Die CPU muss Energie-Effizienz und Performace können

100 Weltrekorde mit AMD Epyc

| Redakteur: Ulrike Ostler

Schon die erste „AMD Epyc“-Generation erstaunte auch Fachleute mit Performance, allerdings gab es durchaus Defizite im Energie-Management. Jetzt will der Hersteller auch damit überzeugen.
Schon die erste „AMD Epyc“-Generation erstaunte auch Fachleute mit Performance, allerdings gab es durchaus Defizite im Energie-Management. Jetzt will der Hersteller auch damit überzeugen. (Bild: AMD)

Künstliche Intelligenz braucht erheblich mehr Strom als traditionelle IT genauso wie 5G und Blockchain. Es ist also längst nicht mehr egal, welche Hardware Rechenzentren einsetzen, welche Prozessoren. Ohnehin ist der weltweite Energieverbrauch von Rechenzentren ist seit dem Jahr 2000 um 155 Prozent gestiegen und wird voraussichtlich auch künftig mit gleicher oder gar höherer Geschwindigkeit wachsen. „AMD Epyc“ trage zu nachhaltigeren Rechenzentren bei, so der Hersteller.

Die IT-Branche, Computerhersteller und Regierungen beschäftigen sich zunehmend mit dem Energieverbrauch von Servern. Da die Anforderungen an das Server-Computing im Zeitalter von Big Data und KI immer höher werden, müssen die Rechenzentren von morgen Nachhaltigkeit mit einer weitaus höheren Energieeffizienz als je zuvor gewährleisten.

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19.09.19 - Anfang August stellte AMD erstmals die zweite Generation seines Server-Chips Epyc vor, genannt „Rome“. Nun verschärfte der lange Zeit abgeschlagene Chip-Hersteller das Design und schickt den „7H12“ ins Rennen um die Supercomputing-Krone. Sogar Intel zollt Respekt. lesen

Die jetzt angekündigten Epyc-Prozessoren der zweiten Generation halten laut AMD mehr als 100 Weltrekorde. Außerdem gehörten Epyc-basierte Server zu den Energie-effizientesten. Die Prozessorfamilie verfügt über bis zu 64 „Zen 2“-Kerne auf Basis von 7-Nanometer-Prozesstechnologie. Zugrunde liegt die „AMD Infinity Architecture“. Sie ermöglicht es laut Hersteller, den Stromverbrauch zu senken, TCO-Verbesserungen von bis zu 50 Prozent bei zahlreichen Workloads zu erzielen und gleichzeitig die Leistung deutlich zu steigern.

Die Kunden äußern sich jedenfalls positiv

Dazu gehört Jennifer Fraser, Senior Director of Engineering bei Twitter: „Twitter setzt sich dafür ein, die Umweltauswirkungen unserer Rechenzentren zu reduzieren, indem wir innovative Wege zur Effizienzsteigerung finden. Die zweite Generation AMD Epyc-Prozessoren bietet uns genau die benötigte Leistung und Energieverbrauch, um dieser Verpflichtung nachzukommen, und unterstützt gleichzeitig das hohe Traffic-Volumen auf unserer Plattform. Sie erläutert auch das Wie und warum das gleichzeitig dem geldbeute gut tut: „Mit dem 7702er Prozessor können wir unsere Rechen-Cluster mit mehr Kernen auf weniger Raum mit weniger Strom skalieren, was zu einer 25 Prozent niedrigeren TCO für Twitter führt.“

Lenovo kann mit einem Weltrekord aufwarten: Der Rechner „Think System SR655“ mit AMD Epyc-erreicht ihn im „SPEC Power“-Benchmark für Leistung pro Watt mit Linux.

Der Server „HPE Proliant DL385“ mit den jüngsten AMD-Server-Prozessoren ist mittlerweile der Energie-effizienteste Zweiprozessor-Server. Die Server-Effizienz ließ sich um 28 Prozent im Vergleich zum bisherigen Branchenführer steigern.

AMD zählt auf: Weiterhin sind bis zu 83 Prozent bessere Java-Anwendungsleistungen, bis zu 43 Prozent bessere SAP SD 2 Tier-Leistungen, als beim Wettbewerb möglich. Dazu kämen Weltrekordleistungen bei Echtzeitanalysen mit Hadoop und Weltrekord-Virtualisierungsleistungen.

Supercomputer Bull Sequana von Atos mit AMD Prozessor stellt Weltrekord auf

Unter den Weltrekordlern findet sich auch der Supercomputer „Bull Sequana XH2000“ von Atos, der mithilfe des AMD-Prozessors der Serie „Epyc 7H12“gleich vier neue Spitzenmarken erreicht. Durch das Direct-Liquid-Cooling (DLC)-System von Bull Sequana und den Epyc-Prozesooren liegen die Atos-Messungen derzeit bei vier SPECrate-Benchmarks für Zwei-Sockel-Knoten an der Spitze der veröffentlichten Ergebnisse. (Die Ergebnisse von Atos liegen aktuell zur Prüfung beim SPEC Komitee: SPECrate 2017_Int_base 692, SPECrate2017 _fp_base 528, SPECrate 2017_fr_peak 586 und SPECrate_int_peak 754.)

Die Benchmark Standard Performance Evaluation Corporation (SPEC) CPU 2017 liefert Mess-Informationen. Diese vergleichen rechenintensive Arbeitslasten auf verschiedenen Computersystemen, einschließlich SPECspeed 2017 Integer, SPECspeed 2017 Floating Point, SPECrate 2017 Integer und SPECrate 2017 Floating Point.

Darüber hinaus brach das System mit einer Leistungssteigerung von elf Prozent den Rekord beim HPL Linpack Benchmark auf einer AMD Epyc-CPU. (Die Zahlen basieren auf dem AMD-Test-Referenzsystem: 4.296 Gigaflops auf dem AMD Epyc 7H12 verglichen mit dem Epyc 7742 HPL).

Diese Benchmarks messen, wie Hardware-Systeme unter rechenintensiven Workloads echter Anwendungen funktionieren. BullSequana übertrifft bisherige Rekorde aller fünf Benchmarks (Rekorde sowohl mit AMD- als auch mit Nicht-AMD-Prozessoren von diesem Juli beziehungsweise August: Ergebnisse für nicht-AMD-Prozessor: SPECrate2017_Int_base 643, SPECrate2017_fp 522; Ergebnisse vom AMD-Prozessor (August): SPECrate2017_Int_base 682, SPECrate2017_fp 524, SPECrate fr peak 577 und SPECrateint peak 749).

Erste Bestellungen

Auch im Supercomputing spielt der Energiebedarf eine zunehmend bedeutsame Rolle: Das verbesserte DLC des Bull Sequana XH2000 habe entscheidend dazu beigetragen, dass der 280 Watt Epyc 7H12 Prozessor von AMD seine maximale Leistung erreichen konnte – „eine beispiellose Leistung von Bull Sequana bei niedrigstem Energieverbrauch“, so Atos.

Mehrere Kunden weltweit haben sich nach Herstellerangaben bereits für den Bull Sequana Supercomputer mit den Epyc-Prozessor entschieden. Dazu gehöre auch die French High Performance Computing Equipment Agency GENCI, das IT Center for Science (CSC) in Finnland, Uninett Sigma2, ein nationaler norwegischer Anbieter von E-Infrastrukturen, sowie ein bedeutendes europäisches Wettervorhersagezentrum und ein amerikanischer multinationaler Konsumgüterkonzern.

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