Hypervisoren Type 1 und Typ 2: Bare-Metal-Hypervisor jetzt auf Endgeräten

Der neue Xendesktop-Client: Virtual Desktops für alle, Teil1

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Hypervisoren: eine Frage des Typs

Im Wesentlichen sind es zwei Hauptargumente, die auch auf der Client-Seite für den Einsatz eines Typ-1- statt eines herkömmlichen Typ-2-Hypervisors sprechen: Performance-Vorteile und zusätzliche Sicherheit. Angesichts der heute weit verbreiteten leistungsstarken CPU-Boliden laufen zwar auch herkömmliche Hypervisoren meist ganz ordentlich; an ihre Grenzen stoßen sie jedoch bei grafikintensiven Anwendungen. Denn ein emulierter 3D-SVGA-Treiber, typisch für Typ-2-Hypervisoren, ist und bleibt eben nur eine Emulation. Bare-Metal-Hypervisoren hingegen bleiben mit ihrem Performance-Overhead deutlich unter fünf Prozent. In der Praxis fällt solch ein geringer Leistungsverlust nicht auf, die virtuelle Maschine läuft scheinbar mit der Performance einer nativen Installation. Damit eignet sich die Bare-Metal-Client-Virtualisierung sogar für grafikintensive Anwendungen wie 3D-Rendering oder Multimedia-Applikationen sehr gut, insbesondere im Pass-Through-Modus, der den Direktzugriff einer VM auf den Grafikprozessor der Client-Maschine erlaubt.

Das zweite Hauptargument betrifft die leidige Frage des Client Security Managements: Nur Bare-Metal-Hypervisoren ermöglichen dem Administrator die durchgängige Kontrolle des gesamten Software-Stacks und machen die Client-Virtualisierung damit tauglich für den Unternehmenseinsatz. Denn wenn das Host-Betriebssystem eines Client-Geräts einmal mit Malware infiziert ist, dann ist die Chance groß, dass auch die Gast-VMs nicht mehr sicher sind - ein Risiko, das in einschlägigen Foren diskutiert wurde.

Bare Metal-Hypervisor

Mit Citrix XenClient ist nun erstmals ein Bare-Metal-Hypervisor für Endgeräte auf dem Markt. Der Hypervisor basiert auf der Xen 64-Bit-Open-Source-Virtualisierungstechnologie und ermöglicht damit den schnellen, zuverlässigen Betrieb und die vollständige Isolation mehrerer parallel laufender VMs mit geringem Overhead (Bild 1). Die XenClient-Architektur ist in Bild 2 dargestellt: Auf der Hypervisorenschicht setzt eine Control Domain auf, die für die Steuerung des VM-Betriebs zuständig ist. Die erste VM ist dabei immer die so genannte Service VM. Sie enthält den Citrix Receiver für XenClient. Ein Connector ermöglicht die zentrale Verwaltung der Desktops. Über den Synchronizer für Xen Client kann der Administrator virtuelle Desktops bereitstellen und lokale Richtlinien durchsetzen. Diese Richtlinien können das Update- und Backup-Verhalten des Clients ebenso betreffen wie die Möglichkeiten, Ports und Funktionen freizuschalten oder zu blockieren.

Insgesamt lassen sich maximal etwa bis zu neun virtuelle Desktops auf einer Maschine gleichzeitig betreiben. Diese Limitierung ist nicht dem Hypervisor geschuldet, sondern dem Umstand, dass ab einer gewissen Zahl von VMs der Festplatten-I/O zum Engpass wird. Eine dieser VMs ist im Unternehmensalltag ein vom Client-Administrator bereitgestellter Business-Desktop; dem Anwender steht es aber frei, Wizard-gestützt weitere VMs auf dem Gerät zu installieren.

*Walter Hofstetter ist Senior Systems Engineer XenDesktop EMEA bei Citrix Systems

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