Schlechte Erfahrungen bewegen wieder zur On-Premises-Speicherung personenbezogener Daten

Deutsche Firmen denken laut über „Unclouding“ nach

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Jedes vierte deutsche Unternehmen will persönliche Daten aus der Cloud zurückholen und wieder vor Ort speichern.
Jedes vierte deutsche Unternehmen will persönliche Daten aus der Cloud zurückholen und wieder vor Ort speichern. (Bild: © PhotoGranary - stock.adobe.com)

Unternehmen, die bereits personenbezogene Daten in der Cloud gespeichert haben, wollen diese aus Sicherheitsgründen wieder vor Ort platzieren. Diesen Schritt des „Unclouding“ erwägt fast die Hälfte der Unternehmen weltweit, die private oder öffentliche Cloud-Dienste zur Speicherung ihrer Daten nutzen.

Für seinen globalen „Cloud Data Security Report 2019“ hat Netwrix, Anbieter von Informationssicherheits- und Governance-Software das Feedback von 749 Unternehmen weltweit eingeholt. Die Ergebnisse des Jahresberichts zeigen, dass 46 Prozent der Unternehmen, die personenbezogene Kundendaten (PII) in der Cloud speichern, erwägen, diese aus Gründen der Datensicherheit wieder in das Unternehmen zu verlagern. Sehr viele hatten im vergangenen Jahr bereits Sicherheitsvorfälle, wovon mehr als die Hälfte nicht diagnostiziert werden konnten.

Die Hälfte der Befragten speichert persönliche Daten von Kunden und Mitarbeitern in der Cloud, aber weit weniger sind bereit, ihre Finanzdaten oder geistiges Eigentum dort zu speichern (26 Prozent beziehungsweise 16 Prozent). Deutsche Unternehmen sind hier noch vorsichtiger als die internationalen Umfrageteilnehmer. Obwohl fast die Hälfte (47 Prozent) der deutschen Unternehmen PII in der Cloud speichert, würden 40 Prozent dort niemals Zahlungs- oder Finanzdaten speichern.

An der Datensicherheit wird gespart

75 Prozent der Unternehmen weltweit, die Kunden-PII in der Cloud speichern, aber nicht alle ihre Daten klassifizieren, erlebten einen Sicherheitsvorfall. In Deutschland waren es 62 Prozent der Firmen, die PII speichern, aber nicht ihre gesamten Daten klassifizierten. Die Hälfte von ihnen mussten im vergangenen Jahre mindestens einen Sicherheitsvorfall registrieren. Und nur wenig mehr konnten den Bedrohungsakteur hinter ihren Sicherheitsvorfällen nicht ausmachen.

Rund ein Drittel der weltweit Befragten, die alle ihre sensiblen Daten in der Cloud speichern, hatte in den letzten zwölf Monaten Probleme mit der Sicherheit. Etwa genauso viele halten Geschäftsanwender für die größte Sicherheitsbedrohung, während 16 Prozent der Befragten die Mitglieder des IT-Teams für ein Sicherheitsrisiko halten. 36 Prozent der befragten Unternehmen konnten jedoch nicht feststellen, wer tatsächlich für einen Sicherheitsverstoß in der Cloud verantwortlich war, verglichen mit nur 6 Prozent im Jahr 2018.

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der zufälligen Fehler um 14 Prozent und der Anteil der Malware-Angriffe um 11 Prozent gestiegen, während der Anteil der externen Angriffe um 20 Prozent sank. Eigentlich planen die meisten der befragten Unternehmen, ihre Cloud-Datensicherheit durch Verschlüsselung, Überwachung der Benutzeraktivität und Mitarbeiterschulung zu erhöhen. Allerdings müssen mehr als die Hälfte von ihnen mit dem gleichen Cloud-Sicherheits-Budget wie im Vorjahr auskommen.

Auszug aus der Cloud wird realistischer

Bezogen auf die deutschen Umfrageteilnehmer zeigt sich auch hier ein Trend: 27 Prozent wollen „Unclouding“, also die Verschiebung von Daten aus der Cloud zurück zu einem lokalen Standort, künftig in Erwägung ziehen. Ihre Hauptgründe dafür sind Sicherheit (45 Prozent) und Kosten (32 Prozent). Das ist insofern bemerkenswert, da gleichzeitig als häufigste Einflussfaktoren für die Verschiebung der PII in die Cloud Kostenreduzierung (40 Prozent) und Datenverfügbarkeit für mobile Mitarbeiter (33 Prozent) genannt wurden.

Fast dreiviertel der deutschen Unternehmen haben ihre Daten nicht klassifiziert. Die Mehrheit (70 Prozent) derer, die Unclouding in Erwägung ziehen würden, möchten zuerst PII zurück verschieben. Um die Datensicherheit in der Cloud zu verbessern, planen aber 82 Prozent der deutschen Unternehmen, Daten zu verschlüsseln, und mehr als die Hälfte will die Nutzeraktivitäten rund um die Daten stärker überwachen.

Vielen Unternehmen hierzulande fehlen jedoch ebenfalls ausreichende Ressourcen, um ihre Pläne in die Tat umzusetzen. Fast die Hälfte sagte, ihr Budget für die Sicherheit der Cloud sei nicht gestiegen, und lediglich 18 Prozent berichteten von einer Budgeterhöhung von durchschnittlich 17 Prozent.

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`` Unclouding `` ist doch ein permanenter Wunsch und Traum in der DC Branche, kein deutsches...  lesen
posted am 06.06.2019 um 12:27 von Unregistriert


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