Tier-IV-Sicherheit und PUE 1,2

Das größte und effizienteste Datacenter der Zentralschweiz

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Verfügbarkeit auf Level IV

Vorstandschef Moder führt aus: „Mit dem geeigneten Standort ging es ans konkrete Projekt und auf die Suche nach ersten Kunden.“ Mit Suva, dem größten Unfallversicherer der Schweiz, gewann die CKW Fiber Services bald einen bedeutenden Ankerkunden für das neue Zentrum. Damit flossen indes auch deren äußerst hohe Anforderungen an die Verfügbarkeit mit ins Design ein.

Die Warmgang-Einhausung gehört zu den wichtigsten Energie-Effizienz-Maßnahmen bei der CKW Fiber Services AG.
Die Warmgang-Einhausung gehört zu den wichtigsten Energie-Effizienz-Maßnahmen bei der CKW Fiber Services AG.
(Bild: Beat Schweizer)

„Die Tier-IV-Funktionalität mit einer Verfügbarkeit von 99,99 Prozent war damit Pflicht“, so Moser. „Doch für uns als Tochter eines Stromversorgers war es ohnehin unabdingbar, diesbezüglich auf dem höchsten Niveau zu sein.“

Daher verfügt das Rechenzentrum nicht nur bei den Servern und der dafür notwendigen Kühlung, sondern auch bei der Stromversorgung über eine vollständige Redundanz. Sollte es entgegen aller Wahrscheinlichkeit zu einem Stromausfall kommen, würde die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) verzögerungsfrei übernehmen.

Das Projektteam im neuen RZ (v. 1. n. r.): Erich Bindschädler, Elektro Stoll; Werner Helfenstein und Dieter Moser, CFS; der Autor Lindo Grossert und Reto Suter, Schneider Electric
Das Projektteam im neuen RZ (v. 1. n. r.): Erich Bindschädler, Elektro Stoll; Werner Helfenstein und Dieter Moser, CFS; der Autor Lindo Grossert und Reto Suter, Schneider Electric
(Bild: Beat Schweizer)

Auch diese ist samt ihren großen Batterieräumen redundant ausgelegt. Schließlich finden sich noch zwei große Notstromaggregate, falls ein langer Stromunterbruch die Batterien erschöpfen sollte. Die Gesamtheit dieser der Sicherheit dienenden Infrastruktur belegt weit über die Hälfte der Nutzfläche. Die eigentlichen Serverräume nehmen den Rest ein.

Ökonomisch und ökologisch

Mit über 10 Kilowatt Leistung pro Rack stehen in diesen Räumen hoch verdichtete IT-Angebote zur Verfügung. Die Server verschlingen trotz Warmgang-Einhausung viel Energie für die Kühlung. Zur Sicherheit und zur Funktionalität gesellte sich daher eine dritte Hauptanforderung - jene an die Energie-Effizienz.

In der Einhausung
In der Einhausung
(Bild: CKW Fiber Services AG)

Nur schon aus finanziellen Gründen müssen die Stromkosten tief gehalten werden. Denn sie machen rund die Hälfte der Betriebskosten eines Rechenzentrums aus. Doch auch abgesehen von den Kosten will Moser die Energie effizient nutzen und im Jahresmittel einen PUE-Wert von 1,2 oder weniger erreichen.

Mit einer effizienten RZ-Infrastruktur, einer Solaranlage, der neuen Multi-Free-Cooling-Methode und vorinstallierten effizienten Kundenbereichen sind die Voraussetzungen dafür vorhanden. Eine stetige Optimierung setzt aber auch voraus, dass der PUE-Wert laufend überprüft wird. Dazu dient die Software „Struxureware for Building Management“ (siehe: Screen-Bild) von Schneider Elecric. Das Online-Monitoring-Tool bezieht die gesamte Infrastruktur in die Messung ein.

Erstmals in der Schweiz wird das Kühlmittel „RE1234ze“ eingesetzt. Es ist im Gegensatz zu anderen Kühlmitteln wie Ammoniak nicht toxisch. Zudem stellt es einen großen ökologischen Fortschritt dar: Das Treibhauspotenzial, auch GWP (Global Warming Potential) genannt, liegt bei 0,8. Zum Vergleich: Das herkömmliche Kühlmittel „RE134a“ hat einen GWP-Wert von rund 1.800.

Infrastruktur-Gesamtlösung aus einer Hand

Die Anforderungen an Sicherheit, Verfügbarkeit und Energie-Effizienz machen ein Projekt sehr komplex –zudem sind mehrere Partner beteiligt. Deshalb legte CFS großen Wert darauf, mit möglichst wenigen Lieferanten zusammen zu arbeiten: einerseits um die Menge der Schnittstellen und andererseits die daraus entstehenden Risiken zu minimieren.

Gesucht waren Anbieter, denen die Verantwortung für eine in sich abgeschlossene Teillösung zugewiesen werden konnte. Die Infrastruktur-Gesamtlösung von Schneider Electric entsprach diesen Wünschen. Das Unternehmen lässt seine verschiedenen Business Units immer objektspezifisch zusammenarbeiten und bietet die gesamte Palette von der Warmgang-Einhausung über die USV bis zum Energie-Monitoring.

Das Monitoring-Tool von Struxureware zeigt jederzeit an, ob die angestrebte Energieeffizienz erreicht wird (hier am Beispiel eines anderen Unternehmens).
Das Monitoring-Tool von Struxureware zeigt jederzeit an, ob die angestrebte Energieeffizienz erreicht wird (hier am Beispiel eines anderen Unternehmens).
(Bild: Schneider Electric)

Die eigene Software von Schneider Electric erlaubt zudem, sämtliche Gebäude- und Infrastrukturdaten gebündelt auf einem Bildschirm zusammenzufassen und den PUE-Wert des Rechenzentrums damit laufend abzubilden. Zusammen mit ihrem Installationspartner Elektro Stoll konnte Schneider Electric auch bei der Niederspannungs-Hauptverteilung eine komplette Lösung liefern und die Forderung nach wenigen, kompetenten Anbietern erfüllen.

*Der Autor:

Lindo Grossert ist Key Account Manager bei Schneider Electric (Schweiz) AG.

(ID:43772106)