KI-Technik im Cloud-Angebot

Alibaba entwickelt seinen eigenen Inferencing-Chip

| Redakteur: Ulrike Ostler

Die Computing-Konferenz von Alibaba „Apsara“ ist nach den „Hofdamen“ im himmlischen Palast des Gottes Indra benannt.
Die Computing-Konferenz von Alibaba „Apsara“ ist nach den „Hofdamen“ im himmlischen Palast des Gottes Indra benannt. (Bild: Alibaba)

Google, Facebook und Amazon haben ihn: einen eigenen Chip zum Ausführen Künstlicher Intelligenz. (KI). Und nun kommt ein weiter Cloud-Anbieter hinzu: Alibaba

Auf der hauseigenen Konferenz „Apsara“, die in der vergangenen Woche in Hangzhou stattfand, hat Alibaba den von der Forschungseinheit Pintouge selbst entwickelten KI-Inferenzchip „Hanguang 800“ vorgestellt. Die Technik wird derzeit intern für die Dienstleistungen des E-Commerce-Unternehmens genutzt, aber der chinesische Technologieriese plant, den Chip zu einem späteren Zeitpunkt auf der Alibaba Cloud verfügbar zu machen.

Jeff Zhang, CTO der Alibaba Group und Präsident von Alibaba Cloud Intelligence, sagt: „Die Markteinführung des Hanguang 800 ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu Technologien der nächsten Generation und stärkt die Computerkapazitäten, die sowohl unsere derzeitigen als auch unsere aufstrebenden Unternehmen antreiben und gleichzeitig die Energie-Effizienz verbessern werden." Er setzt hinzu: „In naher Zukunft wollen wir auch unsere Kunden stärken, indem wir ihnen über unser Cloud-Geschäft Zugang zu den fortschrittlichen Computern bieten, die mithilfe des Chips möglich sind.“

Nach eigenen Angaben soll ein Single-Chip in der Lage sein, 78.563 Inferenzen pro Sekunde (IPS) bei Spitzenleistung mit einer Effizienz von 500 IPS pro Watt zu bewältigen; die Grundlage seien Resnet-50 Inference-Tests.

Die US-Sanktionen zeigen Wirkung

Es handelt sich nicht um das Produkt von Pintouge, auch bekannt als T-Head. So hat die Abteilung bereits mehrere Prozessoren für interne und Cloud-Anwendungen von Alibaba entwickelt. Anfang des Jahres präsentierte das Unternehmen „Xuan Tie 910“, einen IoT-Prozessor, der auf der Open-Source-Befehlssatzarchitektur RISC-V basiert.

Alibaba plant, das gesamte IP an Chiphersteller zu lizenzieren. Das würde dem Unternehmen eine neue Einnahmequelle eröffnen. Laut Alibaba sollen Bestandteile des zugehörigen Codes auf Github freigeben werden, um die Reichweite der Architektur zu erweitern.

Nichtsdestotrotz: Chinesische Technologieunternehmen sind bestrebt, sich angesichts der US-Sanktionen aus ihrer Abhängigkeit von ausländischen Halbleiterherstellern zu lösen. Wie das US-Informationsdienstleistungs-, Nachrichten- und Medienunternehmen Bloomberg berichtet, importiere China etwa dreimal so viele Chips wie dort produziert würden und gebe insgesamt mehr für Halbleiter aus als für Öl.

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