Anbieter zum Thema
Technische Hintergründe
Der Quellcode des Anonymisierungsdienstes ist frei verfügbar. Clientseitig müssen die Anwender einen Software-Proxy (den JAP-Client) installieren, der dann wiederum bei den Programmen, deren Verkehr anonymisiert werden soll, als Proxy eingetragen wird. Die Lösung anonymisiert nur Übertragungen über die Protokolle HTTP, HTTPS und FTP. Der lokale Proxy nimmt im Betrieb eine verschlüsselte Verbindung (AES 128) zu einem so genannten Mix-Server auf, der die Anfragen des Benutzers dann seinerseits über so genannte Mix-Kaskaden an den Zielserver weiterleitet. Die Antwort kommt auf einem vergleichbaren Weg zurück. Mixe finden sich nicht nur an der Technischen Universität Dresden und beim Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig Holstein (ULD), sondern auch bei Dritten.
Im Detail sieht es so aus, dass JAP/Jondo Datenpakete zwischen den einzelnen Mixen nicht nur verschlüsselt, sondern auch verwürfelt, so dass sich Datenübertragungen – genügend Verkehr vorausgesetzt – nur dann aufdecken lassen, wenn alle Mixe einer Kaskade zusammenarbeiten. Deswegen ist die Existenz von Mixen, die nicht direkt der Verfügungsgewalt der Projektbeteiligten unterliegen, von besonderer Bedeutung für die Sicherheit.
In der Vergangenheit ist das JAP-Projekt mitunter deshalb in die Kritik geraten, weil die Projektverantwortlichen durch eine einstweilige Verfügung gezwungen worden waren, eine Protokollierung für die Zugriffe auf bestimmte Webseiten in die Mixsoftware zu implementieren. Dadurch war die Anonymität der Nutzer dieser Seiten nicht mehr gewährleistet. Inzwischen wurde die Protokollierungsfunktion wieder deaktiviert, weil sich die Betreiber des Anonymisierungsdienstes vor Gericht gegen die Strafverfolgungsbehörden durchsetzen konnten.
Dieser Vorfall bewies zweierlei: Erstens ist es technisch offensichtlich kein Problem, Features zu implementieren, die die über JAP/Jondo übertragenen Daten transparent machen, zweitens sorgt die Verfügbarkeit des Quellcodes dafür, dass Manipulationen dieser Art sofort auffallen. Außerdem können Anwender optional auf eine beliebige Mixkaskade eines vertrauenswürdigen Drittanbieters ausweichen und so einen direkten Einfluss auf die Sicherheit seiner Datenübertragungen zu nehmen.
weiter mit: Probleme und Datenspeicherung
Artikelfiles und Artikellinks
(ID:2018232)