Maßnahmen zur Drosselung des Strombedarfs Dropbox erreicht seine Nachhaltigkeitsziele mithilfe eigener Rechenzentren

Redakteur: Ulrike Ostler

Vor einem Jahr hat die Cloud-Collaboration-Plattform Dropbox angekündigt, im Kampf gegen die globale Erderwärmung den eigenen CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Jetzt meldet das Unternehmen das Erreichen wichtiger Meilensteine.

Firmen zum Thema

In der gesamten Branche sind die Rechenzentren für einen bestimmten Leistungsbereich ausgelegt. Jede Kapazität, die nicht genutzt wird, wird vergeudet - zu Kosten, die sowohl in Geld als auch in der Umweltbelastung bestehen. Dropbox strebt eine Auslastung von 85 Prozent an. Der Wert sei effizient und lasse dennoch zusätzliche Kapazitäten für Stromspitzen frei.
In der gesamten Branche sind die Rechenzentren für einen bestimmten Leistungsbereich ausgelegt. Jede Kapazität, die nicht genutzt wird, wird vergeudet - zu Kosten, die sowohl in Geld als auch in der Umweltbelastung bestehen. Dropbox strebt eine Auslastung von 85 Prozent an. Der Wert sei effizient und lasse dennoch zusätzliche Kapazitäten für Stromspitzen frei.
(Bild: Dropbox)

Vor rund einem Jahr hat sich Dropbox bis 2030 die folgenden Nachhaltigkeitsziele gesetzt:

  • Klimaneutralität für Scope 3-Emissionen durch Geschäftsreisen
  • Bezug von 100 Prozent erneuerbarer Energien für den Betrieb einschließlich der Rechenzentren
  • Unterstützung von Organisationen, die sich für den Klimaschutz engagieren
  • Mobilisierung des Teams im Rahmen eines freiwilligen Engagements für den Umweltschutz

Andrea Trapp ist VP Business International bei Dropbox.
Andrea Trapp ist VP Business International bei Dropbox.
(Bild: Dropbox)

Andrea Trapp, VP Business International bei Dropbox, dazu: „Als Unternehmen, das Rechenzentren betreibt, sind wir uns der Auswirkungen bewusst, die wir auf den globalen Energieverbrauch haben. Wir sind daher stolz darauf, dass Dropbox bereits heute alle Speicher-Server in den eigenen Rechenzentren mit Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energiequellen betreibt. Dies bedeutet, dass unsere Kunden keinen CO2-Fußabdruck hinterlassen, wenn sie ihre Daten bei Dropbox speichern.”

Dieser Meilenstein sind durch den Fokus auf drei wesentliche Bereiche erreicht worde, so das Unternehmen:

  • Wahrung einer erstklassigen Power Usage Effectiveness (PUE),
  • Optimierung des gesamten Stromverbrauchs
  • und Nutzung erneuerbarer Energiequellen.

Die Power Usage Effectiveness (PUE)

Die Power Usage Effectiveness misst, wie effektiv der Strom genutzt wird, der in den Rechenzentren verbraucht wird. Dies ist nicht nur für Dropbox wichtig, sondern auch für immer mehr Kunden. Das „Edelman 2021 Trust Barometer“ fand heraus, dass es um 5,7 Prozent wahrscheinlicher ist, dass Kunden Unternehmen vertrauen, die auf Nachhaltigkeit bauen.

Die PUE-Bewertung von Dropbox ist im Branchenvergleich nach eigenen Angaben „herausragend“ und lag 2020 mit 17 Prozent unter dem Branchendurchschnitt. Dies wurde durch die Implementierung von Außenluftökonomisierung und Wärmedämmung sowie durch die Maximierung der Stromnutzung in allen Bereichen erreicht. Darüber hinaus wird geplant, die Effizienz noch weiter zu optimieren, indem kontinuierlich nach innovativeren Lösungen für die aktuellen und zukünftigen Rechenzentren gesucht wird.

Der Stromverbrauch insgesamt

Eine Möglichkeit, den Stromverbrauch zu optimieren, ist es, dekommissionierte Hosts schnell abzuschalten. Denn in Rechenzentren gibt es häufig Server, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben.

Früher wurden diese Server durch Techniker manuell dekommissioniert. Mittlerweile setzt Dropbox aber auf ein neues „Pirlo“-System, das einen Server-Host automatisch abschaltet, wenn er aus dem Betrieb genommen wird. Dadurch lassen sich geschätzt 5 Prozent Strom über die Lebensdauer eines jeden Servers einsparen.

Der Stromverbrauch des Speicherracks sinkt um die Hälfte, indem der Festplattenmodus von Leerlauf (aber noch drehend) auf HDD-Standby umgeschaltet wird.
Der Stromverbrauch des Speicherracks sinkt um die Hälfte, indem der Festplattenmodus von Leerlauf (aber noch drehend) auf HDD-Standby umgeschaltet wird.
(Bild: Dropbox)

Zudem gibt es Server, die sich im Leerlauf befinden, aber Strom verbrauchen, obwohl sie keinem bestimmten Dienst zugewiesen sind. Daher wird aktuell in den Rechenzentren ein neuer Status eingeführt, der HDD Standby heißt. Dies soll zu einer Stromersparnis von zirka 50 Prozent bei Speicher-Hosts und von 25 Prozent bei HDFS-Hosts führen, während dennoch weiterhin auf die Server zugegriffen werden kann, wenn dies erforderlich ist.

Die Überwachung von Energie-Angebot und -nachfrage

Außerdem hat Dropbox das Team ausgebaut, welches das Angebot und die Nachfrage nach Energie überwacht, um die richtige Menge an Kapazitäten zu finden, die auf den Servern erforderlich ist, um den Stromverbrauch insgesamt zu senken. Ein monatliches Planungsmodell stellt sicher, dass die Kapazität jederzeit optimal genutzt wird. Dadurch können mehr Datenpunkte aufgebaut, die Zurechenbarkeit optimiert und Änderungen schneller vorgenommen werden.

Die Laufwerkskapazitäten steigen mit jeder Generation, während der Stromverbrauch gleich bleibt. Die für jedes Terabyte verbrauchte Energiemenge ist in diesem Diagramm nicht mehr zu erkennen.
Die Laufwerkskapazitäten steigen mit jeder Generation, während der Stromverbrauch gleich bleibt. Die für jedes Terabyte verbrauchte Energiemenge ist in diesem Diagramm nicht mehr zu erkennen.
(Bild: Dropbox)

Darüber hinaus steht auch der Einsatz von Hardware auf dem Prüfstand, so die Optimierung der Orchestrierungsplattformen zur Maximierung des gesamten Ressourcenverbrauchs zur Steigerung der Effizienz und zur Senkung des Energieverbrauchs zu Spitzenzeiten.

Zu guter Letzt wird auch die Speicherplattform verbessert, sodass sie eine 43 Prozent höhere Speicherkapazität aufweist. In der Zukunft werden noch weitere neue Technologien eingeführt, um die Verdichtung und Optimierung der Energie-Effizienz insgesamt fortzusetzen.

Partnerschaften mit Versorgungsunternehmen

Dropbox möchte sicherstellen, dass die in den Rechenzentren verbrauchte Energie erneuerbar ist, was mit dem Speicher beginnt. Daher hat Dropbox in diesem Jahr bereits hohe Investitionen zur Beschaffung erneuerbarer Energie getätigt und sich das Ziel gesetzt, den direkten Stromverbrauch der Speicherplattform zu 100 Prozent CO2-neutral zu gestalten.

„Wir pflegen aktive Partnerschaften mit öffentlichen Versorgungsunternehmen und Vermietern sowie unseren Cloud-Partnern, um sicherzustellen, dass wir unsere Ziele auf globaler Ebene erreichen werden. Und wir machen gute Fortschritte, denn in den letzten 1,5 Jahren haben wir den CO2-Fußabdruck unserer Rechenzentren um 15 Prozent reduziert. In den nächsten Jahren werden wir weiterhin innovative Wege finden, um unsere übergeordneten Nachhaltigkeitsziele bis zum Jahr 2030 zu erreichen”, so die offiziellen Zielsetzungen des Unternehmens.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:47579182)