HPE bringt Supercomputing zur Internationalen Raumstation

ISS-Astronauten dürfen Spaceborn füttern

| Redakteur: Ulrike Ostler

David Hornyak, ISS Technology Demonstration Research Portfolio Manager bei der NASA, sagt: Spaceborne „ist eine Weiterentwicklung moderner Computertechnologie […]und stellt erstmals kommerzielle Supercomputing-Dienste im Weltraum zur Verfügung.“
David Hornyak, ISS Technology Demonstration Research Portfolio Manager bei der NASA, sagt: Spaceborne „ist eine Weiterentwicklung moderner Computertechnologie […]und stellt erstmals kommerzielle Supercomputing-Dienste im Weltraum zur Verfügung.“ (Bild: HPE)

Hewlett Packard Enterprise (HPE) stellt seinen auf der Internationalen Raumstation (ISS) betriebenen „Spaceborne“ Computer für Forschungsarbeiten zur Verfügung. Denn der einjähriger Test gilt als abgeschlossen, so dass die Forscher ihn vor Ort nutzen können.

Der Spaceborne Computer ist der erste kommerzielle Supercomputer (COTS, Commercial Off-The-Shelf), den HPE und die NASA für ein einjähriges Experiment in den Weltraum geschickt haben, um dessen Ausfallsicherheit und Leistung zu testen. Der Rechner wurde auf der ISS betrieben und erzielte dabei eine Leistung von einem TeraFLOPS (eine Billion Gleitkomma-Operationen pro Sekunde).

Während der Testphase ging es um widrigen Bedingungen wie Schwerelosigkeit, ungeplante Stromausfälle und unvorhersehbare Strahlungen im Weltraum. Jetzt können die ISS-Astronauten den Supercomputer nutzen, um damit Analysen direkt in der Raumstation auszuführen. Ein senden der Daten zur Erde und wieder zurück entfällt damit für diese.

Die Reise zum Mars beginnt im Erd-Orbit

Der Spaceborne Computer von HPE

Die Reise zum Mars beginnt im Erd-Orbit

01.08.18 - Wenn irgendwann Menschen zum Mars fliegen sollen, können sie eines bestimmt nicht brauchen: Einen Bordcomputer, der ausfällt. Um dafür zu sorgen, dass ein derartiger Zwischenfall möglichst unwahrscheinlich wird, läuft derzeit das Experiment „Spaceborne Computer“. lesen

Eng Lim Goh, Chief Technology Officer und Vice President HPC und AI bei HPE, sagt dazu: „Unsere Mission ist es, innovative Technologien für kommende Aufgaben zu entwickeln, sei es auf der Erde oder im Weltraum, um bahnbrechende Entdeckungen zu machen, die wir uns bisher nicht vorstellen konnten. […] Wir testen sein Potenzial weiter, indem wir den ISS-Forschern Supercomputer-Funktionen zugänglich machen und ihnen die Möglichkeit geben, die Weltraumforschung auf ein neues Niveau zu heben.“

Beschleunigte Datenauswertung im Weltall

Aufgrund begrenzter Rechnerleistung im Weltraum werden bislang viele Berechnungen, die für Forschungsprojekte im Weltall erforderlich sind, noch immer auf der Erde ausgeführt. Dieser Ansatz ist für Forschungsarbeiten auf dem Mond oder in niedrigen Erdorbits (LEO) zwischen 400 und 2.000 Kilometern über der Erdoberfläche möglich, wo die Kommunikation mit der Erde nahezu in Echtzeit stattfinden kann.

Es können jedoch längere Kommunikationslatenzen von bis zu 20 Minuten von und zur Erde auftreten, wenn Daten weiter weg im Weltraum erfasst werden, wie etwa bei Marsmissionen. Dies macht die Forschung im Weltraum schwierig und potenziell gefährlich, wenn beispielsweise Astronauten mit kritischen Ereignissen konfrontiert sind, die sie selbst nicht lösen können.

Durch die Bereitstellung von Supercomputer-Leistung auf der ISS entfällt die Latenz bei der Übertragung von Daten zur Bodenstation auf der Erde, und die Astronauten sind nicht mehr von Forscherteams auf der Erde abhängig. Zudem fallen bei den Experimenten auf der ISS große Datenmengen an, einschließlich hochauflösender Bilder und Videos. In den meisten Fällen müssen die Forscher jedoch nur bestimmte Teile der Daten auswerten.

„Der Spaceborne Computer ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie wir die ISS für Innovationen nutzen können“, erläutert David Hornyak, ISS Technology Demonstration Research Portfolio Manager bei der NASA.
„Der Spaceborne Computer ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie wir die ISS für Innovationen nutzen können“, erläutert David Hornyak, ISS Technology Demonstration Research Portfolio Manager bei der NASA. (Bild: HPE)

Grenzen im Weltraum überwinden

Außerdem ist die Netzwerk-Bandbreite im Weltraum heute vor allem belegt durch das Übertragen großer Datenmengen von und zur Erde. Mit dem Spaceborne Computer können Astronauten auf der ISS diese Bandbreite nun für ihre Notfallkommunikation freihalten. Somit lassen sich mithilfe des Spaceborne Computers auch die Grenzen der Kommunikation im Weltraum ausloten. Vor allem für Missionen zum Mars und darüber hinaus wird eine zuverlässige Kommunikation von zentraler Bedeutung sein, gerade bei kritischen Ereignissen.

HPE und die NASA wollen zudem die Unabhängigkeit der Forscher im All durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen erhöhen. Verbesserte Analysemöglichkeiten und beschleunigte Datenauswertung sollen nicht nur die Erforschung des Weltraums, sondern auch der Erde und ihrer direkten Umgebung voranbringen.

Der Spaceborne Computer basiert auf dem System „HPE Apollo 40“. Das System ist im Weltraum funktionsfähig, ohne dass zusätzliche Hardware erforderlich ist. Stattdessen wird ein Software-basiertes Härtungs-Verfahren verwendet. Der einjährige Test belegt, dass Wissenschaftler ähnlich kostengünstige und kompakte Systeme in Zukunft im Weltraum nutzen könnten.

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45583060 / Server)