Künstliche Intelligenz, Cloud und Third Party Management

Die digitale Transformation im Rechenzentrum braucht Hilfe

| Autor / Redakteur: Sascha Petry* / Ulrike Ostler

Die Zeichen stehen auf digital und damit steigen die Anforderungen, die Verwicklungen und der Druck auf die Unternehmens-IT-Manager, selbst wenn Cloud und Automatisierung Entlastung versprechen.
Die Zeichen stehen auf digital und damit steigen die Anforderungen, die Verwicklungen und der Druck auf die Unternehmens-IT-Manager, selbst wenn Cloud und Automatisierung Entlastung versprechen. (Bild: gemeinfrei: Franck V. on Unsplash)

Mit Angeboten für Datacenter as a Service (DCaaS) und Software as a Service(SaaS) sollen sich Unternehmen den Betrieb eigener Rechenzentren komplett ersparen können. Aber kann diese Strategie wirklich funktionieren?

Die digitale Transformation führt zu immer kürzeren Innovationszyklen in der IT-Industrie. CIOs sollten sich daher eigentlich permanent mit den Einsatzmöglichkeiten neuer Technologien beschäftigen. In der Praxis drehen sich ihre Aufgaben aber meist darum, eine sich ständig verändernde IT-Landschaft am Laufen zu halten und die Anforderungen aus den Fachbereichen umzusetzen.

Dadurch kommen auf Dauer wichtige Innovationen zu kurz, um die IT weiterzuentwickeln, zumal Marktanalysten heute empfehlen, die digitale Transformation ganz oben auf die Prioritätenliste zu setzen. Denn: Laut den Analysten von IDC wird im Jahr 2022 bereits 60 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts digitalisiert sein, angetrieben von digitalem Wachstum in allen Branchen, so der Report „Worldwide IT Industry Predictions, 2019“.

Mehr Intelligenz für das Datacenter

Für IT-Manager ist es daher wichtig, sich laufend zu aktuellen Technologien und Trends zu informieren, denn die digitale Transformation macht nämlich nicht vor den Rechenzentren Halt. IDC geht davon aus, dass im Jahr 2022 bis zu 50 Prozent der IT-Komponenten in einem Rechenzentrum über integrierte KI-Funktionen verfügen.

Die KI kann hierbei auf die vorhandene Gebäudetechnik oder auf Smart-IT-Funktionen von Servern oder Festplatten zugreifen und die Geräte weitgehend autonom betreiben oder Betriebsparameter wie die IT-Kühlung noch detaillierter regeln. Funktionen wie Predictive Maintenance und Condition Monitoring für Storage- oder Server-Systeme können helfen, die Verfügbarkeit der IT zu erhöhen.

Grundlage dafür ist eine permanente Auswertung von Sensordaten und Log-Files durch eine lernfähige Analyse-Software. Auf Dauer entsteht so ein intelligentes IT-Expertensystem, das vorausschauend eine Wartung empfiehlt, vor einem Ausfall warnt oder dabei unterstützt, die Energiekosten wie zum Beispiel für die IT-Kühlung zu optimieren.

Die Cloud ist im Rechenzentrum angekommen

Eine weitere wichtige Komponente in einer modernen, digitalen IT-Infrastruktur sind IT-Services aus der Cloud. Eine aktuelle Studie der Cloud Foundry Foundation zeigt, dass das Vertrauen in die Cloud global steigt (Cloud Global Perception Study, 2019). So verstehen Anwenderunternehmen die digitale Transformation als einen Prozess, der ständige Anpassungen verlangt, wie beispielsweise die Verlagerung von Software-Anwendungen in die Cloud.

Laut dem „Digital Office Index“ 2018 des Branchenverbands Bitkom gilt in Deutschland der Maschinen- und Anlagebau als ein Vorreiter in der Cloud-Nutzung. Bereits jedes zweite Unternehmen dieser Branche greift dort auf die Cloud zurück und lässt die Systeme zudem von externen Dienstleistern betreiben. Aber auch branchenübergreifend wird die Cloud immer häufiger eingesetzt.

In der Studie „Multi-Cloud in deutschen Unternehmen“ berichten die Analysten von IDC, dass 68 Prozent der Unternehmen bereits Cloud-Services verwenden. Darüber hinaus haben 90 Prozent der Befragten bereits eine Cloud-Strategie definiert. Ein weiterer Gradmesser: Im Jahr 2018 entfielen weltweit bereits die Hälfte aller IT-Ausgaben auf die Cloud, so IDC.

Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass die Cloud für viele Unternehmen zu einem festen Teil ihrer IT-Strategie geworden ist. Die Diskussionen über ihre Vorteile gehen über die reine Kostenargumentation hinaus, da die Cloud vielfach die Rolle eines Innovationsmotors eingenommen hat. Daher sollten sich Unternehmen ohne Cloud-Strategie fragen, ob ihre Organisation im Vergleich zum Wettbewerb dauerhaft bestehen kann.

IT-Manager benötigen eine Cloud-Datacenter-Strategie

IT-Manager sollten an einer Strategie arbeiten, wie sie ihren Rechenzentrumsbetrieb auf die Anforderungen der Digitalisierung umstellen, also beispielsweise wie sich neue Technologien schneller in die eigenen Firmenabläufe integrieren lassen. Einige Experten sehen die Datacenter-Zukunft ausschließlich in der Cloud.

Wahrscheinlicher ist, dass sich im Rechenzentrum eine Mischung aus On-premises-Betrieb und Cloud-Services unterschiedlicher Provider durchsetzt. Vor allem der neue Trend zu dezentralen Edge-Infrastrukturen führt dazu, dass Unternehmen wieder verstärkt eigene Rechenzentren betreiben.

Statt einem zentralen Datacenter werden Unternehmen künftig viele kleinere IT-Systeme einsetzen, die in Filialen oder entfernten Produktionsstandorten stehen. Trends wie das Internet der Dinge und die Anforderung nach einer Echtzeit-Datenverarbeitung für eine Maschinensteuerung führen dazu, dass Unternehmen zunehmend solche dezentralen Edge-Infrastrukturen benötigen. Auch wenn viele der Edge-Systeme automatisiert ablaufen, so sind dennoch ein kontinuierliches Monitoring und ein schneller Vor-Ort-Support notwendig.

Freiräume sind wichtig

CIOs sollten rechtzeitig mit der Evaluation neuer Technologien beginnen, um die Abläufe im Rechenzentrum zu automatisieren und hierbei auch gezielt auf externe Dienstleister setzen. Außerdem sollte die Ausfallsicherheit verbessert werden: Nach wie vor treten in Rechenzentren Störungen auf, bis hin zum Totalausfall.

Dabei haben IT-Ausfälle heute eine deutlich höhere Auswirkung auf den Geschäftsbetrieb als noch vor einigen Jahren. Der Grund dafür ist die gestiegene Abhängigkeit der Unternehmen von einer hochverfügbaren IT.

Fällt ein E-Commerce- oder Shopping-System aus, schauen sich Kunden auf anderen Plattformen um und das Unternehmen verzeichnet einen Umsatzausfall. In der Praxis zeigt sich, dass die Gründe für eine IT-Störung häufig in einem Ausfall technischer Komponenten begründet ist, in einer erfolgreich durchgeführten Hackerattacke oder in einem Bedienungsfehler. Auch hier sollten IT-Manager auf externe Hilfe zurückgreifen und die Ausfallsicherheit sowie den Datenschutz von hochspezialisierten Experten prüfen lassen.

Die Komplexität lässt sich nicht ignorieren

All die aufgeführten Punkte zeigen: Das Management der IT-Infrastruktur wird insgesamt komplexer – trotz oder gerade wegen dem Einsatz der Cloud. Für die laufende Wartung und Instandhaltung der IT-Landschaft helfen Anbieter für das Third Party Management (TPM).

Sascha Petry: Die Komplexität für IT und Rechenzentren steigt und steigt; sie lässt sich nicht durch die eine Maßnahme in den Griff bekommen, es braucht Cloud, Automatisierung und fremde Hilfe.
Sascha Petry: Die Komplexität für IT und Rechenzentren steigt und steigt; sie lässt sich nicht durch die eine Maßnahme in den Griff bekommen, es braucht Cloud, Automatisierung und fremde Hilfe. (Bild: Reflect Yourself / People Photography, Inhaber Martina Schwarzer)

Diese bieten ergänzende Service-Leistungen auch über die Garantielaufzeit der Hardware-Hersteller hinaus, leisten herstellerübergreifenden Service und bevorraten eigene Ersatzteile, um im Fehlerfall schnell einen Schaden beheben zu können. Darüber hinaus leisten TPMs einen Multi-Vendor-Support und können so dem IT-Verantwortlichen einen Single-Point-of-Contact für alle Hardware-relevanten Störungen im Rechenzentrum bieten.

Außerdem beschäftigen TPMs erfahrene IT-Spezialisten, die über praxisnahe Erfahrung mit der digitalen Transformation verfügen und ihr Fachwissen an Kunden-CIOs weitergeben können. Mit Hilfe der externen Services werden aus Sicht des IT-Leiters administrative Abläufe rund um die IT-Wartung vereinfacht und die Verfügbarkeit des Rechenzentrums optimiert, da Fehler schneller erkannt und behoben werden können. Außerdem schaffen sich IT-Manager so die benötigten Freiheiten, um die eigene IT-Landschaft weiterzuentwickeln.

*Sascha Petry ist Director of Business Development Germany bei Park Place Technologies.

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