Eine Geschichte aus dem Leben eines Administrators einer Mittelstandsfirma

Anton Admin ändert alles – ein Happy End

| Redakteur: Ulrike Ostler

Der geplagte Held dieser frei erfundenen, aber ebenso typischen Situation ist Anton Admin. Erzählt wird sie in der Regel von Stefan Fehr, Technical Account Manager bei MTI, der sie auch gezeichnet hat.
Der geplagte Held dieser frei erfundenen, aber ebenso typischen Situation ist Anton Admin. Erzählt wird sie in der Regel von Stefan Fehr, Technical Account Manager bei MTI, der sie auch gezeichnet hat. (Bild: Stefan Fehr/MTI)

Dies ist eine Glosse. Vergleiche und Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind beabsichtigt und keineswegs rein zufällig. Der gestresste Anton Admin, hauptamtlicher Administrator der Nagel Meier GmbH & Co. KG, allerdings lebt nur in Vorträgen von MTI-Manager Stefan Fehr, auf dem Papier seiner Feder, in der Phantasie seiner Zuhörer und ab jetzt auch in der von DataCenter-Insider-Lesern.

Anton Admin ist allein in seinem Reich. Alle wollen etwas von ihm: „Das Netz ist down, der Server spinnt, der Rechner streikt, das Passwort funktioniert nicht mehr, morgen brauche ich den Bericht, das iPad funktioniert hier nicht, können wir auch SAP einsetzen?, was ist cloud?, das Telefon klingelt, das WLAN rauscht, Bayern München ist nicht Deutscher Meister und das Wetter bescheiden.

Bei Nagel Meier verdienen 265 Nagelhausener ihre Brötchen. Die Geschäfte laufen, der Chef sieht seine Margen schwinden. Typisch!

Eine schöne EDV hat seine Firma und das Beste daran: Sie läuft (so nebenbei); eine zentrale Bedeutung hat sie zwar nicht, dafür aber sogar eines eigenes Refugium: Als der Mail-Server in den 90ern die IT-Landschaft veränderte, wurden Putzkübel, Mopp und Meister Propper evakuiert und die Server zogen ein: 3 File-, 1 Mail-, 1 Datenbank-Server, dazu ein LTO Streamer sowie ein Active Directory und die beiden Server für die Produktionssteuerung. Anton Admin hat alles unter Kontrolle und dafür das Lob des Chefs.

Anton ist schlau. Seine eigenen Richtlinien bewahren ihn seit jeher vor Schaden. Schon vor Ewigkeiten hat er beschlossen: „Es kommen mir nur Windows Server ins Haus.“ Die Auswahl an verschiedenen Back-Office-Anwendungen ist gestrichen: Wahlmöglichkeiten verwirrten die Anwender sowieso nur. Etwaige Schäden an EDV und Geschäft wird bereits vor den Toren von Nagel Meier ohne Kompromisse abgewehrt.

Falls externe Anbieter von Datenbank-Applikationen seine Trutzburg kapern wollten, müssten sie den Weg über den Microsoft SQL Server nehmen. Das Abweichen von diesem vorherbestimmten Weg hätte unweigerlich Disqualifikation zur Folge.

Anton Admin ist fleißig. Neue Anforderungen der Fachabteilungen werden priorisiert abgearbeitet oder, im Zuge seiner Richtlinien, priorisiert abgelehnt. Die Welt wäre weiter im Lot, wenn nicht die eigenen Firmengefährten die Feste unterhöhlten. Chef Meier will expandieren und damit die IT quasi sprengen. Seine Mitarbeiter brechen immer häufiger in Wehklagen aus: „Selbst auf SAP müssen wir verzichten (schnief schnupf) und alles nur, weil wir kein Oracle im Haus haben.“

Anton Admin erfasst das Grauen. Der Chef bestellt: „eine zeitgemäße Infrastruktur“ sowie „diese gegen Ausfälle aller Art zu sichern“ und „die Wünsche der Fachabteilungen nach neuen Anwendungen zu befriedigen“. Und jetzt sollen auch noch iPads her. Wahnsinn! Unmöglich! Chaos! Flucht. Urlaub.

Anton Admin ist allein. Unmöglich alles umzusetzen. Doch der Sturm auf die Bastille tobt. Die Anton-Admin-Prioritätenliste fällt.

Anton Admin nimmt Abschied. Er trennt sich in tiefer Trauer von seiner geliebten Infrastruktur und legt sie behutsam in die Hände externer Dienstleister. Diese sollen nicht nur für eine Rekonvaleszenz, sondern für eine Frischzellenkur sorgen. Ein Managed-Service-Vertrag besiegelt das Abkommen.

Vitalisiert, um nicht zu sagen virtualisiert, kann Anton Admin nun die Struktur übernehmen und mit festem Blick auf die Anwendungen jederzeit einsatzbereit neue Server installieren.

Anton Admin regiert die Welt. Als gütiger Herrscher über ein Heer an virtuellen Ressourcen, kann er nun diese (wunschgemäß) den Abteilungen und Anwendungen zuteilen (und abrechnen), ohne auch nur je wieder einen Server-Raum betreten zu müssen.

Ende.

Was meinen Sie zu diesem Thema?
Als Satire kann ich es ebenfalls wirklich nicht erkennen. Und es ist noch die große...  lesen
posted am 09.10.2012 um 10:18 von Unregistriert

Das trifft den Nagel auf den Kopf!!  lesen
posted am 27.07.2012 um 23:53 von Unregistriert

Irgendwie kommt da die Satire nicht durch... (selten sowas weltfremdes und unrealistisches...  lesen
posted am 27.07.2012 um 18:17 von Unregistriert


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