Wege in die Cloud

Die 3 Möglichkeiten einer SAP-Migration

| Autor / Redakteur: Michael Missbach* / Ulrike Ostler

Eine IT-Migration ist wie ein Umzug: die zugleich passende und unpassende Gelegenheit, zu entscheiden: Was einpacken und behalten? Was entsorgen? Was neu beschaffen oder aufhübschen?
Eine IT-Migration ist wie ein Umzug: die zugleich passende und unpassende Gelegenheit, zu entscheiden: Was einpacken und behalten? Was entsorgen? Was neu beschaffen oder aufhübschen? (Bild: gemeinfrei: stux auf Pixabay)

Über 60 Prozent der SAP-Systeme müssen in den kommenden Jahren migriert werden. Drei Wege zu diesem Ziel

SAP-Anwendungen sind für viele Unternehmen für ihre Geschäftsprozesse elementar – ob es um Enterprise Resource Management (ERP), „SAP ECC“ oder un ein Customer Relationship Management geht. Oft sind die Systeme lange im Einsatz, hochgradig an das jeweilige Unternehmen angepasst – und das von vielen verschiedenen Programmierern über einen langen Zeitraum.

Es verwundert daher nicht, dass viele Unternehmen mit der Umstellung auf die Cloud zögern. Sie fürchten den zeitlichen und finanziellen Aufwand, genau wie die Risiken hinsichtlich Datenverlust oder Ausfallzeit. 60 bis 80 Prozent der SAP-Kunden haben noch nicht umgestellt.

Letztlich können sie den Schritt aber nicht vermeiden: Da SAP die Wartungsverträge mit Oracle, Microsoft und IBM zum Jahr 2025 gekündigt hat, muss ihr Weg zu „HANA“ (oder „ASE“) führen. Darin liegen auch zahlreiche Vorteile.

Die Chancen

Durch die Migration zu HANA oder „S/4“ in einer Private oder Public Cloud ergibt sich die Gelegenheit, beim Code 'mal kräftig aufzuräumen und gleichzeitig die Infrastruktur wesentlich flexibler an den realen Bedarf anzupassen. Beides erhöht die Qualität und senkt die Betriebskosten. Die immer vorhandenen Migrationsrisiken lassen sich minimieren, wenn sie sich von einem kompetenten Partner unterstützen lassen, der mit erfahrenen Ressourcen, automatisierte Code-Konversion und Best Practices für rund laufende Migrationen sorgen kann.

Grundsätzlich gibt es drei Ansätze, die SAP-Migration durchzuführen. Transition, OS/DB-Migration und S/4HANA-Konvertierung. Sie unterscheiden sich im Umfang und Aufwand.

Grundlegend empfehlen wir allerdings, sie nicht isoliert zu betrachten oder nacheinander zu durchlaufen; denn manche raten zu einem Wechsel in die Cloud, gefolgt von der HANA-Migration und der abschließenden S/4-Umstellung. Das mag mit Blick auf Risikominimierung ein gangbarer Weg sein, aber wer sie parallel in Angriff nimmt, spart Kosten, Zeit und Aufwand.

Denn es werden nicht drei verschiedene Projekte nacheinander gesteuert. Und es geht vom ersten Tag darum, kundenspezifischen Code zu bereinigen und zu optimieren, statt veralteten, überflüssig gewordenen Code erst einmal zu migrieren, den man dann doch wieder ewig im neuen System mitschleppt.

Transition

Die Transition ist die Verlagerung des SAP-Systems vom Bestandssystem in die Private oder Public Cloud. Technisch betrachtet werden hier nur die Daten aus dem Quellsystem extrahiert, das Flat File in die neue Umgebung verschoben und das System dort geladen. Mit dem SAP-Code selbst passiert dabei überhaupt nichts, für Endanwender sieht auch alles gleich aus.

Es wird dank aktueller Hardware alles nur schneller und das System kann flexibler auf Lastwechsel reagieren. Um Stillstandszeiten beim Umzug des Produktivsystems zu minimieren, teilen erfahrene Experten Tabellen sorgfältig auf und maximieren die Parallelität der verfügbaren Infrastruktur.

OS/DB-Migration

Wird das Betriebssystem oder Datenbanksystem gewechselt, spricht man von einer OS/DB-Migration. Auch hierbei sind kundenspezifische Prozesse und Codes nicht betroffen, sondern werden eins zu eins übernommen. Das alte Betriebssystem und die alte Datenbank werden nach HANA (oder ASE) unter Linux migriert. Erfolgt die Migration mit der Transition, ist von einer Transmigration die Rede.

Wie gesagt: Man kann in die Cloud und auf HANA migrieren, ohne Code und Prozesse anzufassen. Letztlich ist es aber effizienter, diese schon bei dieser Gelegenheit zu bereinigen. Alten oder schlecht geschriebenen Code einfach nur durch bessere Infrastruktur zu beschleunigen, macht ihn ja nicht besser.

Allerdings gilt dabei, dass die Anpassung und das Testen von Code Aufwand verursacht, den Unternehmen schlecht schätzen können. Das kann das Projekt über Zeit- und Budgetgrenzen bringen.

S/4HANA-Konvertierung

Die arbeitsintensivste Version der Migration stellt die S/4HANA-Konvertierung dar. Sie aktualisiert nicht nur die Geschäftsprozesse, sondern auch die grundlegende Datenstruktur. Das heißt auch, dass spätestens jetzt zwingend eine Code-Konvertierung erfolgen muss.

Ganz egal ob im Rahmen einer Migration oder einer S/4HANA Einführung, die manuelle Konvertierung von kundenspezifischem Code kann zusammen mit den notwendigen Tests leicht mehrere Monate dauern und die Kosten dafür sind kaum abzuschätzen. Daher ist es gut zu wissen, dass ein Managed Services Provider wie Rackspace im Rahmen einer Partnerschaft über automatische Konvertierungs-Tools verfügt, mit denen die komplette Code Konvertierung binnen zwei Wochen zum Festpreis erledigt ist.

Der Weg in die Cloud

Um diese Migration erfolgreich zu meistern, hat SAP die „DB Migration Factory“ gegründet, die externe Partner zertifiziert – Rackspace ist einer von ihnen. Erfahrene Migrationsspezialisten, Automatisierungs-Tools und bewährte Prozessen helfen, die Migration in die Cloud erfolgreich zu meistern und die Wertschöpfung zu beschleunigen.

Interessenten sollten bei der Auswahl von Partnern also auf diese Zertifizierung achten und darauf, dass ihnen kompetente Ansprechpartner eine Zeit- und Arbeitsaufwandschätzung, eine Migrationsplanung, Proof of Concept und Prototyping bieten können. Dann sollten sie in guten Händen sein.

* Michael Missbach ist Leiter des Rackspace SAP Specialist Competence Center.

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