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Fujitsu Primeflex for Microsoft Azure Stack HCI und Azure File Sync Hyperkonvergenz und Datensynchronisierung in Kombination

| Autor / Redakteur: Bernd Reder / Ulrike Ostler

Wer seine IT-Umgebung für die Digitalisierung und Cloud Computing fit machen möchte, sollte eine Hyper-Converged Infrastructure (HCI) in Betracht ziehen. Denn mit Lösungen wie „Primeflex for Azure Stack HCI“ können Unternehmen auf einfache Weise eine Hybrid-IT aufbauen, die lokale IT-Systeme mit der Microsoft-Cloud verknüpft. Mit „Azure File Sync“ bietet die Lösung von Fujitsu zudem die Möglichkeit, Dateien von Windows-Servern in die Cloud zu replizieren.

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Fujitsu "Primeflex for Microsoft Azure Stack HCI" ist auch in einer Version mit zwei Knoten auf Basis der "Primeflex TX1330"-Server verfügbar. Dies erleichtert vor allem kleineren und mittelständischen Unternehmen den Einstieg in die Technologie.
Fujitsu "Primeflex for Microsoft Azure Stack HCI" ist auch in einer Version mit zwei Knoten auf Basis der "Primeflex TX1330"-Server verfügbar. Dies erleichtert vor allem kleineren und mittelständischen Unternehmen den Einstieg in die Technologie.
(Bild: Fujitsu )

Schneller, agiler und kundenorientierter wollen Unternehmen heute werden. Umsetzen lässt sich das nur, wenn die IT-Infrastruktur ´stimmt`. Denn sie stellt die Grundlagen für neue digitale Geschäftsmodelle und schlanke Prozesse bereit. Doch damit das klappt, ist es notwendig, das hauseigene Rechenzentrum auf die neuen Anforderungen hin auszurichten. Das haben die Unternehmen in Deutschland erkannt.

Fast 60 Prozent der deutschen Unternehmen erneuern derzeit ihre Rechenzentren. Die Mehrzahl von ihnen will dadurch vor allem die Produktivität erhöhen und die IT-Infrastruktur vereinfachen.
Fast 60 Prozent der deutschen Unternehmen erneuern derzeit ihre Rechenzentren. Die Mehrzahl von ihnen will dadurch vor allem die Produktivität erhöhen und die IT-Infrastruktur vereinfachen.
(Bild: IDC )

Einer Studie des Beratungsunternehmens IDC zufolge sind derzeit 57 Prozent der Firmen dabei, ihre Data Center zu modernisieren. Dadurch wollen sie vor allem die Produktivität steigern, die IT-Infrastruktur konsolidieren und die Kosten senken. Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Rund 80 Prozent der Unternehmen in Deutschland nutzen mittlerweile Cloud-Dienste, etwa von Microsoft über dessen Plattform Azure. Der Trend geht somit in Richtung einer hybriden IT-Umgebung – mit IT-Ressourcen, die das eigene Rechenzentrum bereitstellt, sowie Services, die der Anwender über Public-Cloud-Plattformen bezieht.

HCI: Datacenter aus einem Guss

Die Frage ist jedoch, wie sich der Umbau des Datacenter am effektivsten durchführen lässt. Ein probater Weg ist die Implementierung einer Hyper-Converged Infrastructure (HCI) wie Fujitsu „Primeflex for Microsoft Azure Stack HCI“. Ein solches System besteht aus Servern, Speicherressourcen und Netzwerkkomponenten. Hinzu kommt eine Virtualisierungs- und Management-Software, und dies alles in einer vorkonfigurierten und getesteten Komplettlösung.

Die Server-Plattform auf Basis der bewährten „Primergy“-Systeme und die Management-Werkzeuge stellt Fujitsu, außerdem ergänzende Services wie Beratung sowie Hilfe bei der Implementierung und dem Betrieb des „Datacenter in a Box". Microsoft steuert das Serverbetriebssystem „Windows Server 2019“ und die Virtualisierungssoftware „Hyper-V“ bei. Hinzu kommt „Storage Spaces Direct“ (S2D) für die Virtualisierung der Speicher-Ressourcen.

Brücke zwischen On-Premises und Cloud

Der Nutzer erhält somit ein komplettes Rechenzentrum, mit dem er eine eigene private Cloud-Umgebung aufbauen kann, also Anwendungen und Daten on premises verwaltet. Das ist beispielsweise dann hilfreich, wenn ein Unternehmen sensible Daten und Applikationen lieber in der eigenen IT-Umgebung behalten möchte. Mit „Azure Stack HCI“ ist das machbar: Der Nutzer holt sich gewissermaßen die Microsoft-Cloud in sein eigenes Rechenzentrum.

Dennoch hat ein Unternehmen bei Fujitsu „Primeflex for Microsoft Azure Stack HCI“ die Option, auf die Cloud-Angebote von Microsoft zurückzugreifen. Das können Datenbanken wie Azure SQL sein, aber auch Backup-Ressourcen, Plattformen für Anwendungsentwickler und IoT-Services (Internet of Things).

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass sich eine HCI-Umgebung auf einfache Weise an geänderte Anforderungen anpassen lässt. Benötigt ein Anwender mehr Rechen- und Storage-Kapazitäten, fügt er einfach weitere HCI-Knoten hinzu. Eine „Primeflex for Microsoft Azure Stack HCI“ lässt sich beispielsweise auf bis zu 16 Knoten erweitern. Allein die Hardwarekosten liegen dabei um etwa 50 Prozent unter denen einer konventionellen Rechenzentrums-Infrastruktur. Hinzu kommen Vorteile wie der etwa um 40 geringere Platzbedarf und damit niedrigere Kosten für Strom und Kühlung.

Azure File Sync: Von Disaster Recovery bis Cloud-Migration

Zu den neuen und besonders interessanten Anwendungen, die über „Primeflex for Microsoft Azure Stack HCI“ zur Verfügung stehen, zählt Microsoft Azure File Sync (AFS). Dieser Service von Microsoft ermöglicht es einem Unternehmen, Daten von einem Windows-Server in die Azure-Cloud zu replizieren. Das funktioniert ähnlich wie bei der Distributed File System Replication (DFS-R) von Windows Server.

Anwendungsszenarien von Microsoft Azure File Sync in Verbindung mit einem System der Reihe Fujitsu „Primeflex for Microsoft Azure Stack HCI“.
Anwendungsszenarien von Microsoft Azure File Sync in Verbindung mit einem System der Reihe Fujitsu „Primeflex for Microsoft Azure Stack HCI“.
(Bild: Fujitsu )

Ein typisches Einsatzfeld einer HCI auf Basis von Primeflex-Servern und Azure File Sync ist das Synchronisieren von File-Servern an mehreren Standorten. Die Windows-Server in Niederlassungen und dem zentralen Firmenrechenzentrum laden in diesem Fall Daten auf Systeme in der Cloud hoch. Dabei kann jedes Protokoll und Dateisystem zum Zuge kommen, das von Windows Server unterstützt wird: SMB (Server Message Block), NFS (Network File System) und FTPS (File Transfer Protocol over SSL).

Auf diese Weise lassen sich die Datenbestände auf allen Dateiservern im Unternehmen synchron halten. Die Informationsbestände werden zwar zentral auf Systemen in der Cloud gespeichert, aber die Nutzer können zusätzlich über lokale File-Server darauf zugreifen.

Disaster Recovery für File-Server

Ein Vorteil dieser verteilten Datenstruktur ist die Ausfallsicherheit. Fällt beispielsweise in einem Unternehmen ein Dateiserver im hauseigenen Rechenzentrum aus, kann die IT-Abteilung eine Kopie der Daten von AFS auf ein Ersatzsystem überspielen, Stichwort Disaster Recovery. Dadurch haben Mitarbeiter innerhalb kurzer Zeit wieder Zugang zu den Informationen.

Dabei ist zu beachten, dass eine Lösung wie „Primeflex for Microsoft Azure Stack HCI“ per se ein hohes Maß an Ausfallsicherheit bietet. Das liegt nicht allein an der hohen Qualität der Server-Systeme und Storage-Komponenten des Systems. Bereits in der Basisversion besteht eine HCI von Fujitsu und Microsoft aus mindestens zwei Knoten (Nodes). Bei Problemen bei einem Node übernimmt der andere dessen Funktionen.

Eine Besonderheit der Lösung von Fujitsu ist, dass sie in Konfigurationen ab zwei Knoten zur Verfügung steht. HCI-Systeme anderer Anbieter starten bei drei oder vier Knoten. Das ist vor allem für kleinere und mittelständische Unternehmen nicht akzeptabel. Denn sie nutzen oft "nur" 30 oder weniger Anwendungen. Dafür reicht eine hyperkonvergente Infrastruktur mit zwei Server-Knoten vollkommen aus. Die preisgünstigste Version von „Primeflex for Microsoft Azure Stack“ besteht aus einem Cluster mit zwei Server-Systemen der Reihe „Primergy TX1330 M4“ und kostet unter 20.000 Euro. Das Angebot ist daher auch für kleine Firmen erschwinglich.

Cloud-Tiering und Hilfe bei der Migration von Anwendungen

Eine „Primeflex for Microsoft Azure Stack HCI“-Solution in Verbindung mit AFS weist jedoch weitere Vorteile auf. Einer ist das "Cloud-Tiering". Bei diesem Ansatz bleiben die oft genutzten, ´heißen` Daten auf dem lokalen Server an einem Unternehmensstandort. Files, die weniger oft benötigt werden, werden auf AFS-Shares verlagert. Das spart Speicherplatz auf den Servern; dennoch bleiben die Daten im Zugriff der Anwender. Die lokalen Windows-Systeme lassen somit als eine Art Cache-Server verwenden, die den Zugang zu Informationsbeständen beschleunigen.

Neben den technischen Daten spielt bei der Auswahl einer HCI-Lösung die technische Unterstützung durch den Hersteller und dessen Partner eine zentrale Rolle.
Neben den technischen Daten spielt bei der Auswahl einer HCI-Lösung die technische Unterstützung durch den Hersteller und dessen Partner eine zentrale Rolle.
(Bild: Fujitsu )

Zu den wichtigsten Einsatzfeldern der Lösung von Fujitsu und Microsoft dürfte allerdings die Migration von Daten und Anwendungen in die Azure-Cloud zählen. Das ist ein zentraler Punkt beim Aufbau einer Hybrid-IT-Umgebung.

Eine Option ist, Daten von alten Servern im Datacenter auf Microsoft Azure Files zu verlagern. Dies ist Service, der in der Cloud komplette File-Server bereitstellt. Sobald die neuen (HCI-)Systeme im Unternehmensrechenzentrum laufen, lassen sich diese Daten mittels AFS wieder zurück synchronisieren.

Azure File Sync erlaubt es zudem, Anwendungen vom Unternehmens-Datacenter in die Microsoft-Cloud zu verlagern, also ein Lift and Shift vorzunehmen. Das gilt für Applikationen, die auf File-Shares zugreifen, um dort Nutzer- und Anwendungsdaten abzulegen. Denkbar sind zwei Szenarien, die von AFS unterstützt werden:

  • ein klassisches Lift and Shift: Dabei werden sowohl die Applikationen als auch die entsprechenden Daten in die Cloud ´gehievt`;
  • ein hybrider Ansatz: Die Anwendungsdaten werden auf Azure Files gespeichert. Die Anwendung selbst läuft weiterhin im Rechenzentrum des Anwenders

Unternehmen können somit eine Migrationsstrategie wählen, die ihren Anforderungen am besten entspricht.

Aber bitte mit Partner!

Eine Lösung wie „Primeflex for Microsoft Azure Stack HCI“ in Verbindung mit Microsoft Azure File Sync (AFS) besteht aus Komponenten, die Fujitsu im Vorfeld sorgfältig geprüft, aufeinander abgestimmt und zertifiziert hat. Angesichts der permanenten Überlast-Situation, mit der sich ihre IT-Abteilungen konfrontiert sehen, ist es jedoch von Vorteil, wenn ein Unternehmen Unterstützung bei der Auswahl, der Implementierung und dem Betrieb der HCI-Lösung erhält.

Daher sollten Interessenten neben den technischen Komponenten auch die Support- und Beratungsleistungen eines Anbieters kritisch unter die Lupe nehmen. Wichtig ist zudem, über welche Partner der Hersteller verfügt, die dem Nutzer am besten vor Ort Hilfestellung geben können. Fujitsu stellt beispielsweise „Solution Packs“ zur Verfügung.

Sie enthalten Beratungs- und Support-Leistungen, die den gesamten Hardware- und Software-Stack einer HCI-Implementierung abdecken. Das hat den Vorteil, dass ein Nutzer nur eine einzige Anlaufstation hat. Er muss nicht zig unterschiedliche Hersteller kontaktieren, wenn er eine hyperkonvergente Infrastruktur-Lösung implementieren oder einsetzen will.

Hinzu kommt, dass Anbieter wie Fujitsu es dem Nutzer besonders einfach machen, Lösungen wie „Primeflex for Microsoft Azure Stack HCI“ und Microsoft Azure File Sync (AFS) einzusetzen. Ein Beispiel ist ein End-to-End-Service (E2E) für AFS, den Fujitsu derzeit entwickelt.

Er wird voraussichtlich ab April 2020 verfügbar sein. In diesem Angebot enthalten ist die komplette Bereitstellung, Konfiguration, Wartung und das Monitoring der Lösung. Außerdem übernimmt Fujitsu die Abrechnung der Ressourcen, die das Nutzer bei Microsoft Azure in Anspruch nimmt.

Fazit: Einfacher Weg zur Hybrid-IT

Mit „Primeflex for Microsoft Azure Stack HCI“ in Verbindung mit Azure Sync File erhalten Unternehmen eine Lösung, mit der sie ihr Data Center quasi im Handumdrehen auf den neuesten Stand bringen können. Sie haben vor allem die Option, eine hybride IT-Umgebung aufzubauen. Das heißt, das HCI-System von Fujitsu stellt im Unternehmensrechenzentrum Anwendungen und Daten bereit. Gleichzeitig hat der Nutzer die Möglichkeit, auf Ressourcen in der Azure-Cloud zurückzugreifen. Wann und in welchem Umfang er das tun will, bleibt ihm überlassen – flexibler geht es kaum.

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Über den Autor

 Bernd Reder

Bernd Reder

Freier IT- und Netzwerk-Fachjournalist