Mehr als 50 Milliarden Dollar Der Markt für Datacenter-Infrastruktur wächst nahezu ungebremst

Autor Ulrike Ostler

Global Market Insights prognostiziert, dass der Markt für Rechenzentrumsinfrastruktur bis 2027 um durchschnittlich rund 11,5 Prozent per anno wachsen wird. Das Marktforschungsunternehmen versteht darunter Server, Switches, Firewalls, Speichersysteme, Application-Delivery-Controller und Router sowie USV, Kühl- und Stromversorgungssysteme, Generatoren, Brandunterdrückung, Anschlüsse und Belüftung sowie unterstützende Software.

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Der Rechenzentrumsmarkt wächst mitsamt Cloud-Nachfrage und Co-Location-Angeboten. Deswegen steigt auch die Nachfrage noch Datacenter-Infrastruktur. Doch die Kunden mögen es flexibel, unkompliziert und günstig.
Der Rechenzentrumsmarkt wächst mitsamt Cloud-Nachfrage und Co-Location-Angeboten. Deswegen steigt auch die Nachfrage noch Datacenter-Infrastruktur. Doch die Kunden mögen es flexibel, unkompliziert und günstig.
(Bild: PublicDomainPictures auf Pixabay)

Verantwortlich für die steigende Nachfrage nach leistungsstarken Kühl-, Strom-, Netzwerk- und Sicherheitssystemen sind laut Global Market Insights die Cloud-Service-Provider. Sie investieren stark in Edge-Rechenzentren, um rechenintensive Anwendungen wie KI, IoT und Big Data zu unterstützen, denn generell und weltweit nimmt die Nutzung von Online-Diensten zu.

Das Marktforschungsunternehmen führt in seinem Bericht „Data Center Infrastructure Market Report“ aber noch weitere Trends, die zur Marktentwicklung beitragen, auf:

  • rasche Entwicklung der Infrastruktur in verschiedenen Endnutzungssegmenten in Nordamerika und Europa
  • weitverbreitete Einführung von Cloud Computing und IoT in Asien-Pazifik
  • zunehmende Anzahl neuer Rechenzentren in Südamerika
  • Anstieg der Anzahl von kleinen und mittelständischen Unternehmen in Indien
  • Durchdringung mit Co-location-Rechenzentren in Brasilien
  • Vorhandensein von Freihandelszonen in Kolumbien
  • unternehmensfreundliche Regulierungen in Chile
  • Wachstum des öffentlichen Sektors in Peru
  • steigende Urbanisierung in Nahen Osten und Afrika

Die Rechenzentrumsinfrastruktur soll die Agilität der Rechenzentren verbessern mit Services, die den maximalen Wert, das Umsatzwachstum und die Energie-Effizienz fördern. So haben globale Anbieter ihr Portfolio in Richtung führen kostengünstige und effiziente Rechenzentrumsinfrastrukturlösungen für geschäftskritische Anwendungen erweitert. Zu dieser Gruppe zählt Global Market Insights Vertiv Group Co., Dell Technologies, Hewlett Packard Enterprise, Eaton Corporation, Huawei Technologies Co., Ltd, Schneider Electric SE, Panduit Corporation, Cisco Systems Inc., ABB Ltd. ,Black Box Corporation, Degree Controls Inc. und Climateworx International.

Im Jahr betrugt laut Global Maret Insights der Umsatz mit DataCenter-Infrastruktur im Jahr 2020 noch 50 Milliarden Dollar. Das Wachstum soch 11,5 Prozent jährlich betragen.
Im Jahr betrugt laut Global Maret Insights der Umsatz mit DataCenter-Infrastruktur im Jahr 2020 noch 50 Milliarden Dollar. Das Wachstum soch 11,5 Prozent jährlich betragen.
(Bild: Global Market Insights)

Als Beispiel führen die Analysten die Einführung von „Galaxy VS“ an, eine 3-Phasen-USV von Schneider Electric (siehe: „Dreiphasige Doppelwandler-Modelle; USV-Systeme für den Betrieb mit externen Batterieschränken“). Die Unterbrechungsfreie Stromversorgung soll skalierbar und leistungsstark sein und ist für den Einsatz in kleinen und mittelgroßen Rechenzentren gedacht.

Auch Fortschritte und Innovationen bei Stromversorgungs- und Kühlungslösungen treiben die Expansion des Marktes für Rechenzentrumsinfrastrukturen voran. Dazu gehört die Implementierung von Künstlicher Intelligenz und Maschinellem Lernen: in Kühlsystemen etwa verbessert sie die Leistung und Verfügbarkeit der Rechenzentrumsinfrastruktur.

Die Huawei Technologies Co. Ltd. zum Beispiel hatte im August 2019 das Wärme-Management „Icooling“ auf den Markt gebracht. Das System nutzt KI und Big Data, um den Energieverbrauch von Rechenzentren zu reduzieren und gleichzeitig eine intelligente Kühlung zu ermöglichen und die PUE-Werte zu senken.

Die Herausforderungen

Während der Corona-Lockdowns im ersten und zweiten Quartal 2020 hatte die Entwicklung einen leichten Dämpfer bekommen, auch weil Bauvorhaben gestoppt waren. Mit der Wiederaufnahme der industriellen Aktivitäten gewann der Markt jedoch im dritten Quartal 2020 wieder an Zugkraft. Über die jetzigen Engpässe etwa beim Material wie Bauholz oder fehlende Container beziehungsweise deren Auswirkungen gibt es noch keine Erkenntnis.

Zu den Herausforderungen zählt der Report aber bereits die Balance zwischen Kostenkontrolle und Effizienz, die Verlangsamung in der Halbleiterindustrie und die steigenden Kosten für Rohmaterialien und Facharbeiter.

Dass die Stromversorgung und die Energietechnik in den Rechenzentren nicht nur deutsche Themen sind, macht der Report ebenfalls deutlich. Laut der Energy Technologies Area (ETA), einer Organisation, die dem US-Energieministerium (DoE) unterstellt ist, verbrauchen Rechenzentren in den USA im Jahr 2020 rund 73 Milliarden Kilowattstunden. Um den Stromverbrauch und die Umweltbelastung zu reduzieren, setzen die Betreiber von Rechenzentren auf kleinere und kompaktere Systeme.

Der Markt für Rechenzentrumsinfrastruktur in Europa machte bereits 2019 mehr als 30 Przent des weltweiten Umsatzes aus.
Der Markt für Rechenzentrumsinfrastruktur in Europa machte bereits 2019 mehr als 30 Przent des weltweiten Umsatzes aus.
(Bild: Global Market Insight)

In den USA wird der Markt für Datacenter-Stromversorgungstechnik bis 2027 eine Wachstumsrate von mehr als 7 Prozent aufweisen. Grund dafür ist die steigende Nachfrage nach HPC-Rechenzentren (High-Performance Computing), die mit leistungsfähigeren Prozessoren und einer höheren Serverdichte ausgestattet sind. GPUs und KI-Verarbeitungschips erzeugen im Vergleich zu herkömmlichen CPUs deutlich mehr Wärme, was den Energieverbrauch etwa durch mehr Kühlung erhöht.

Der indische Markt für Rechenzentrumsinfrastruktur wird voraussichtlich bis 2027 eine durchschnittliche Wachstumsrate von 17 Prozent pro Jahr erreichen. So eröffnete die Oracle Corporation im Juni 2020 das zweite Rechenzentrum in Indien, um die wachsende Nachfrage nach sicheren Cloud-Diensten bei ihren bestehenden und neuen Kunden zu befriedigen.

In ähnlicher Weise errichtete Yotta Infrastructure Solutions im Januar 2020 das Rechenzentrum „Yotta NM1“, um seine Präsenz auf dem indischen Markt zu erweitern. Das Rechenzentrum hat eine Gesamtkapazität von 30.000 Racks und 210 MW Leistung. Kein Wunder also, dass auch dort wie insgesamt die Nachfrage nach Hardware, einschließlich physischer Server, Racks und Chassis, Kabel, Speicher sowie Netzwerke steigt.

Der Markt für Rechenzentrumsinfrastruktur in Europa macht mehr als 30 Prozent des weltweiten Umsatzes aus. Laut Global Market Insights ist das begünstigt durch die Verfügbarkeit von Grundstücken, erneuerbare Energie, Steuervorteile und günstigen klimatischen Bedingungen, Denn das habe Cloud- und Co-Location-Dienstleister dazu ermutigt, Rechenzentren in der Region zu errichten.

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