OpenStack öffnet den Weg

Die interne IT-Abteilung wird zu einem Cloud-Anbieter

| Autor / Redakteur: Michael Ziegler / Ulrike Ostler

Wachsende Akzeptanz aber nicht unbedingt wachsendes Know-how?
Wachsende Akzeptanz aber nicht unbedingt wachsendes Know-how? (Bild: Experton/Bitkom)

OpenStack besteht aus einer Vielzahl an quelloffenen Software-Komponenten. Unternehmen sind damit in der Lage, mit überschaubarem Entwicklungsaufwand eine eigene leistungsfähige Cloud-Umgebung aufzubauen. Das sagt zumindest Michael Ziegler, Berater für IT-Infrastruktur und Spezialist für Virtualisierung, Mobile Computing, VMware und Open Source-Software bei Materna.

Den Schwerpunkt in OpenStack bilden Komponenten für Infrastructure as a Service (IaaS), um damit Server und Storage möglichst standardisiert im Rechenzentrum zu betreiben und somit die Grundlagen für die Cloud-Infrastruktur zu legen. Eine der Besonderheiten von OpenStack ist die Skalierbarkeit, da sich mit diesem Framework kleine Clouds mit wenigen Servern ebenso effizient betreiben lassen wie größte Umgebungen auf dem Niveau der bekannten US-Anbieter. OpenStack ist als kostenfrei verfügbar und wird von einigen der großen IT-Konzerne aus dem Datacenter-Umfeld unterstützt.

IT-Ressourcen aus der Cloud sind heute ein wichtiger Bestandteil in Rechenzentren. Im Idealfall kann die Fachabteilung die benötigten Leistungen einfach und schnell per Mausklick bestellen, sofern diese von der internen IT überhaupt angeboten werden.

Setzen die Fachbereiche jedoch ohne Wissen der IT-Abteilung auf extern zugekaufte Cloud-Services, entsteht eine gefährliche Schatten-IT. Festgelegte Richtlinien, Sicherheitsanforderungen und Service Levels werden so außer Kraft gesetzt und der dadurch entstandene Wildwuchs an IT-Lösungen schafft inakzeptable Sicherheitslöcher.

Somit sollten CIOs die Anforderungen nach schnell lieferbaren und standardisiert erbrachten IT-Leistungen der Fachbereiche erfüllen, um eine Schatten-IT zu verhindern. Für den Aufbau einer eigenen Cloud-Infrastruktur liefert die Open Source-Plattform OpenStack eine Vielzahl an Einzelbausteinen und offenen Schnittstellen.

Virtualisierung reicht nicht

Denn die Virtualisierung von Servern und Storage bringt nicht ausreichend Effizienzgewinn, um dem Anwender einen echten Mehrwert zu liefern. Erst mit OpenStack kommen ausreichend offene Schnittstellen zur Integration virtualisierter und kompatibler Fremdressourcen ins Spiel, um eine noch stärkere Automatisierung zu erreichen.

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So liefert das Telemetrie-Modul von OpenStack Daten zum Ressourcen-Verbrauch, so dass die IT-Abteilung individuelle Abrechnungsverfahren entwickeln kann. Ein OpenStack-Rechenzentrum hebt sich dadurch tatsächlich von einem virtualisierten Rechenzentrum ab, denn es ermöglicht eine bedarfsorientierte Abrechnung von Leistungen auf Basis diverser Nutzungsdaten.

Für verteilte Ressourcen bietet OpenStack mit dem Identity-Modul ein föderiertes Benutzer-Management. Das Dashboard stellt einheitliche und herstellerunabhängige Management-Sichten über die unterschiedlichen Ressourcentypen sowie eine einheitliche Orchestrierungskomponente bereit.

Vier Dinge braucht es zusätzlich

Mein Fazit: OpenStack ist heute als die zentrale Plattform für den Cloud-Betrieb einsetzbar. Das Framework bietet quelloffen die Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern und wird gleichzeitig von vielen Anbietern und Rechenzentrumsbetreibern akzeptiert. Dies sind entscheidende Argumente für das Cloud Computing im eigenen Haus.

Allerdings ist OpenStack zwar eine innovative Cloud-Plattform, doch dies allein genügt nicht, um die IT zum internen Cloud-Provider zu transformieren. Erst die automatisierte IT-Fabrik mit Services, die wie vom Fließband ausgeliefert werden, ebnet den Weg der IT-Abteilung hin zum Cloud-Provider. Hierzu gehört es auch, dass die Anwender die entstehenden Kosten im Vorfeld kennen, definierte Services und Service Level einkaufen können und diese schnell erhalten.

Vier Dinge sind zum Betrieb einer IT-Fabrik durch einen internen Cloud-Provider notwendig:

  • passende Software-Stacks,
  • die Strukturierung der angebotenen IT-Services mit Building Blocks,
  • ein IT-Service-Katalog mit Self-Services für die Anwender und schließlich
  • ein hoher Automatisierungsgrad der Leistungserbringung.

Beim Thema OpenStack berät Materna die IT-Organisationen bei der Planung und Realisierung von Transformationsprojekten. Eine von Materna entwickelte standardisierte und in der Praxis erprobte vierstufige Vorgehensweise erlaubt es, Zeit, Kosten und Qualität bei Transformationsprojekten zielgenau abzuschätzen. So können CIOs ihren virtualisierten Rechenzentrumbetrieb zu einer auf OpenStack basierenden Private Cloud ausbauen.

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