AWS eröffnet Cloud-Standort in Deutschland – Kärcher, Burda Media, und Talanx ziehen ein

Amazon Web Services bezieht zwei Rechenzentren in Frankfurt

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Auf Druck oder auf Wunsch?

Damit bestreitet er, dass sich deutsche Anwender von Cloud-Angeboten insbesondere von amerikanischen Firmen zurückzögen und der Aufbau von Rechenzentren in Deutschland dem daraus resultierenden Druck geschuldet sei. „Wir gehen dahin, wo wir Potenzial sehen“, sagt er und verweist auf jüngere Verfügbarkeitszonen in China und Sydney. Viele deutsche Kunden nutzten bereits AWS und das Netz aus Geschäftspartnern ist beachtlich.

Am Tag der Bekanntmachung fanden sich über 100 Partner bei AWS in München ein. So sind seit Donnerstag eine Reihe von ISV-Technologien in der neuen AWS EU (Frankfurt) Region verfügbar, unter anderem von: Canonical, Red Hat, Suse, Trend Micro, Twilio, Acquia, Apigee, Bitnami, Esri, Infor, SAP und Siemens. (siehe: AWS Marketplace)

Allerdings beweisen die Kunden dennoch Scheu, wenn es sich um personenbezogene Daten und andere sensible Informationen handelt. Zu den Kunden zählt unter anderem Talanx, einer der drei größten Versicherer in Deutschland und mit 28 Milliarden Euro Prämienaufkommen in 2013 auch weltweit eines der größten Versicherungsunternehmen.

Die ersten Mieter

Diese Branche gilt als stark reguliert. So geht auch Achim Heidebrecht, Head of Group IT bei der Talanx AG, darauf ein: „Wie bei vielen anderen Firmen, die mit sensiblen Kundendaten arbeiten, hat auch für Talanx das Thema Datenschutz höchste Bedeutung.“

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Anwender gründen die deutsche AWS Enterprise User Group

Weltweit hat AWS mittlerweile hunderttausende Kunden in 190 Ländern. Nun, am 21.Oktober 2014, wurde in München im Beisein von Andy Jassy, Senior Vice President bei Amazon Web Services (AWS), die deutsche AWS Enterprise User Group gegründet.

Die Gruppe wird künftig gemeinsam Kundenanforderungen aus dem Enterprise-Bereich definieren, bündeln und an AWS kommunizieren. Zu den Gründungsmitgliedern gehören unter anderem führende Unternehmen wie Axel Springer, Burda, Kärcher, Merck sowie die Software AG, SAP, Siemens und Talanx.

Die Unternehmen der Enterprise User Group stehen für den Test neuer Services und Features zur Verfügung. Außerdem werden die Gruppenmitglieder untereinander Best Practices diskutieren und austauschen, um so die Adaption der AWS-Plattform in ihren Organisationen weiter zu vereinfachen und zu beschleunigen.

Dennoch hat der Konzern bereits AWS-Erfahrungen: „Durch AWS erreichen wir bei unseren Solvency II Simulationen bereits jetzt eine Reduzierung der Rechenzeit um 75 Prozent und jährliche Einsparungen von 8 Millionen Euro und halten dabei dennoch alle unsere strikten Datenschutzrichtlinien ein.“

AWS ist eine 100prozentige Tochter von Amazon; der Gigant schreibt nicht in all seinen Geschäftsfeldern schwarze Zahlen.
AWS ist eine 100prozentige Tochter von Amazon; der Gigant schreibt nicht in all seinen Geschäftsfeldern schwarze Zahlen.
(Bilder: Amazon)

Trotzdem habe die Region Frankfurt Bedeutung: „Mit der Eröffnung der AWS-Region auf deutschem Boden werden wir jetzt noch weitere, sensible und geschäftskritische Arbeitslasten zu AWS verlagern“, kündigt Heidebrecht an.

Burda und die TU München

Auch Hubert Burda Media gehört zu den AWS-Referenzkunden Mit seinen mehr als 400 Marken und Erträgen von über 3,6 Milliarden Dollar gehört der Medienkonzern zu den größten Europas. JP Schmetz, Chief Scientist bei Hubert Burda Media, sagt: „Da AWS nun auch in Deutschland verfügbar ist, haben unsere Tochtergesellschaften nun die Option, bestimmte Ressourcen in die Cloud zu verlagern. Unsere seit langem bestehenden Richtlinien verhindern, Daten außerhalb Deutschlands zu hosten und diese neue deutsche Region gibt uns die Möglichkeit, AWS umfassender zu nutzen.“

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Das AWS-Agebot, direkt aus Frankfurt

Entwickler und Unternehmen können AWS über die neue Frankfurt-Region seit Donnerstag für folgende Dienste nutzen:

  • Amazon Elastic Compute Cloud (Amazon EC2),
  • Amazon Elastic Block Store (Amazon EBS),
  • Amazon Simple Storage Service (Amazon S3),
  • Amazon Glacier,
  • Amazon Relational Database Service (Amazon RDS),
  • Amazon Redshift, AWS OpsWorks,
  • Amazon DynamoDB,
  • Amazon Kinesis,
  • AWS CloudHSM,
  • Amazon Elastic MapReduce (Amazon EMR),
  • Amazon Virtual Private Cloud (Amazon VPC),
  • AWS Direct Connect,
  • Amazon CloudSearch,
  • Amazon CloudWatch,
  • AWS Elastic Beanstalk,
  • AWS CloudFormation,
  • AWS CloudTrail,
  • AWS Storage Gateway,
  • AWS Identity and Access Management (IAM),
  • Amazon Simple Queue Service (Amazon SQS),
  • Amazon Simple Notification Service (Amazon SNS),
  • Amazon Simple Workflow (SWF),
  • Auto Scaling, Elastic Load Balancing.

Link zu jedem dieser Dienste und die jeweiligen Preise

Außerdem sind eine Reihe von ISV-Technologien ab heute in der neuen AWS EU (Frankfurt) Region verfügbar, unter anderem von: Canonical, Red Hat, SUSE, Trend Micro, Twilio, Acquia, Apigee, Bitnami, Esri, Infor, SAP und Siemens.

„Die Ankunft einer Amazon Web Services Region in Deutschland ist ein wichtiges Ereignis für die deutsche Unternehmens- und Technologiegemeinschaft”, merkt Professor Dr. Helmut Krcmar an, Prodekan der Fakultät für Informatik und Lehrstuhlinhaber für Informatik an der Technischen Universität München. „Wir arbeiten in Deutschland mit einer Reihe von DAX-Konzernen zusammen. Viele haben bisher damit gewartet, sensible Arbeitslasten in die Cloud zu verlagern, bis Rechen- und Dienstleistungszentren auf deutschem Boden verfügbar sind, um ihren internen Prozessen gerecht zu werden. Diese neue Region von AWS ist die Antwort darauf und wir erwarten, dass dies einen Innovationsschub bei deutschen und europäischen Unternehmen zur Folge haben wird.“

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