Server-Monitoring mit minimalem Speicherbedarf Beszel sammelt Metriken über einen Agenten

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Beszel überwacht Server und Container mit einem Agenten, der im Leerlauf rund zehn bis fünfzehn Megabyte Arbeitsspeicher belegt. Das quelloffene Werkzeug bündelt CPU, Arbeitsspeicher, Festplatten, Netzwerk und Docker-Container in einem Hub und meldet überschrittene Grenzwerte über konfigurierbare Alarme.

Beszel sammelt Metriken über einen Agenten von rund zehn Megabyte und bündelt sie in einem Hub.(Bild:  Thomas Joos)
Beszel sammelt Metriken über einen Agenten von rund zehn Megabyte und bündelt sie in einem Hub.
(Bild: Thomas Joos)

Der Entwickler henrygd veröffentlicht Beszel unter der MIT-Lizenz als kompakte Alternative zu umfangreichen Monitoring-Stacks. Das in Go geschriebene Werkzeug besteht aus zwei Teilen, einem Hub als Weboberfläche und einem Agenten je überwachtem System. Der Hub baut auf der Backend-Plattform PocketBase auf und genügt bereits kleiner Hardware, der Agent sammelt die Messwerte lokal und schickt sie über eine gesicherte Verbindung an den Hub.

Hub und Agent als Architektur

Der Agent läuft als einzelne Binärdatei oder als Container auf jedem überwachten Host und beansprucht im Leerlauf zehn bis fünfzehn Megabyte Arbeitsspeicher (https://github.com/henrygd/beszel). Der Hub ruht bei rund dreißig Megabyte und verwaltet alle angebundenen Systeme an einer Stelle. Über eine WebSocket-Verbindung meldet der Agent seine Daten an den Hub, eine zusätzliche Datenbank von Dritten braucht der Betrieb nicht. Die Installation des Agenten gelingt über ein kurzes Shell-Kommando oder ein Compose-File, der Hub startet als einzelner Container. Die Aufteilung hält den Ressourcenhunger niedrig und erlaubt den Einsatz auf Edge-Knoten und kleinen Servern.

Metriken von CPU bis S.M.A.R.T.

Beszel erfasst die Auslastung von CPU und Arbeitsspeicher für den Host und für einzelne Container, dazu den Auslagerungsspeicher und den ZFS-ARC. Das Werkzeug liest Belegung und Durchsatz mehrerer Festplatten, den Netzwerkverkehr, die Lastdurchschnitte sowie Temperaturwerte aus. GPU-Daten von Nvidia, AMD und Intel zeigt die Oberfläche ebenso wie den Status von Containern aus Docker und Podman. Über die S.M.A.R.T.-Werte der Datenträger erkennt das System beginnende Defekte früh, die Verlaufsansicht hält die Messreihen über längere Zeiträume vor. Jeden Messwert legt der Hub als Zeitreihe ab und stellt ihn als Graph dar, was die Suche nach der Ursache von Engpässen verkürzt.

Alarme und Grenzen

Konfigurierbare Alarme greifen bei Grenzwerten für CPU, Arbeitsspeicher, Festplatten, Bandbreite, Temperatur, Lastdurchschnitt und den Erreichbarkeitsstatus. Die Benachrichtigung läuft über mehrere Kanäle und macht auf Engpässe aufmerksam, bevor Dienste ausfallen. Die Schwellwerte definiert der Betreiber je System oder global, dazu legt er Mindestdauern fest, damit kurze Ausschläge keine Fehlalarme erzeugen. Gegenüber einem Aufbau aus Prometheus und Grafana fällt der Funktionsumfang schmaler aus, lange Datenhaltung und freie Abfragen über eine Query-Sprache bietet das Werkzeug nicht. Dafür steht die Oberfläche nach wenigen Minuten bereit. Die aktuelle Version 0.18.7 vom 05.04.2026 verzeichnet rund 23.000 Sterne auf GitHub (https://github.com/henrygd/beszel).

Fazit

Beszel besetzt die Lücke zwischen einem reinen Statusmelder und einem ausgewachsenen Observability-Stack. Der schlanke Agent und die kurze Einrichtung passen zu Homelabs, Edge-Standorten und kleineren RZ-Umgebungen, in denen ein voller Prometheus-Aufbau zu viel Pflege kostet.

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