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Netzwerk-Sparte wird ausgegliedert IBM beschleunigt Wachstumsstrategie für Hybrid-Cloud

Autor: Elke Witmer-Goßner

IBM will sich künftig auf das Geschäft mit hybriden Clouds konzentrieren und baut dafür kräftig um. Der Konzern gliedert den umsatzstarken Bereich der Managed Infrastructure Services in die neue Aktiengesellschaft „Newco“ aus.

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IBM konzentriert sich künftig auf das Wachstum der Hybrid-Cloud, ein neues börsennotiertes Unternehmen soll weltweit die Nummer 1 bei Managed Infrastructure Services werden (im Bild: Das IBM Cloud-Datacenter in Texas).
IBM konzentriert sich künftig auf das Wachstum der Hybrid-Cloud, ein neues börsennotiertes Unternehmen soll weltweit die Nummer 1 bei Managed Infrastructure Services werden (im Bild: Das IBM Cloud-Datacenter in Texas).
(Bild: © Connie Zhou for IBM)

Mit „zwei branchenführenden Unternehmen“, die unabhängig agieren werden, will IBM sich neu aufstellen: Jede Einheit soll sich in Zukunft stärker auf die Anforderungen der Kunden konzentrieren können. Ganz natürlich soll auch der Benefit für die Aktionäre steigen. Die Trennung werde als steuerfreie Ausgliederung für IBM-Aktionäre erfolgen und bis Ende 2021 abgeschlossen sein.

IBM als Hybrid-Cloud- und AI-Unternehmen

IBM wird sich auf seine offene Hybrid-Cloud-Plattform konzentrieren, um die dort liegenden Marktchancen von 1 Billion Dollar abzuholen. Ein wichtiger Schritt war die Übernahme von Red Hat, die laut IBM zur einer beschleunigten Akzeptanz der Cloud-Plattform beigetragen habe. Inzwischen stelle die hauseigene hybride Cloud die umfangreiche KI-Funktionen bereits, die einen wichtigen Beitrag für das Daten-Management und die Anwendungs- und Systemmodernisierung bei den Kunden leisteten.

Mit einer engeren Integration sowie der Konzentration auf ihre offenen hybriden Cloud- und KI soll IBM von einem Unternehmen, das mehr als die Hälfte seines Umsatzes mit Dienstleistungen erwirtschaftet, zu einem Unternehmen mit einer Mehrheit an hochwertiger Cloud-Software und -Lösungen werden. IBM verspricht sich, dass künftig mehr als die Hälfte des Portfolios wiederkehrende Einnahmen bringen werde.

IBM ergreift außerdem Maßnahmen, um das Betriebsmodell zu vereinfachen beziehungsweise zu optimieren. Das geografische Modell soll gestrafft sowie die Strukturen für die Markteinführung umgestaltet werden. Fortgesetzt wird die Konsolidierung der Shared Services. Dieses vereinfachte und fokussierte Betriebsmodell soll die beschleunigte Innovation für die Hybrid-Cloud unterstützen und mehr Flexibilität bieten, um Investitionen in Wachstumsbereiche zu erhöhen.

Ein eigenes Unternehmen für verwaltete Infrastrukturdienste

Mit dem Unternehmen Newco, in das IBM seine Netzwerk-Services ausgliedert, verspricht sich der Konzern nicht weniger als die globale Marktführerschaft bei verwalteten Infrastrukturdiensten. Schon heute pflege man Beziehungen zu mehr als 4.600 technologieintensiven, stark regulierten Kunden in 115 Ländern, darunter mehr als 75 Prozent der Fortune-100-Unternehmen, einen Auftragsbestand von 60 Milliarden Dollar – und damit mehr als doppelt so viel wie der nächste Konkurrent.

Das neue Unternehmen soll sich voll und ganz auf die Verwaltung und Modernisierung kundeneigener Infrastrukturen konzentrieren. Hierzu gehören Hosting- und Netzwerkdienste, Service-Management, Infrastrukturmodernisierung sowie die Migration und Verwaltung von Multicloud-Umgebungen.

Arvind Krishna, seit gut einem halben Jahr IBMs Chief Executive Officer, ist überzeugt, den richtigen Zeitpunkt für die Gründung der zwei Unternehmen gewählt zu haben: „Die Bedürfnisse der Kunden beim Kauf von Anwendungs- und Infrastrukturdiensten gehen auseinander, während die Akzeptanz unserer hybriden Cloud-Plattform zunimmt.“ IBM werde sich daher auf seine offene hybride Cloud-Plattform und KI-Fähigkeiten konzentrieren, während NewCo über eine größere Flexibilität bei der Entwicklung, dem Betrieb und der Modernisierung der Infrastruktur der weltweit wichtigsten Organisationen verfügen werde.

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Über den Autor

 Elke Witmer-Goßner

Elke Witmer-Goßner

Redakteurin, CloudComputing-Insider.de