Refurbishing und Remarketing Das Geschäftsmodell „Nachhaltigkeit“

Von Dr. Stefan Riedl

Anbieter zum Thema

Mit gemeinnützigen Unternehmenszielen kann man auch Geld verdienen. Die CDS Unternehmensgruppe monetarisiert die Lebensdauerverlängerung von Altgeräten und bringt in dem Kontext Spender und Empfänger-Organisationen zusammen.

Am CDS-Hauptsitz in Ostwestfalen arbeiten rund 100 Mitarbeiter.
Am CDS-Hauptsitz in Ostwestfalen arbeiten rund 100 Mitarbeiter.
(Bild: CDS )

Wird alte Hardware durch Neuware ersetzt, muss Elektroschrott entsorgt werden, so eine ungeschriebene Regel. Wenn man so will, hilft CDS dabei, diese Regel zu brechen, indem sie die Altgeräte vermarktet und damit mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägt. Die gebrauchten Devices werden monetarisiert und wegen der Verlängerung der Lebensdauer kommt auch der Umweltgedanke nicht zu kurz.

Sven Bent, Managing Director CDS IT-Systeme, nennt ein Beispiel, bei dem Business-Notebooks mit drei Jahren Laufzeit durch Neuware ersetzt wurden: „Damals haben die Notebooks etwa 700 Euro pro Gerät gekostet, bei einem Wiederverkauf heute erhält unser Kunde pro Gerät noch etwa 200 Euro.“

EOL- und B-Ware

Sven Bent, Managing Director, CDS IT-Systeme (li.) und Paul Koch, Managing Director, CDS Service (re.)
Sven Bent, Managing Director, CDS IT-Systeme (li.) und Paul Koch, Managing Director, CDS Service (re.)
(Bild: CDS )

Sein Kollege Paul Koch, Managing Director bei CDS Service, erläutert das Geschäftsmodell dahingehend, dass die CDS Unternehmensgruppe EOL- (End-of-Life) und B-Ware vermarktet, als Partner für OEMs einen Demogeräte-Service bietet und Hardware bis zur Verwendungsstelle ausrollt und in Betrieb nimmt. „Aus der Region Ostwestfalen sind wir dabei mit technischem und logistischem Service bundes- und europaweit im Einsatz. Global bieten wir mit unseren Software-Lösungen die Möglichkeit, diese Prozesse sowohl digital abzubilden als auch operativ für unsere Partner zu managen“, so Koch.

Damals haben die Notebooks etwa 700 Euro pro Gerät gekostet, bei einem Wiederverkauf heute erhält unser Kunde pro Gerät noch etwa 200 Euro

Sven Bent, Managing Director CDS IT-Systeme

„CDS Weblounge“ und „Remarket Now“

Die Vermarktung von Hardware erfolgt über zwei Vertriebswege, abhängig von der Produktart: bei Refurbished-IT in kleinerer Stückzahl erfolgt sie über das B2B-Portal „CDS Weblounge“. Großvolumige, gebrauchte IT wird hingegen über die Plattform „Remarket Now“ vermarktet. Die Geräte aus der ersten Kategorie stammen hauptsächlich aus dem hauseigenen Demogeräte-Service, der für Hersteller angeboten wird, sowie aus Wiederaufbereitungsprogrammen von OEMs. Geräte der zweiten Kategorie stammen aus dem Rollback-Service von CDS, bei dem gebrauchte IT-Assets von großen Unternehmen oder Retouren, B-Ware und andere Überbestände verkauft werden.

CDS pflegt zudem Kontakte in die Vereins- und Stiftungswelt. „Hier besteht ein Bedarf an IT, es fehlt aber der Zugang zu Unternehmen“, weiß Bent. Im Rahmen eines IT-Spendenprojekts werden beide Akteure verknüpft. Unternehmen gehen damit kein Risiko ein, dass sich auf den Geräten, die gespendet werden sollen, noch sensible Daten befinden und die Empfänger-Organisationen können sicher sein, dass die Geräte voll funktionstüchtig sind.

Garantieoptionen

Was die Garantiefrage angeht, gelten in der CDS-Weblounge zwei mögliche Qualitätslabel: „Primus“ und „Reveno“. Bei Primus, sowie den meisten Reveno-Geräten, gilt die volle Herstellergarantie von bis zu 36 Monaten. Wenige Reveno-Geräte werden mit einer Rest-Herstellergarantie oder mit einer sechsmonatigen Übernahmegarantie ausgeliefert.

Bei IT-Spendenprojekten handelt es sich häufig um so genannte OOW-Geräte – Out of Warranty –, also Hardware, bei der die Garantie bereits abgelaufen ist. „Da wir die Geräte im Rahmen der Spende wiederaufbereiten, verfügen auch diese Geräte dann über eine sechsmonatige Garantie, die von uns übernommen wird“, erläutert Bent.

Zögern und Zaudern sind Tabus

Kompendium: „Nachhaltigkeit im Rechenzentrum"

Nachhaltigkeit im Rechenzentrum
Nachhaltigkeit im Rechenzentrum

Datacenter müssen effizienter werden, nachhaltiger wirtschaften, in eine sektorübergreifende Kreislaufwirtschaft eingebunden werden. Für kann oder könnte, soll oder sollte, darf oder dürfte ist kein Platz im Sprachgebrauch, wenn es darum geht, die Umwelt zu entlasten.

Zögern, Zaudern, Zaghaftigkeit sind Tabus.

Es muss sein, jetzt, und es wird wehtun.
(PDF | ET 21.09.2021)

Lesen Sie im Kompendium unter anderem:

  • ... wie die Europäische DC-Branche die Vorreiter-Rolle anstrebt.
  • ... wie wir von anderen Branchen lernen können.
  • ... wie Rechenzentren nachhaltig und klimaneutral werden können.


    >>> Kompendium: „Nachhaltigkeit im Rechenzentrum“ zum Download
  • Mit der Weblounge werden neben geschäftlichen Endkunden auch Systemhäuser und IT-Fachhändler adressiert. „Das lohnt sich besonders dann, wenn diese Geräte als Add-on oder Türöffner für Projektgeschäfte bei preissensiblen Kunden genutzt werden“, führt Bent aus. Remarket Now bedient hingegen 'Volume'-Kunden, also vor allem Broker und Reseller, die Alt-Geräte vermarkten.

    Artikelfiles und Artikellinks

    (ID:48521766)

    Jetzt Newsletter abonnieren

    Täglich die wichtigsten Infos zu RZ- und Server-Technik

    Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

    Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung