Fertig für quelloffenes Design Bulk zertifiziert Rechenzentren in Norwegen und Dänemark nach OCP-Standards

Autor: Ulrike Ostler

Hierzulande wissen viele immer noch nicht, das sich das Open Compute Projekt (OCP) mit quelloffener Hardware für Rechenzentren beschäftigt. In Norwegen hat jetzt Bulk Infrastructure, ein Anbieter von skalierbaren, vernetzten und nachhaltigen Rechenzentren in Skandinavien, die „OCP Ready- Zertifizierung für seine drei Rechenzentren erhalten.

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Bulks`s Oslo Internet Exchange gehört zu den Rechenzentren, die „OCP-ready“-zertifiziert sind.
Bulks`s Oslo Internet Exchange gehört zu den Rechenzentren, die „OCP-ready“-zertifiziert sind.
(Bild: Bulk Infrastructure)

Bulk ist das erste Rechenzentrum, das sowohl in Norwegen als auch in Dänemark als OCP Ready zertifiziert wurde. Nach Angaben des Datacenter-Betreibers demonstriere die Zertifizierung, die von der Open Compute Project Foundation (OCP) verwaltet wird, die gleichen „hocheffizienten Designstandards“, die von Tech-Giganten wie Facebook und Google übernommen wurden, um die fortschrittlichsten offenen Infrastrukturimplementierungen zu unterstützen.

Der Zertifizierungsprozess für OCP-ready-Co-Location-Einrichtungen basiert auf einer detaillierten Selbsteinschätzung, die von OCP nach genau definierten Kriterien überprüft wird. Bei den Bewertungen wird eine breite Palette von Aspekten des Einrichtungsdesigns bewertet, darunter Zugang, Weißraum, Elektrik, Kühlung, Verkabelung und Service.

Wie Stefan Frenzel, Managing Director bei DME, der hierzulande OCP vertritt, erläutert handelt es sich im Prinzip um eine lange Liste beziehungsweise „Excel“-Sheet mit Kriterien, die das Aufstellen und den Betrieb von OCP-Designs erlauben. Er gibt ein Beispiel: Die OCP-Racks können mit 51 Höheneinheiten höher sein als üblich und schwerer; denn es ist vorgesehen, dass Lithium-Ionen-Batterien für die Ausfallsicherheit integriert werden. So kann ein Rack rund 1.500 Kilogramm wiegen, und das muss ein Doppelboden oder ein Lastenaufzug erst einmal aushalten können. Auch die Türen in einem Rechenzentrum lassen nicht unbedingt ein 51-Unit-Rack durch.

Die Rechenzentren in Norwegen und Dänemark

Bulk hat den „Oslo Internet Exchange“ (OS-IX), den „Norway Data Center Campus“ (N01) und den „Denmark Data Center Campus“ (DK01) erfolgreich zertifizieren lassen, denn für Rob Elder, Vice President, Data Centers bei Bulk, ist ganz klar: „Unternehmen, Cloud- und Hyperscale-Mieter setzen verstärkt auf ein offenes Hardwaredesigns zur Unterstützung von Workloads mit höherer Dichte, um anspruchsvolle Cloud-Migration, KI, Forschung und andere Hochleistungsanforderungen zu erfüllen. Er setzt hinzu: „Diese Auszeichnung unterstreicht unser Engagement für Einrichtungen, die mit 100 Prozent erneuerbarer Energie betrieben werden.“

Ursprünglich gründete die OCP-Arbeit auf vier Säulen: Efficiency, Tool-less Design, Openness und Impact, seit dem vergangenen Jahr gehört auch Sustainability dazu.

OS-IX ist das laut Betreiber Bulk das am besten vernetzte Rechenzentrum Norwegens, das mit erneuerbarer Energie betrieben wird. N01 sei der größte Rechenzentrums-Campus der Welt, der zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben wird, und DK01 ein „ultra-skalierbares, flexibles und effizientes“ dänisches Rechenzentrum. Zusammen mit reichlich `grüner‘ Energie und wettbewerbsfähigen, stabilen Energiepreisen entwickelt sich die Region schnell zu einem Zielmarkt für datenzentrierte Branchen und Anwendungen.

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Chefredakteurin Datacenter-Insider, Vogel IT-Medien GmbH/ DataCenter-Insider