenzentren machen schon heute etwa 20 Prozent des Frankfurter Stromverbrauchs aus. Sie sind damit der größte Abnehmer – noch vor dem Flughafen. Angesichts der zunehmenden Digitalisierung steigt ihr Energiebedarf weiter. Autor Harald Lutz fragt beim lokalen Energieversorger Mainova nach, ob es in der Versorgung der Rechenzentren vor Ort bereits zu Engpässen kommt.

Joachim Schwenk, Bereichsleiter Netzwirtschaft bei der NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH, erläutert auf Nachfrage von DataCenter-Insider (Das Statement ist redaktionell leicht bearbeitete und etwas gekürzt):

Für die Betreiber der Rechenzentren ist die sichere Stromversorgung entscheidend. Die Mainova AG als größter Energieversorger Hessens gewährleistet mit ihrem Netzbetreiber NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH den zuverlässigen Betrieb des Frankfurter Stromnetzes. Dieses ist in puncto Versorgungszuverlässigkeit europaweit Spitze und lag mit rund neuneinhalb Minuten durchschnittlicher Unterbrechungsdauer im vergangenen Jahr deutlich unter dem bundesweiten Mittel von rund 15 Minuten.

Ausschlaggebend dafür ist ein auf drei Säulen ruhendes Versorgungskonzept. Säule Nummer eins ist die optimierte Netzarchitektur. Ringnetzstrukturen im Mittelspannungsbereich sorgen dafür, dass beispielsweise im Falle eines Kabelfehlers eine Wiederversorgung mit Strom innerhalb kürzester Zeit erfolgen kann.

Die zweite Säule bildet Frankfurts doppelte Anbindung an das Höchstspannungsnetz von Tennet TSO jeweils über Umspannwerke im Norden und Süden der Stadt. Die dritte Säule stellen die Mainova-Kraftwerke im Stadtgebiet dar. Diese bilden mit einer elektrischen Erzeugungsleistung von bis zu 425 Megawatt eine zusätzliche Absicherung bei Engpässen und Störungen im vorgelagerten Übertragungsnetz.

Die Mainova-Tochter NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH hat allein in den vergangenen drei Jahren Netzanschlussverträge in der Größenordnung von mehr als einem Drittel der Jahreshöchstlast des Frankfurter Stromnetzes abgeschlossen. Die tatsächlich benötigte Leistung der Rechenzentren bleibt jedoch derzeit noch hinter den angemeldeten Leistungen zurück. Ein Versorgungsengpass besteht daher aktuell nicht.

Mainova investiert

Mainova investiert in einem erheblichen Maße in den Netzausbau, um der steigenden Nachfrage Rechnung zu tragen. Zusammen mit ihrer Netztochter NRM arbeitet sie bei der Planung von neuen Umspannwerken eng mit den Rechenzentrumsbetreibern zusammen. Beispielsweise hat die NRM 2017 erstmals im Auftrag des Rechenzentrumsbetreibers Interxion ein Umspannwerk mit der Leistung einer Kleinstadt von 25.000 Einwohnern gebaut. Die Betriebsführung liegt beim Netzbetreiber.

Mainova und NRM verfolgen einen Netzausbauplan, welcher innerhalb der Vorgaben des Regulierungsrahmens erfolgen muss. Grundlage hierfür ist ein bedarfsgerechter, den tatsächlichen Lastverhältnissen angepasster schrittweiser Netzausbau.

* Harald Lutz ist Fachjournalist und Technikredakteur in Frankfurt am Main.

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