Brandbekämpfung ausgerechnet per Brennstoffzelle

Wer heute noch löscht, steht auf dem Schlauch

| Autor / Redakteur: Andreas Exler* / Ulrike Ostler

Die jüngste Brennstoffzelle „Quattro Generation“ von Fuji N2telligence will Brandschutz mit Return-on-Invest bieten.
Die jüngste Brennstoffzelle „Quattro Generation“ von Fuji N2telligence will Brandschutz mit Return-on-Invest bieten. (Bild: Fuji N2telligence)

In Rechenzentren, IT- oder Telekommunikationsanlagen besteht durch die Vielzahl dort installierter elektrischer Anlagen ein besonders hohes Brandrisiko. Der Grund für Brände sind meist technische Defekte oder Kurzschlüsse an elektrischen Geräten, die als Schwelbrand häufig erst entdeckt werden, wenn es bereits zu spät ist – mit schwerwiegenden Folgen für den Betrieb, die Mitarbeiter und das Image des Unternehmens.

Selbiges gilt für große Hallen in denen viele Löschtechniken an Ihre Grenzen stoßen: Ob Tiefkühllager in der Lebensmittelindustrie, Gefahrstoff- oder Hochregallager – permanente Warenverfügbarkeit und kurzfristige Lieferfähigkeit haben heute oberste Priorität. Damit diese gewährleistet bleiben, müssen reibungslose Abläufe gesichert und Betriebsausfälle vermieden werden. Der Brandschutz steht dabei an vorderster Stelle.

Doch Brandschutz kostet Geld. Neben hohen Investitionskosten schlagen über die Betriebsdauer insbesondere die laufenden Kosten zu Buche. Völlig unabhängig von der Art des Brandschutzes belasten die Systeme das entsprechende Budget jedes Jahr aufs Neue.

Mit dem innovativen System „Quattro Generation“ von Fuji N2telligence wird dieser Spieß nun umgedreht – das Unternehmen verspricht nicht weniger als „den ersten Brandschutz mit Return-on-Invest“. Doch was steckt dahinter?

Der Kern des Systems ist eine Brennstoffzelle

Brennstoffzellen erzeugen - ähnlich wie motorische Blockheizkraftwerke (BHKWs) - gleichzeitig Strom und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Dies aber im Vergleich nahezu lautlos und durch die direkte Umsetzung der chemischen Energie des eingesetzten Gases in nutzbare, elektrische Energie weitaus effizienter. Und zwar ganz ohne Schadstoffemissionen.

Auf diese Weise kann man den konventionellen Strombezug aus dem öffentlichen Netz reduzieren oder diesen an einen anderen Verbraucher vermarkten. Auch die Notstromversorgung im Netzausfall ist realisierbar.

Ergänzendes zum Thema
 
DataCenter Day 2016: Neue Technologien & Innovationen

Das in der Brennstoffzelle entstehende Warmwasser kann zudem problemlos in die Heizungsanlage integriert, in Produktionsprozesse eingebunden oder mithilfe von Absorber-/Adsorbersystemen auch in Klimakälte umgewandelt werden.

Brennstoffzellen erreichen bei der Umwandlung von Erdgas zu Strom und Wärme bereits mehr als 90 Prozent Effizienz.
Brennstoffzellen erreichen bei der Umwandlung von Erdgas zu Strom und Wärme bereits mehr als 90 Prozent Effizienz. (Bild: Fuji N2telligence)

Damit erreichen Brennstoffzellen bei der Umwandlung von Erdgas zu Strom und Wärme bereits mehr als 90 Prozent Effizienz - und sparen somit jährlich hunderte Tonnen an CO2.

Und da in der Brennstoffzelle kein Motor rotiert, sondern ausschließlich chemische Prozesse ablaufen, arbeitet die Technologie im Vergleich zu BHKWs besonders wartungsarm. Das ist gut für die Umwelt, den Geldbeutel und die Energiesicherheit des Unternehmens.

Doch was hat das Ganze jetzt mit Brandschutz zu tun?

Während der Energiebereitstellung entsteht in der Brennstoffzelle prozessbedingt eine Abluft, welche sauber ist und einen geringeren Sauerstoffgehalt als unsere Umgebungsluft hat. Diese Luft fällt beim Betrieb des Systems permanent und ganz ohne Zusatzkosten an und wird über ein Rohrleitungssystem in die zu schützenden Räume geleitet. So wird hierin eine dauerhafte Schutzatmosphäre geschaffen, in der Brände gar nicht erst entstehen können.

Denn wo kein beziehungsweise weniger Sauerstoff, da kein Feuer. Und wenn nichts brennen kann, muss auch nichts gelöscht werden – wodurch häufig nur noch weitere Probleme zum Beispiel durch Löschfolgeschäden oder Betriebsunterbrechungen entstehen würden.

Das grundsätzliche Prinzip hinter der präventiven Brandvermeidung ist nicht ganz neu; doch nutzen herkömmliche Systeme hierfür Technologien, welche die sauerstoffarme beziehungsweise stickstoffreiche Luft erst aufwendig und stromverbrauchend produzieren müssen – wodurch wiederum laufende Kosten entstehen. Bei Quattro Generation hingegen steht die Brennstoffzellen-Abluft zum Nulltarif und rund um die Uhr zur Verfügung, so dass der Größe der zu schützenden Räume quasi keine Grenzen gesetzt sind.

Wir machen ROSI den Hof

Sensoren kontrollieren hierbei ständig den individuell eingestellten Sauerstoffgehalt in den Schutzbereichen, der so auch bei Raumundichtigkeiten und Türöffnungen konstant auf dem erforderlichen Niveau gehalten wird. Der Einsatz der Brennstoffzelle führt also dazu, dass Rechenzentren mit Strom und Kälte versorgt werden und niemals mit Feuer oder Wasser in Berührung kommen.

Brandschutz stellt plötzlich keinen Kostenblock mehr dar – sondern das System erwirtschaftet gar seinen eigenen Return-on-Invest.

In der Fachpresse liest man immer häufiger vom so genannten „ROSI“ – dem Return-on-Security-Investment. Dieser beschreibt Erträge auf das in Sicherheitstechnologien eingesetzte Kapital. Da solche Investitionen in der Vergangenheit jedoch keinen unmittelbar errechenbaren Nutzen darstellen konnten (sondern lediglich der Abzug von Werten vermieden wurde), gestaltete sich die Ermittlung des „ROSI“ als schwierig. Ein Brandvermeidungssystem, welches durch die gleichzeitige Energiebereitstellung nun aber tatsächliche Erlöse erwirtschaftet, könnte für viele Betreiber Rechenzentren interessant werden.

Direkter Kontakt

Seit 2006 arbeiten die beiden Firmengründer der damaligen N2telligence GmbH Lars Frahm und Andreas Exler nun an dem Thema Brennstoffzelle. Nach dem sie das System Quattro Generation zur Marktreife geführt und alle nötigen Zertifizierungen durchlaufen haben, wurde der Vertrieb stätig und erfolgreich ausgebaut.

Seit der Übernahme der Mehrheitsanteile durch den Großkonzern Fuji Electric mit Hauptsitz in Japan zum Anfang dieses Jahres, firmiert das Unternehmen unter dem Namen Fuji N2telligence GmbH. Gemeinsam wollen sie das Thema Brandschutz auch künftig für Ihre Kunden zuverlässiger, ökologischer und vor allem wirtschaftlicher machen. Für weitere Informationen können Sie das Unternehmen aus Wismar auf der diesjährigen Security-Messe in Essen, vom 27. Bis 30. September in Halle 1, Stand C34 besuchen oder auf dem „DataCenter Day 2016“ am 25. Oktober in Würzburg.

* Andreas Exler ist einer der beiden Gründer der (Fuji) N2telligence GmbH.

Was meinen Sie zu diesem Thema?
Die Tatsache, dass das Verklappen der im Rechenzentrum produzierten Wärme in die Umwelt, egal, ob...  lesen
posted am 08.09.2016 um 09:13 von Heiko.Schrader@gmx.de

Die Idee ist ja niedlich. Aber KWKK für Rechenzentren lohnt sich im Zeitalter von direkter freier...  lesen
posted am 07.09.2016 um 08:42 von Unregistriert


Mitdiskutieren
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44238179 / Hardware)