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Redundante Rechenzentren für Behörden und öffentliche Institutionen Dataport-Datacenter im Doppelpack

| Redakteur: Wilfried Platten

Bereits vor ihrer Inbetriebnahme hat Akquinet für seine Twin Datacenter in Hamburg und Norderstedt den Deutschen Rechenzentrumspreis in der Kategorie „Energie-effiziente Großrechenzentren“ und den „International Datacentre & Cloud Award“ in der Kategorie „New Datacentre of the Year“ gewonnen.

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Huckepack: Eine überbaute Sporthalle nutzt die Abwärme des Rechenzentrums.
Huckepack: Eine überbaute Sporthalle nutzt die Abwärme des Rechenzentrums.
(Bild: Akquinet)

Die beiden Rechenzentren werden mit einem Investitionsvolumen von rund 50 Millionen Euro für Dataport, einen IT-Dienstleister diverser norddeutscher Behörden und öffentlichen Institutionen, errichtet. Hier sollen zunächst die Daten von vormals sieben Rechenzentren gebündelt werden.

Die Datacenter haben eine fast identische Infrastruktur und sind angelegt für gegenseitigen Backup. Nach den Wünschen des öffentlichen Nutzers hat Akquinet besondere Sicherheitsvorkehrungen für beide Gebäude geschaffen, die möglichen Ausfällen durch Schäden, Angriffe oder menschliches Versagen vorbeugen sollen.

Sicherheit durch Redundanz

Die gesamte Planung erfolgte nach dem N+N-Prinzip: Alle Sicherheitssysteme existieren in jedem der beiden Gebäude doppelt und völlig unabhängig voneinander. Dazu zählen unter anderem die USV-Systeme, Batterien für den Pufferbetrieb, Dieselaggregate für Ersatzbetrieb und das Stickstoff-Brandlöschsystem.

Bei einem Stromausfall können sich die Rechenzentren unter Volllast rund 72 Stunden ohne nachzutanken weiter selbst mit Strom versorgen.

Auch der Eintritt von Personen und Waren wird durch ein differenziertes Sicherheitssystem gesteuert. Per Karte gelangen Mitarbeiter und Kunden nur in die Räume, die auch für sie freigegeben wurden.

Für IT- und TGA-Mitarbeiter (TGA = Technische Gebäude Ausrüstung) wurden völlig getrennte Wegesysteme geschaffen. Das Hamburger Rechenzentrum wird nach Fertigstellung den Level Tier 3 extended (TÜV IT) erreichen. Im Verbund werden die Datacenter sogar nach Level 4 zertifiziert sein und damit die höchstmögliche Stufe erreichen. Auch die BSI-Sicherheitsanforderungen werden erfüllt.

Hohe Energie-Effizienz

Die Gebäude wurden nach Green-IT-Grundsätzen und nach den Grenzwerten international anerkannter Standards für den Betrieb Energie-effizienter RZ-Kühlung (ASHARE-Richtlinien) konzipiert. In der zweiten Ausbaustufe sollen beide Gebäude unter Volllast einen PUE-Wert von nur 1,3 erreichen.

PUE (power usage effectivness) ist ein von der The-Green-Grid-Organisation definierter Richtwert. Er setzt die insgesamt im Rechenzentrum verbrauchte Energie ins Verhältnis zur Energie-Aufnahme der Rechner. Ein Wert von 1,3 gilt aktuell als Benchmark. Er bedeutet, dass „nur noch“ 30 Prozent der eingesetzten Energie ineffizient verbraucht werden.

Die Kältemaschinen

Um dies zu erreichen, wurden "Quantum- Kältemaschinen" installiert, die speziell auf die Anforderungen der Rechenzentren ausgelegt wurden. Erstmalig wurden in einem deutschen Datacenter großflächig Coolwalls statt herkömmlicher Umluft-Kühlgeräte eingebaut. Sie werden so gesteuert, dass sich ihr Betriebsverhalten den Lastverhältnissen in den IT‐Räumen anpasst.

Es kommen zudem bevorzugt Materialien und Anlagen mit hoher Lebensdauer und guten Recycling-Optionen zum Einsatz wie Stahl oder Kupfer. Am Hamburger Standort Alsterdorf wird ein Teil des Gebäudes durch eine Turnhalle überbaut, die partiell durch Abwärme aus dem Rechenzentrum beheizt werden soll. Diese Technik führt zu einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes von bis zu 40 Prozent gegenüber dem vorherigen Bedarf des Auftraggebers. Eine papierlose Dokumentation zur Gebäudeverwaltung soll das Green IT-Konzept ergänzen.

Integrationskonzept

Die beiden Rechenzentren werden als Integrationsbetriebe betrieben: 40 Prozent der Arbeitsplätze sind Menschen mit Behinderung vorbehalten.

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