Wettbewerb um VMware-Thron hält an Kubermatic Virtualization bekommt Rechteverwaltung und Netzwerk-GUI

Quelle: Pressemitteilung Kubermatic 2 min Lesedauer

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Kubermatic veröffentlicht Version 1.2 seiner Kubernetes-basierten Virtualisierungsplattform „Kubermatic Virtualization“. Das Update bringt ein integriertes Identitäts- und Zugriffsmanagement, eine grafische Netzwerkkonfiguration und einen neuen Controller-Manager als technischen Unterbau.

Die granulare Rollenkonfiguration in Kubermatic Virtualization 1.2(Bild:  Screenshot: Kubermatic // illustrativer Bildrahmen KI-generiert)
Die granulare Rollenkonfiguration in Kubermatic Virtualization 1.2
(Bild: Screenshot: Kubermatic // illustrativer Bildrahmen KI-generiert)

Der Hamburger Anbieter Kubermatic positioniert „Kubermatic Virtualization“ (kurz KubeV) als offene Alternative zu klassischen Virtualisierungsplattformen. Die Software setzt auf das CNCF-Projekt KubeVirt auf, das virtuelle Maschinen als Kubernetes-Objekte betreibt. KubeV ist damit kein Hypervisor-Ersatz im engeren Sinn, sondern eine Virtualisierungsschicht oberhalb von Kubernetes. Die Plattform wurde im November 2025 in die allgemeine Verfügbarkeit überführt.

Eine gewichtige Neuerung ist ein natives Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAM). Administratoren verwalten Nutzer, Rollen und Berechtigungen über einen eigenen Bereich im Dashboard, ohne die Oberfläche zu verlassen. Zwei Systemrollen sind vorkonfiguriert: „admin“ mit vollem Zugriff und „viewer“ für reinen Lesezugriff. Darüber hinaus lassen sich eigene Rollen mit feingranularen Rechten auf Basis von Ressourcengruppen und erlaubten Aktionen definieren.

Rollen und Bindungen speichert KubeV als Kubernetes-Objekte. Laut Kubermatic wirken Rechteänderungen dadurch sofort, ohne dass Nutzer sich neu anmelden müssen. Vollständig unterstützt wird das IAM allerdings nur, wenn die Plattform mit OIDC-Authentifizierung (offener Standard für Single Sign-on über einen externen Identitätsanbieter) konfiguriert ist.

Praktischen Nutzwert verspricht die Kopplung an die Kommandozeile: Anwender laden eine persönliche „Kubeconfig“ (Zugangsdatei für das CLI-Werkzeug kubectl) herunter, die an ein dediziertes Dienstkonto gebunden ist. Die dort verfügbaren Rechte spiegeln die im IAM zugewiesenen Berechtigungen wider. Damit entfällt laut Hersteller die separate Konfiguration der Kubernetes-eigenen RBAC (rollenbasierte Rechtevergabe) und damit ein wiederkehrender Reibungspunkt beim Betrieb von Kubernetes-Umgebungen.

Netzwerke ohne YAML

Bislang erforderte die Verwaltung virtueller Netzwerke in KubeV das Bearbeiten von YAML-Konfigurationsdateien oder Eingaben über die Kommandozeile. Mit Version 1.2 lassen sich Overlay- und Underlay-Netzwerke sowie Objekte wie VPCs, Subnetze, Sicherheitsgruppen, NAT-Gateways und elastische IP-Adressen direkt im Dashboard anlegen. Ein neuer, dedizierter Controller-Manager gleicht diese Ressourcen laufend ab, sodass Änderungen deklarativ erfolgen und bei Abweichungen automatisch in den Sollzustand zurückgeführt werden.

Der Unterbau: einheitliches Abgleichmodell

Technisch bündelt KubeV 1.2 Netzwerk, IAM und weitere Plattformobjekte unter einem einheitlichen Abgleichmodell. Die Plattform soll Abweichungen selbsttätig erkennen und korrigieren. Kubermatic bewirbt diesen Controller-Manager zugleich als Fundament künftiger Funktionen.

Der Rest des Updates besteht aus technischen Optimierungen: verbesserte Installations- und Upgrade-Abläufe, eine nach Herstellerangaben deutlich höhere Erfolgsquote bei der Live-Migration virtueller Maschinen, standardmäßig aktive Netzwerkrichtlinien zur Workload-Isolierung ab Cluster-Start sowie eine vereinfachte Konfiguration des „Kubelet“-Agenten auf Rechenknoten.

Positionierung im VMware-Sog

Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der viele Betreiber nach Broadcoms VMware-Übernahme über drastisch gestiegene Lizenzkosten und den Zwang zu Abonnement-Bündeln klagen. Zu den wichtigsten Thronanwärtern gehören Red Hat, Suse, Nutanix und Proxmox. Red Hat und Suse setzen dabei ebenso wie Kubermatic auf KubeVirt. In diesem Umfeld adressiert KubeV 1.2 mit IAM und grafischer Netzwerkverwaltung zwei Funktionalitäten, die Nutzern von vSphere-Umgebungen gut vertraut sind.

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