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SQS Software Quality Systems erläutert, was falsch lief Die 10 spektakulärsten Software-Fehler 2013

| Redakteur: Ulrike Ostler

Von den weitreichendsten Software-Fehlern des Jahres 2013 waren neben Unis, Banken und Versicherungen auch Energiedienstleister und Industriefertiger betroffen, so die SQS Software Quality Systems AG. Das Unternehmen befragt jeweils zum Jahresende seine Berater nach den Top-10-Pannen der vergangenen zwölf Monate.

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Alles kaputt - was übrig bleibt, sind Fragen.
Alles kaputt - was übrig bleibt, sind Fragen.
(Bild: Scott Maxwell/ Fotolia.com)

„Bei Finanzdienstleistern, Telekommunikationsunternehmen und Behörden hängen wichtige Services schon seit den Neunzigern von IT-Systemen ab. Deshalb haben sie auch lange die jährlichen Top 10 der Software-Fehler dominiert“, interpretiert Jochen Brunnstein, Principal Consultant bei SQS Software Quality Systems, die diesjährige Liste.

Relativ neu vertreten seien hingegen Industriefertiger und Versorgungsunternehmen. Deren Kerngeschäft werde erst jetzt durch Software wirklich revolutioniert, zum Beispiel in der Automobilelektronik oder das Smart Metering bei Energieanbietern. Doch hier die Liste:

1. Start von „Obamacare“: Software schluckt ein Drittel der Versicherungsanträge

Die politisch hoch kontroverse Krankenversicherung „Obamacare“ in den USA schlug bei ihrem Start erneut hohe Wellen. Das für die Umsetzung der Versicherung zuständige Gesundheitsportal sah sich im vergangenen Herbst gleich mehrfach Kritik an seiner Software ausgesetzt.

Der gravierendste Mangel: Rund ein Drittel der Versicherungsanträge konnte zunächst nicht weiter verarbeitet werden. Aufgrund von Software-Fehlern blieben die im Portal ausgefüllten Antragsformulare liegen und erreichten die zuständigen Versicherer nicht.

Grund war unter anderem eine Systemroutine, die das Eintragen der Sozialversicherungsnummer unterband. Die betroffenen Bürger gerieten dadurch in die Gefahr, trotz korrekter Anträge zunächst keinen Versicherungsschutz zu erhalten.

Neben dieser Großpanne beschwerten sich zahlreiche Bürger über die schlechte Bedienbarkeit der Software und Fehler in den Formularen. Zudem hatten rund 35.000 Nutzer länger als eine Woche Schwierigkeiten, sich einzuloggen, obwohl das System eigentlich auf 800.000 Besucher ausgelegt war. Verantwortliche des Gesundheitsportals rieten den Antragstellern deshalb, bei den jeweiligen Versicherern zusätzlich nachzufragen, ob diese ihren Antrag ordnungsgemäß erhalten haben.

2. Fast-Blackout des nationalen Stromnetzes in Österreich

Eine einfache Zählerstandsabfrage hat das österreichische Stromnetz im Mai vergangenen Jahres an den Rand eines völligen Zusammenbruchs gebracht und damit auch Stromnetze in anderen europäischen Ländern gefährdet. Dabei hatte sich zunächst ein Steuerungsbefehl bei der Inbetriebnahme eines neuen Erdgas-Leitsystems in Süddeutschland in das Steuerungssystem der europäischen Stromnetze verirrt, sich dort multipliziert und dadurch den Strombetrieb fast zum Absturz gebracht.

Der Selbstläufer glich dabei einer so genannten „Distributed Denial of Service“-Attacke (DDoS), bei der Angreifer einen Server durch eine Flut von Anfragen in die Knie zwingen. Nachdem die Systempanne öffentlich geworden war, erklärte ein Vertreter der zuständigen Stromregulierungsbehörde gegenüber dem Österreichischen Rundfunk (ORF), dass die Sicherheitslevels der IT-Informationssysteme bei den Stromversorgern hochgefahren werden müssten.

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