Das Uptime-Institute gibt einen Ausblick

Zehn Trends in der Rechenzentrumsbranche für 2020

| Autor: Ulrike Ostler

Beginnen die ´Goldenen Zwanziger`für die Rechenzentrumsindustrie?
Beginnen die ´Goldenen Zwanziger`für die Rechenzentrumsindustrie? (Bild: Annette Meyer auf Pixabay)

Die Branche der digitalen Infrastruktur wächst und verändert sich - rasant. Die Community aus Datacenter-Investoren, -Designern, -Eigentümern und -Betreibern blüht auf, kämpft aber überall zugleich mit den gleichen Problemen: Verfügbarkeit und Ausfallrisiken, Auswirkungen der Cloud, Bewegung hin zur Edge, schnelle Innovationszyklen und unvorhersehbare (wenn auch meist steigende) Nachfrage.

Die zehn Trends, die das Team von Uptime Institute Intelligence identifiziert hat, zeigen eine Branche, die zuversichtlich in Richtung Edge expandiert, die für viele neue Investoren attraktiv ist und die neue Technologien und Architekturen annimmt. Gegenwind verursachen Bedenken hinsichtlich der Belastbarkeit und Flexibilität, vorauseilende Erwartungen bezüglich der Auswirkungen von 5G, Klimawandel, Umwelt und zunehmende Regulierung.

1. Ausfälle zwingen Behörden und Unternehmen zum Handeln

Große IT-Ausfälle treten mit wachsender Regelmäßigkeit auf, viele davon mit schwerwiegenden Folgen. Führungskräfte, Industrie, Behörden und Regierungen reagieren darauf mit mehr Regeln, fordern mehr Transparenz und einen formelleren Ansatz für eine ganzheitliche, durchgängige Belastbarkeit.

2. Das Internet neigt sich zum Rand

In den kommenden Jahren werden noch viele Dinge und Services signifikante Daten erzeugen und noch viel mehr abseits des IT-Kerns, insbesondere in regionalen Rechenzentren, verarbeitet werden. Somit werden viele verschiedene Arten von Rechenzentren und Vernetzungskonzepte benötigt.

3. Der Energieverbrauch von Rechenzentren steigt und steigt

Der Energieverbrauch von Rechenzentren und IT wird weiter steigen, was den Druck auf die Energie-Infrastruktur erhöht und Fragen zu den Kohlenstoffemissionen aufwirft. Die Treiber für mehr Energieverbrauch sind einfach zu groß, als dass sie durch Effizienzgewinne ausgeglichen werden könnten.

4. Kapitalzufluss beflügelt den Rechenzentrumsmarkt

Rechenzentren sind nicht länger eine Nische oder eine exotische Investition unter den institutionellen Mainstream-Käufern, die in den Sektor strömen. Neue Arten von Kapitalanlegern, mit tiefen Taschen und langen Renditefristen, könnten den Sektor insgesamt ankurbeln.

5. Mehr Daten, mehr automatisierte Rechenzentren

Viele Manager sind vorsichtig, wichtige Entscheidungen und Operationen an Maschinen oder externe Programmierer zu übergeben. Doch die jüngsten Fortschritte, einschließlich der breiten Einführung von Infrastruktur-Management-Systemen für Rechenzentren und der Einführung von Cloud-Diensten, die auf Künstlicher Intelligenz basieren, machen dies viel wahrscheinlicher. Die Argumente für mehr Automatisierung werden immer überzeugender.

6. Rechenzentren ohne Generatoren: Mehr Piloten, mehr Einsätze

Die meisten großen Rechenzentren können einen Betrieb ohne Generatoren nicht in Betracht ziehen, aber es gibt ein starkes Interesse, genau dies zu tun. Denn die technischen Alternativen werden immer besser, und die Zahl der guten Beispiele nimmt zu. In den nächsten 24 Monaten wird es wahrscheinlich mehr Piloten geben.

7. Das Pay-as-you-go-Modell greift auf kritische Komponenten über

Da sich die Unternehmen weiterhin weg von der Konzentration auf Investitions- hin zu Betriebsausgaben bewegen, werden mehr kritische Infrastrukturdienste und -komponenten - von Backup-Energie und Software bis hin zu Rechenzentrumskapazitäten - auf einer "Pay-as-you-go-" beziehungsweise "as a Service"-Basis verbraucht werden.

8. Mikrorechenzentren: Eine Nachfrage-Explosion in Zeitlupe

Der Nachfrageschub nach Mikrorechenzentren wird Realität werden, und er wird deutlich sein - aber: Es braucht Zeit, bis er Wirkung zeigt. Viele der wirtschaftlichen und technischen Triebkräfte sind noch nicht ausgereift und 5G, einer der wichtigsten zugrunde liegenden Katalysatoren, steckt noch in den Kinderschuhen. Die Nachfrage wird ab 2022 schneller wachsen.

9. Der Personalmangel ist systemisch und verschärft sich

Das Personalproblem des Rechenzentrumssektors ist systemisch und wirk daher langfristig. Die Folge: Arbeitgeber werden weiterhin mit Talentknappheit und steigenden Einstellungskosten zu kämpfen haben. Um die Krise zu lösen, werden mehr Investitionen von der Industrie und den Bildungseinrichtungen benötigt.

10. Der Klimawandel treibt die Vorschriften für Rechenzentren an

Gut und schlecht: Das Bewusstsein für den Klimawandel wächst. Die Einstellungen verhärten sich. Obwohl die wichtigsten Akteure der Branche handeln, drängen Gesetzgeber, Lobbyisten und die Öffentlichkeit auf mehr. Es sind mehr Vorschriften in Vorbereitung, die sich mit Energie-Effizienz, erneuerbaren Energien und Abfallreduzierung befassen.

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