IT-Talente ausgezeichnet German Datacenter Association verleiht Nachwuchsförderpreise

Von Martin Hensel

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Im Rahmen der ersten German Datacenter Conference vergab die German Datacenter Association (GDA) ebenfalls erstmals Nachwuchsförderpreise. Ausgezeichnet wurden junge Talente, die einen Beitrag für die Zukunft der Digitalisierung leisten wollen.

Kluge Ideen rund um Rechenzentren und digitale Infrastrukturen standen im Mittelpunkt des Nachwuchsförderpreises der GDA.
Kluge Ideen rund um Rechenzentren und digitale Infrastrukturen standen im Mittelpunkt des Nachwuchsförderpreises der GDA.
(Bild: Jonathan Hammond / Pixabay)

In Frankfurt am Main vergab die GDA die ersten Nachwuchsförderpreise. Gefragt waren herausragende Abschlussarbeiten und innovative Business-Ideen rund um digitale Infrastrukturen, Rechenzentren und Digitalisieren. Neben Ruhm und Anerkennung gab es Preisgelder und Sachpreise zu gewinnen. Dabei konnten die eingereichten Beiträge aus der kompletten digitalen Wertschöpfungskette stammen: Dies schließt etwa Hard- und Software, Security und Datenschutz, Rechenzentrumskonzepte, städteplanerische Aspekte sowie Energie und Nachhaltigkeit mit ein.

Die Schirmherrschaft des Wettbewerbs hatte Professor Kristina Sinemus übernommen, hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung. Sie übernahm auch die Übergabe der Preise an die Gewinner im Rahmen eines festlichen Dinners mit rund 250 Gästen auf der „German Datacenter Conference“, die erstmals von der GDA am vergangenen Dienstag veranstaltet worden war. Als Hauptpartner waren zudem NDC-Garbe Data Centres Europe und Cyrusone neben vielen weiteren Unterstützern an Bord.

Prof. Dr. Kristina Sinemus, hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, übernahm die Schirmherrschaft des Wettbewerbs.
Prof. Dr. Kristina Sinemus, hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, übernahm die Schirmherrschaft des Wettbewerbs.
(Bild: Hessische Staatskanzlei)

Die unabhängige Jury des GDA-Förderpreises bestand aus Professor Peter Radgen (Universität Stuttgart, Leitung), Inga Janović (FAZ), Jens-Peter Feidner (Equinix), Najat Messaoud (Microsoft Azure Business Group), Professor Christoph Meinel (HPI), Ulrike Ostler (DataCenter-Insider), Günter Eggers (NTT Global), Ruth Welter (Colt Technology Services) und Christian Simmendinger (HPE).

Einsparpotenziale bei Kältesystemen nutzen

In der Kategorie Start-ups konnte Etalytics den Sieg erringen. Der Software-Provider aus Darmstadt ist auf Energy-Intelligence-Lösungen spezialisiert. In den Wettbewerb ging das Unternehmen mit einem Konzept für KI-gestützte Kälteoptimierung: Dabei soll ein Energie-Management-System (EnMS) mittels KI so ergänzt werden, dass Mitarbeiter ein komplexes energetisches System auch mit unvollständigen Methodenkenntnissen aus den nötigen Fachdisziplinen intuitiv bedienen und optimieren können.

Den Startup-Preis hat Thomas Weber, einer der Etalytics-Gründer, in Empfang genommen
Den Startup-Preis hat Thomas Weber, einer der Etalytics-Gründer, in Empfang genommen
(Bild: JP Feidner, Equinix)

Dies soll im Ergebnis zu reduzierten Energiekosten führen sowie durch energieflexiblen Anlagenbetrieb zur Integration erneuerbarer Energien beitragen. Im Mittelpunkt stehen dabei die „Etaone“-Plattform und die „Etaedge“-Gateways von Etalytics.

Im Rahmen eines Pilotprojekts in einem Frankfurter Rechenzentrum konnte das Konzept bereits erfolgreich erprobt werden. Dort wurden Einsparungen von über 600 Megawattstunden und 240 Tonnen CO2-Äquivalent erzielt. Durch Skalierung auf fünf weitere Standorte sollen in den kommenden Jahren bis zu 1.500 Tonnen CO2-Äquivalent wegfallen.

Erreicht wurde dies unter anderem durch Optimierung der elektrischen Leistungsaufnahme des Kälteversorgungssystems, insbesondere der Pumpen und Chiller. Sie konnte um rund 57 Prozent reduziert werden. Zudem sorgt eine regelmäßige Ausführung des Optimierungsmodells für stets optimale Ansteuerung der vorhandenen Technik.

Masterarbeiten ausgezeichnet

Ebenfalls prämiert wurde die Masterarbeit von Tobias Schiffmann an der Universität Stuttgart. Er hat unter anderem errechnet, wo der Sweetspot von Anwendungen liegt, um am meisten Energie zu sparen. Dabei stellte sich heraus, dass die von Schiffmann analysierten Anwendungen in einer definierten Umgebung nur minimal unter ihrer maximalen Leistungsfähigkeit betrieben werden müssten, um deutliche Einsparungen im Energieverbrauch zu ermöglichen.

Laudator JP Feidner, Managing Director Equinix Germany, erläuterte die Einreichung von Schiffmann mit dem Titel „Vorhersage des Sweet Spots der Prozessorfrequenz auf der Grundlage einer dynamischen Codeanalyse“ wie folgt: „Tobias' Idee kann durch den Einsatz von Methoden des Machine Learnings und neuronaler Netze massive Einsparungen beim Stromverbrauch des Prozessors bewirken, ohne dass dies signifikante Auswirkungen auf die Leistung des Prozessors hat. Was für eine großartige Idee. Endlich wird ein Bereich angegangen, der oft im Rechenzentrumsumfeld vergessen wird, die Softwarekomponente.“

Alle Preisträger auf der Bühne: links, mit Preis in der Hand: Tobias Schiffmann, rechts daneben: im Grothey, und links neben Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus: Thomas Weber von Etalytics. Die Dame in der güldenen Robe ist Anna Klaft, die GDA-Vorstandsvorsitzende und links neben ihr Professor Peter Radgen.
Alle Preisträger auf der Bühne: links, mit Preis in der Hand: Tobias Schiffmann, rechts daneben: im Grothey, und links neben Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus: Thomas Weber von Etalytics. Die Dame in der güldenen Robe ist Anna Klaft, die GDA-Vorstandsvorsitzende und links neben ihr Professor Peter Radgen.
(Bild: JP Feidner, Equinix)

Der Sonderpreis zum Thema Nachhaltigkeit ging ebenfalls an eine Masterarbeit – nämlich an Tim Grothey aus Berlin. Er befasste sich in seinem Werk rund um das Thema klimaneutrale Rechenzentren um die Frage, welche Maßnahmen bis 2030 zur Klimaneutralität führen können. Dazu nahm Grothey unter anderem die flexible Eigenproduktion erneuerbarer Energien sowie die Abwärmenutzung in Rechenzentren genau unter die Lupe.

Dabei zeigte sich auch, dass aktuelle Bemühungen einem anspruchsvollen Verständnis von Klimaneutralität noch nicht standhalten können. Während sich Treibhausgasemissionen durch eine klimaneutrale Stromversorgung relativ kostenfreundlich eindämmen lassen, ist die Abwärmenutzung mit hohen Kosten verbunden – vor allem kleinere Betreiber können diese nicht stemmen. Rechenzentrumsbetreiber sollten daher schon frühzeitig Strategien zur Umstellung auf Klimaneutralität entwickeln, um ihre Ziele zu erreichen.

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Auch im kommenden Jahr wird die GDA wieder Nachwuchsförderpreise vergeben. Bewerbungen können ab sofort eingereicht werden.

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