Anbieter zum Thema
Probleme und Datenspeicherung
Im September 2006 wurde der Anon-Server des ULD beschlagnahmt. Da JAP/Jondo zu diesem Zeitpunkt keine Verbindungsdaten speicherte, ist der Sinn dieser Aktion zu bezweifeln. Allerdings zeigt dieses Beispiel auch, dass Betreiber von Anonymisierungsdiensten nicht vor Zugriffen durch Strafverfolgungsbehörden gefeit sind.
Was die Vorratsdatenspeicherung angeht, so ist der JAP/Jondo-Dienst verhältnismäßig sicher. Da die Mixkaskaden sich in der Regel auf verschiedene Betreiberorganisationen und Länder verteilen, lassen sich mit den gespeicherten Daten kaum Nutzerprofile nachverfolgen. Wenn einzelne Dienstbetreiber Vorratsdaten speichern, würden alle bei diesen Betreibern laufenden Server einer Kaskade ein- und ausgehende Adressen sichern.
Da die Datenübertragungen bei JAP/Jondo auf verschiedene Server verteilt sind, lägen dann zwar prinzipiell alle Daten vor, um einen Nutzer ausfindig zu machen, der Aufwand wäre aber verhältnismäßig groß. Noch größer wäre er bei internationalen Kaskaden, da hier nicht zwangsläufig alle Betreiber an der Vorratsdatenspeicherung mitwirken. Deswegen lassen sich die einzelnen Kennungen nicht zusammensetzen und es entsteht kein brauchbares Gesamtbild. In diesem Fall ergibt die Vorratsdatenspeicherung nur dann Sinn, wenn Strafverfolgungsbehörden auch bei den ausländischen Dienstanbietern eine begrenzte Deanonymisierung einzelner Nutzer durchsetzen könnten. Doch dazu ist eine internationale Behördenzusammenarbeit nötig, was den Aufwand so sehr steigert, dass das Verfahren wohl nur in den seltensten Fällen eingeleitet wird.
weiter mit: Installation und Nutzung
Artikelfiles und Artikellinks
(ID:2018232)