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T-Systems und Intel forschen für mehr Energieeffizienz in der Informationstechnologie Forschungsprojekt DataCenter 2020 offiziell eingeweiht

| Redakteur: Florian Karlstetter

T-Systems und Intel forschen gemeinsam für mehr Energieeffizienz in der Informationstechnologie. Eigens hierfür wurde mit dem DataCenter 2020 ein Testlabor mit 180 Servern und neuester Energie-, Klima-, Mess- und Regeltechnik errichtet. Mit Hilfe umfangreicher Simulationen analysieren Experten die Wechselwirkungen verschiedener Elemente im Rechenzentrum mit dem Ziel, den PUE-Wert weiter zu optimieren.

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Das DataCenter 2020 in München ist mit modernster Energie-, Klima-, Mess- und Regeltechnik ausgestattet.
Das DataCenter 2020 in München ist mit modernster Energie-, Klima-, Mess- und Regeltechnik ausgestattet.
( Archiv: Vogel Business Media )

Ziel des gemeinsamen Forschungsprojekts von T-Systems und Intel ist es, auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse aus Simulationen und Messreihen Voraussetzungen, Empfehlungen und Handlungsanweisungen für den energieeffizienten Betrieb eines bestehenden oder neuen Rechenzentrums zu geben. Mit ersten Ergebnissen wird voraussichtlich in sechs Monaten gerechnet - diese werden im Internet jedem zugänglich gemacht.

Das circa 70 qm große Testlabor ist mit 180 Servern in Racks sowie neuester Energie-, Klima-, Mess- und Regeltechnik ausgestattet. Rund 50 Sensoren erfassen Werte wie Luftfeuchtigkeit, Raumtemperatur, Temperaturdifferenz zwischen Zu- und Abluft, Prozessor-Last oder Lüfter-Drehzahl.

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Im Doppelboden des Testlabors befindet sich ein Rauchgenerator, der Luftströmungen visualisiert. Mit dem erzeugten Nebel werden die Strömungsrichtung der Luft und deren Geschwindigkeit sichtbar. Außerdem lassen sich auf diese Weise so genannte Strömungskurzschlüsse ermitteln. Dies sind undichte Stellen und Orte (Leckageluft), an denen Luft auf keinen Fall ausströmen sollte.

Gezielte Luftführung

Die Luftführung spielt eine zentrale Rolle bei der Optimierung der Klimatisierung. Deshalb wurden im Testlabor verschiedene Klimatisierungsansätze realisiert: Zur Kühlung der Server führt beispielsweise ein Umluftkühlgerät über einen Doppelboden gezielt kalte Luft zu. Je nach eingestellter Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit, Prozessorlast oder Stromverbrauch optimieren die Tester dann Parameter wie Kaltwasserzufuhr oder Strömungsgeschwindigkeit der Ventilatoren. Der notwendige Kaltwassersatz befindet sich auf dem Dach des Testlabors. Zusätzlich steht eine Kaltgangeinhausung zur Verfügung sowie ein Racksystem mit Wasserkühlung.

Variable Deckenhöhe

Zu den Highlights des Testlabors gehört auch eine moderne Hubdecke, deren Höhe sich variabel zwischen 3,70 Metern und 2,50 Metern verstellen lässt. So können Rechenzentren mit unterschiedlichen Raumhöhen und deren Auswirkungen auf die Klimatisierung simuliert werden.

Aktives Asset-Management dank RFID

Auch im Bereich Inventarisierung ist das Testlabor auf dem aktuellen Stand der Technik. So ist jeder Server mit einem RFID-Tag ausgestattet. dadurch lässt sich jederzeit automatisch feststellen, in welchem Rack welcher Server steht. Eine Überwachungsanlage registriert darüber hinaus, wenn ein Server den Raum verlässt.

Power Usage Effectiveness (PUE)

T-Systems und Intel versprechen sich von dem Projekt wichtige Erkenntnisse, die dann in den eigenen vorhandenen und zukünftig geplanten Rechenzentren umgesetzt werden sollen. Ziel ist es beispielsweise, einen möglichst optimalen PUE-Wert (Power Usage Effectiveness) von 1,3 in neuen Rechenzentren zu erreichen. Dieser Wert setzt die insgesamt im Rechenzentrum eingesetzte Energie ins Verhältnis zum reinen Rechnerbetrieb. Heutige PUE-Werte für umluftgekühlte Rechenzentren liegen im Schnitt bei 1,7 bis 1,8.

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