Datacenter abzugeben

AT&T verkauft 31 Rechenzentren

| Redakteur: Ulrike Ostler

Der Tekeminnunikationsrisee braucht Geld und stößt seine Rechenzentren ab - das Schnäpchen kostet 1,1 Milliarden Dollar.
Der Tekeminnunikationsrisee braucht Geld und stößt seine Rechenzentren ab - das Schnäpchen kostet 1,1 Milliarden Dollar. (Bild: gemeinfrei - Prawny/ Pixabay / CC0)

Der Telekommunikationsriese AT&T plant den Verkauf von 31 Rechenzentren an Brookfield Infrastructure Partners, einen Betreiber und Eigentümer von Infrastrukturanlagen auf der ganzen Welt. Zeigt der 1,1 Milliarden Dollar Deal einen Trend an? Immerhin verkaufte Verizon seine Datacenter 2016 an Equinix.

Wird der Verkauf genehmigt - was voraussichtlich innerhalb von sechs bis acht Monaten geschieht -, erwirbt Brookfield 18 Rechenzentren in den USA und 13 weitere, die weltweit verstreut sind. Darüber hinaus wird der Käufer neues Unternehmen gründen, das sich zu 100 Prozent im Besitz des Unternehmens befindet. Der designierte CEO der zu gründenden Rechenzentrums-Company ist Tim Caulfield, derzeit CEO der Antara Group, einer auf Infrastructure-as-a-Service spezialisierten IT-Unternehmensberatung.

AT&T will die Einrichtungen weiterhin nutzen. Außerdem wollen Brookfield und At&T im Rahmen einer Marketingvereinbarung zusammenarbeiten, um „AT&T Services“, einschließlich „AT&T Netbond for Cloud“, „AT&T Flexware SM“ sowie die Cloud- und Rechenzentrumsberatung des Telekom-Riesens zu vermarkten .

Brookfield besitzt, verwaltet und betreibt Infrastruktur in den Bereichen Versorgung, Transport, Energie, Kommunikation und nachhaltige Ressourcen, einschließlich elektrischer Übertragungssysteme, Güterzüge, Gas-Pipelines und Betriebsinfrastruktur für die Landwirtschaft. Die Muttergesellschaft Brookfield Asset Management verwaltet ein Portfolio von 285 Milliarden Dollar aus Immobilien, erneuerbarer Energie, Private Equity sowie Infrastruktur.

Ziel: Schuldenabbau

AT&T plant, die 1,1 Milliarden Dollar zu verwenden, um einen Teil seiner Schulden zu zahlen. Das Unternehmen hatte „DirecTV“ und den Medienkonzern Time Warner gekauft. Letzteres darf AT&T gegen den Willen der US-Regierung. Ein Richter genehmigte den Deal im Wert von 85 Milliarden Dollar erst vergangene Woche. Jetzt steht AT&T mit insgesamt furchteinflößenden 180 Milliarden Dollar in Tiefrot da.

Gegenüber der International Financing Review, erläutert Craig Moffett, ein Partner der Beratungsfirma Moffett Nathanson, warum diese Minus so erschreckend ist: „Wir haben noch nie etwas in dieser Größenordnung gesehen. Wenn AT&T eine schnell wachsende Firma waren, würde die Schuld einige Augenbrauen anheben; aber sie wächst nicht - Profit und Einkommen schrumpfen.“ Er setzt hinzu: „Ich kann mir nicht erklären, warum der Markt nicht besorgter reagiert."

Telcos stoßen RZ-Geschäft ab

Der ursprünglich im Februar angekündigte Datacenter-Verkauf folgt hingegen den Maßnahmen mehrerer US-Telekommunikationsunternehmen, die nach jahrzehntelangem Wettbewerb mit immer leistungsfähigeren Co-Location- und Cloud-Service-Providern ihre nunmehr unrentablen Rechenzentrums-Assets verkaufen und stattdessen mehr in Medienbereiche investieren.

Equinix übernimmt 24 Datacenter-Standorte von Verizon

Großeinkauf für 3,6 Milliarden

Equinix übernimmt 24 Datacenter-Standorte von Verizon

07.12.16 - Die Equinix, Inc., ein globaler Anbieter von Interconnection- und Rechenzentrumsdienstleistungen hat mit Verizon Communications Inc. eine verbindliche Vereinbarung zum Kauf eines Portfolios von 24 Rechenzentrumsstandorten getroffen. Der Kaufpreis liegt bei 3,6 Milliarden US-Dollar. lesen

So verkaufte Verizon 2016 seine Rechenzentren an Equinix für 3,6 Milliarden Dollar und startete Oath. Unter dieser Marke werden die jüngsten Akquisitionen - Yahoo's Internet-Geschäft und AOL - mit anderen Tochtergesellschaften zu einer Medienabteilung gebündelt.

Centurykink verlaufte 57 Rechenzentren für 2,3 Milliarden Dollar an ein Konsortium, das zu Cyxtera wurde. Und bereits 2015 verkaufte Arkansas Telco Windstream sein Rechenzentrumsgeschäft für 575 Millionen Dollar an Tierpoint - 14 Einrichtungen mit insgesamt 179.000 Quadratmetern.

Abnabelung

Zudem spielt AT&T schon länger mit der Idee, seine Datencenter-Assets abzustoßen: Das Unternehmen hatte Anfang 2015 einen Verkauf mit Hilfe der Citigroup in Betracht gezogen, sich letztlich aber für den Verkauf seines Hosting-Geschäfts an IBM entschieden. Zugleich hatte der Konzern sich von seiner eigenen Infrastruktur abnabeln wollen: 2016 gab er eine mehrjährige Partnerschaft mit AWS und Netbond, dem hauseigenen sicheren virtuellen privaten Hochgeschwindigkeitsnetz, bekannt. Weitere Pläne, etwa die Verbindung zur Google Cloud, war schon inkludiert. Die Anwendungen sollten nach damaligen Plänen auf der IBM-Cloud laufen.

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