SQS Software Quality Systems erläutert, was falsch lief

Die 10 spektakulärsten Software-Fehler 2013

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8. Hunderte Flugausfälle und -verspätungen durch Telefon-Crash

Nachdem ein Software-Fehler das interne Telefonsystem einer großen europäischen Luftsicherheitszentrale lahmlegte, kämpften Passagiere und Fluggesellschaften mit erheblichen Verspätungen. Hunderte Flüge mussten ganz ausfallen. 1.300 Flüge und damit acht Prozent des europäischen Luftverkehrs wiesen zum Teil mehrstündige Verspätungen auf. Durch den Telefon-Crash, der zwölf Stunden lang anhielt, konnte die Behörde die Flüge dieses Tages nur verzögert oder gar nicht bearbeiten.

Der Fehler trat auf, als die Systeme am frühen Morgen vom Nacht- auf den Tagbetrieb umgestellt wurden. Das betroffene System war dabei keine einfache Telefonanlage. Mit ihm kommunizieren vielmehr Fluglotsen mit ihren Kollegen in anderen nationalen und internationalen Kontrollzentren.

9. Millionen von Kunden ohne Telefon- und SMS-Services

Sechs bis sieben Millionen Kunden eines nationalen Telefonanbieters mussten im Oktober vergangenen Jahres vier bis fünf Stunden lang ganz auf Mobiltelefonate und Textnachrichten verzichten. Wegen eines Software-Fehlers wurden die Schaltrelais des Telefonnetzes vorübergehend mit Netzwerksignalen überflutet.

Dies führte dazu, dass sich die Relais selbst abschalteten und neu starteten. Der Zusammenbruch des gesamten Netzes für Telefonverbindungen und Textnachrichten war die Folge, zumal einzelne Relais länger brauchten, bis sie wieder aktiviert waren. Datenservices waren von dem Großausfall nicht betroffen.

10. Neue Logistik-Software bremst Ersatzteile fürs Auto aus

Die Werkstattkunden eines großen deutschen Autoherstellers mussten sich im vergangenen Jahr zum Teil wochenlang gedulden, bis sie benötigte Ersatzteile erhielten. Grund war eine Software-Umstellung im zentralen Logistiksystem des Autounternehmens.

In den Tagen und Wochen nach der Umstellung baute sich ein Lieferrückstand von bis zu 200.000 Einzelteilen auf. Weltweit waren rund 5.000 Händler und Niederlassungen betroffen. Unter besonders langen Wartezeiten litten kurioserweise Kunden in direkter Nähe des Zentrallagers, da dieses für sie als Direktauslieferer fungiert. Um den Schaden für die Kundenzufriedenheit in Grenzen zu halten, ließ der Autohersteller die Mitarbeiter im Zentrallager auch am Wochenende und nachts Sonderschichten arbeiten.

Immense Schäden

Laut SQS-Analyst Brunnstein zeigt diesjährige Liste, dass gravierende Software-Fehler selten nur Imageschäden verursachen. „Nehmen wir das Beispiel Obamacare: Der wegen schlechter Software holpernde Start hat noch einmal beachtlichen politischen Flurschaden hinterlassen“, so Brunnstein.

Bei Privatunternehmen verursachten großen Software-Pannen fast immer beträchtliche Geldverluste. Brunnstein: „Der wirtschaftliche Schaden ist in diesen Fällen immer um ein Vielfaches größer als das, was das notwendige Maß an vorbeugender und systematischer Software-Qualitätssicherung gekostet hätte.“

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