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Managed Desktop, Feind der Virtualisierung

Virtualisierung muss sich in Großunternehmen erst gegen die Konkurrenz der gewachsenen Infrastrukturen durchsetzen. Ihr größter Feind ist der gemanagte Desktop.
Will ein Unternehmen in einem Geschäftsbereich virtuelle Desktops einführen, führt das zunächst zu gesteigertem Administrationsaufwand und höheren Kosten. Schließlich muss auch hierfür neue Technologie beschafft und verwaltet werden. Und Vorteile wie schnelle Wiederherstellung nach einem Systemausfall, höhere Sicherheit und geringere Ausgaben für Endgeräte gelten nur für genau diesen einen Bereich.
Besitzt ein Unternehmen auf der anderen Seite bereits eine gut funktionierende Infrastruktur für Managed Desktop Services (siehe: Kasten: Drei Rollen, ein Service für 80 Prozent aller IT-Arbeitsplätze), kann es durch Virtualisierung an seiner ICT-Landschaft nichts mehr wesentlich verbessern.
Die Verteilung von Software und Updates läuft zum großen Teil automatisiert von einer zentralen Stelle aus, Sicherheit und Verfügbarkeit sind über Servicevereinbarungen mit dem Dienstleister klar definiert. Zusätzliche Einsparungen lassen sich kaum oder gar nicht erzielen.
Im Gegenteil: Ein Unternehmen, das nur einen kleinen Teil seiner Arbeitsplätze virtualisiert, holt sich neben dem klassischen Desktop-Modell noch eine zweite Technologie ins Haus. Damit wird die Arbeit der IT-Verantwortlichen nicht einfacher, sondern insgesamt komplexer.
Verlust an Anwenderfreundlichkeit durch Thin Clients
Thin Clients stoßen zudem bei vielen Anwendern auf Ablehnung. Sie befürchten eine starke Kontrolle ihrer Arbeit und wenig Spielraum beim Gestalten ihrer eigenen Arbeitsoberfläche.
Thin Clients führten zu einem Verlust der Anwenderfreundlichkeit. Schon einfache Aktionen wie das Ausschneiden und Kopieren von Informationen von einer Anwendung in die andere klappen häufig nicht, da jedes Programm im Netz über einen separaten Übertragungsstrom (Media Stream) aus dem Rechenzentrum kommt.
Somit führt Virtualisierung schnell zu technischen Schwierigkeiten, die gerade in Großunternehmen nicht mehr leicht zu bewältigen sind. Über Verfahren wie Sandboxing in der Programmiersprache Java lassen sich zwar Anwendungen kontrolliert bündeln, aber auch das ist nicht immer problemlos möglich. Und die aus dem Netz bezogenen Anwendungen dürfen dann auch nur Verbindungen zu dem Rechner aufbauen, der sie geschickt hat.
weiter mit: Hindernislauf für die Client-Virtualisierung
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