CeBIT 2018

Cloud&Heat baut GPU-Container-Rechenzentrum

| Autor: Ludger Schmitz

CloudHeat kühlt Grafikprozessoren direkt und nutzt die Abwärme weiter.
CloudHeat kühlt Grafikprozessoren direkt und nutzt die Abwärme weiter. (Bild: Cloud&Heat)

Für Hochleistungsaufgaben in der IT werden Server mit Grafikprozessoren immer beliebter. Diese GPUs kühlt Cloud&Heat direkt per Wasser, bündelt sie in einem Container zu einem mobilen Datacenter und nutzt die Abwärme.

Blockchain, IoT, Virtual und Augmented Reality steigern exorbitant die Leistungsanforderungen an die Hardware. Grafikprozessoren bieten sich dazu an, aber die GPUs werden – man kennt es von jedem Spiele-PC – sehr heiß. Das junge Dresdener Unternehmen Cloud&Heat hat dazu eine neue Generation seiner Heißwasser-Direktkühlung entwickelt und patentiert bekommen.

7065 PetaFlop/s aus einem 20-Fuß-Container

Cloud&Heat stellt auf der CeBIT einen 20-Fuß-Container vor. Darin sind Racks mit wassergekühlten Servern. Insgesamt kann so ein Standard-Container 1440 CPUs bergen. Die kommen dann auf eine Leistung von 7065 PetaFlop/s beziehungsweise 0,32 MW. Die Wasser-Direktkühlung verhilft dem Container zu einem PUE-Wert (Power Usage Effectiveness) von weniger als 1,1, deutlich besser als moderne IT-Anlagen mit anderen Kühlkonzepten.

Der Wert für Energy Reuse Effectiveness (ERE) des Containers beträgt bis zu 0,3. Dieser Wert taucht selten auf, denn nur in wenigen Fällen nutzen RZ-Betreiber die Abwärme der Rechner. Bei Cloud&Heat gehört das jedoch zum Konzept. Die Direktkühlung der Prozessoren nimmt deren Abwärme auf und nutzt sie zur Warmwasseraufbereitung und/oder zur Heizung von Gebäuden. Das Temperaturniveau des austretenden Wasser beträgt konstant 60 Grad. Zusätzliche und wenig effiziente Wärmepumpen sind für den Containerbetrieb nicht notwendig.

Beträchtliche Energieeinsparungen locken

So ein Container ist nicht gerade billig, soll sich aber in wenigen Monaten rentieren. Nach Angaben von Cloud&Heat ermöglicht das Container-RZ im Vergleich zu ähnlich leistungsstarken Rechenzentren eine CO2-Einsparung von bis zu 1337 Tonnen. Das entspricht einer Ausgleichsfläche von 18,7 Fußballfeldern Wald. Die Kosten, die sonst für Kühlung und Warmwassererzeugung anfallen würden, sinken um 370.000 Euro. Erste RZ-Container von Cloud&Heat sind bereits in Norwegen an das Fern- und Nahwärmenetz angebunden.

„Seit Gründung von Cloud&Heat im Jahr 2011 haben wir es als unser Ziel angesehen, Nachhaltigkeit zum Treiber digitaler Innovation zu machen“, erklärt Nicolas Röhrs, CEO des Unternehmens. „Wir wollen nicht nur Cloud- und Rechenzentrumsexperten sein, sondern eine vollumfängliche und umweltfreundliche Lösung für die technologischen Anforderungen unserer Zeit bieten.“

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