Rechenzentrum auf dem Flugplatz Wimex sucht in Köthen früh das Gespräch – vor dem Bebauungsplan

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

Auf dem ehemaligen Sowjet-Flugplatz in Köthen soll ein Rechenzentrum mit Batteriespeicher entstehen. Drei Monate nach der Ratsinformation lädt Wimex bereits zur Bürgerversammlung.

Der Flugplatz Köthen ist Geschichte: Seit Oktober 2025 landet hier kein Flugzeug mehr. Wimex will auf dem Gelände ein Rechenzentrum bauen.(Bild:  planes viewed from gateway bridge 02-06-2013 (13) /bert knottenbeld/bertknot / CC BY-SA 2.0)
Der Flugplatz Köthen ist Geschichte: Seit Oktober 2025 landet hier kein Flugzeug mehr. Wimex will auf dem Gelände ein Rechenzentrum bauen.

Wimex informiert die Öffentlichkeit über sein Rechenzentrumsprojekt in Köthen, obwohl die Bauleitplanung noch gar nicht begonnen hat. Nur drei Monate nach der ersten Information des Stadtrats hat das Landwirtschaftsunternehmen am 7. Juli zur Bürgerversammlung in den Kreistagssaal eingeladen.

Projektleiter Janick Wagner nennt den Grund selbst: „Wir reden über eine Vorplanung und die Vorbereitung der Bauleitplanung.“ Der frühe Zeitpunkt sei bewusst gewählt. „Wir wollen das Projekt mit den Leuten, die hier wohnen, entwickeln und nicht gegen sie.“

Geplant ist ein Rechenzentrum mit Energiespeicher

Auf dem 300 Hektar großen Gelände des früheren Militärflugplatzes plant Wimex ein Rechenzentrum mit Batteriespeicher auf etwa 50 Hektar. Die Fläche nutzt das Unternehmen seit 20 Jahren energiewirtschaftlich.

Ein Windpark bei Pilsenhöhe mit 100 Hektar in der Köthener und 20 Hektar in der Edderitzer Gemarkung gehört bereits dazu. Das Rechenzentrum soll als steuerbare Last die schwankende Einspeisung aus Wind und Sonne ausgleichen.

Wagner verweist auf ein zweites Problem am Standort: das benachbarte Gewerbegebiet Süd findet bislang keine Interessenten. Er führt das auf die fehlende hochleistungsfähige Netzanschlusskapazität zurück.

In seinen Planungen soll sich das ändern, Details dazu hat er bislang laut Mitteldeutsche Zeitung nicht genannt.

Investitionssumme und Zeitplan sind noch offen

Zu Investitionssumme oder Fertigstellungstermin äußert sich Wagner nicht. Bei der Beschäftigung wird er konkreter: 50 bis 100 Arbeitsplätze, vom IT-Spezialisten bis zur Werksicherheit. Zur Kühlung ist ein geschlossener Wasserkreislauf vorgesehen, die Technik dafür steht noch nicht fest.

Auf die Frage der ehemaligen Baudezernentin Ina Rauer, wo Wimex die Gewerbesteuer zahlen werde, verweist Wagner auf ein Bundesvorhaben, das die Steuer künftig am Standort der Rechenzentren binden soll. Doch das ist noch nicht beschlossen. Das Unternehmen kann sich also nicht festlegen, solange der Bundestag nicht entschieden hat.

Der Entwurf der Vorplanung liegt bis zum 24. Juli öffentlich aus, nur zwei statt der üblichen vier Wochen. Baudezernent Max Schuchardt begründet die verkürzte Frist mit dem frühen Planungsstadium und dem Konkurrenzdruck, unter dem der Investor stehe. Die öffentliche Auslegung des Gesamtentwurfs ist für Anfang 2027 vorgesehen.

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